Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Neue App unterstützt Eltern von Frühgeborenen

Donnerstag, 14. Januar 2016 – Autor:
Seit Januar 2016 gibt es die Smartphone-App „Neo-App#Tagebuch“, die Eltern von krank- oder frühgeborenen Kindern unterstützen soll. Sie entstand in Zusammenarbeit von Neonatologen des Uniklinikums Dresden mit der Deutschen Stiftung Kranke Neugeborene.
Mutter mit ihrem Frühgeborenen

Ein Frühgeborenes liegt auf dem Bauch der Mutter – Foto: Tobilander - Fotolia

„Eltern, deren Kinder deutlich zu früh oder krank geboren werden und die in den ersten Monaten um das Überleben ihres Babys bangen, fühlen sich während der stationären Versorgung im Krankenhaus und in der Anfangszeit zu Hause im Umgang mit ihrem Kind mitunter noch nicht ausreichend sicher“, erklärt der Psychologe in der Neonatologie des Uniklinikums Dresden, Dr. Jörg Reichert.

„Die Eltern müssen lernen, ohne ärztliches Feedback oder die Begleitung versierter Pflegekräfte auf ihr Kind einzugehen“, so Reichert. Eine schwierige Aufgabe, da zum Beispiel Frühgeborene weniger deutlich als andere Babys ausdrücken können, was ihnen fehlt. Durch den Einsatz der Smartphone-Anwendung „Neo-App#Tagebuch“ sollen betroffene Eltern einen einfacheren Überblick über die Entwicklung ihres Kindes bekommen und dadurch im Umgang mit ihrem Nachwuchs an Sicherheit gewinnen.

Frühgeborene: App hält Entwicklungs-Fortschritte fest

Neben Möglichkeiten zur Telefonnummern-Suche und Hinweisen zur Versorgung der Neugeborenen bildet die Tagebuch-Funktion das Herzstück der „Neo-App#Tagebuch“. Hier können sie Daten zu Atmung und Gewicht, Stillen oder Füttern, Pflege und Kuscheln notieren, Fotos machen und Gefühle und Gedanken festhalten. „Indem die vielen kleinen Veränderungen und Erfolge bei der Behandlung niedergeschrieben werden, bemerken die Eltern zunehmend die Fortschritte ihres Kindes“, erklärt Prof. Mario Rüdiger, Leiter der Neonatologie des Uniklinikums.

„Insbesondere im späteren Verlauf, wenn die Eltern nur noch zu bestimmten Terminen mit ihrem Nachwuchs ihren Kinderarzt oder das Uniklinikum aufsuchen, kann das Tagebuch für die Patienten und den behandelnden Arzt eine wichtige Erinnerungshilfe sein, um kein Detail außer Acht zu lassen“, so Rüdiger.

 

App für Eltern von Frühgeborenen zunächst kostenlos

Bereits seit 2012 setzt die Dresdner Neonatologie auf Tagebücher, die die Eltern mit einer vorgegebenen Struktur unterstützen. Das bisher in Ringbuchform geführte Tagebuch wurde nun in die Smartphone-App übertragen. Entwickelt wurde das Programm von der Firma akili:innovation. In den ersten Monaten wird es von den Entwicklern kostenlos zum Download angeboten und soll durch das Feedback der Nutzer noch weiter verbessert werden. Zudem sollen Finanzierungsmöglichkeiten wie etwa ein Sponsoring-Programm geprüft werden, damit die Eltern den App-Service dauerhaft kostenlos nutzen können.

Anders als bei herkömmlicher Smartphone-Software benötigt die „Neo-App Tagebuch“ keine umfangreichen Berechtigungen und greift nicht ungefragt auf persönliche Daten der Nutzer zurück. Alle Daten bleiben auf dem  Endgerät. Auch die Entscheidung, ob Ärzte die Einträge im Tagebuch nutzen dürfen, obliegt den Eltern.

Foto: Tobilander

Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Frühchen

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten


Die Zahl der offiziell registrierten Corona-Fälle sinkt. Aber die Zahl der wegen Covid-19 Krankgeschriebenen schnellt in die Höhe – allein bei der „Barmer“ um 175 Prozent binnen weniger Wochen. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.
 
Kliniken
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin