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26.09.2020

Neue App für Krebspatienten soll Lebensqualität verbessern

Ab sofort steht Krebspatienten eine neue App zum kostenlosen Download bereit. Hinter der Mika-App steht das Expertenwissen von mehreren Universitätskliniken.
Hilfe zur Selbsthilfe: Die MIKA-App wurde für Krebspatienten entwickelt

Hilfe zur Selbsthilfe: Die MIKA-App wurde für Krebspatienten entwickelt

Sie soll Krebspatienten das Leben erleichtern und eine Art Werkzeug für ein besseres Selbstmanagement sein: Die MIKA-App ist ein neuer Krebs-Therapieassistent fürs Smartphone und ab sofort in den App-Stores kostenlos erhältlich. An der Entwicklung waren Experten vom Universitätsklinikum Leipzig (UKL) und der Charité beteiligt.

Die App soll Betroffenen Hilfe zur Selbsthilfe geben, teilt das  Universitätsklinikum Leipzig mit, und sei ein moderner Krebs-Therapieassistent. Im Vordergrund stehe die Verbesserung der Lebensqualität.

Hilfe zur Selbsthilfe

„Betroffene stehen oftmals vor einem „Berg“ an Problemen. Diesen ‚Berg‘ in ‚kleinere Berge‘ zu priorisieren, was ist wichtig, wo finde ich Hilfe – dafür gibt die App Hinweise und Tipps“, erklärt Prof. Anja Mehnert-Theuerkauf, Leiterin der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie am UKL.

Nachdem dem Download können die Nutzer zu Beginn ihre spezielle Krebserkrankung sowie weitere Grunddaten wie Symptome oder die aktuell empfundene persönliche Belastung eingeben. Eine Künstliche Intelligenz (KI) ordnet die eingegebenen Daten mit Hilfe von Algorithmen ein und gibt gezielt Hinweise oder macht Vorschläge zu Themen wie Stress, Sport, Ernährung, Schlafhygiene. „Ist zum Beispiel ein gewisses Maß an Belastung überschritten, wird MIKA aktiv und rät dem Betroffenen, sich Unterstützung zu suchen“, sagt  Anja Mehnert-Theuerkauf.

 

Besseres Selbstmanagement

Das Hauptaugenmerk liege auf dem Selbstmanagement. „Wir geben den Patienten ein Werkzeug an die Hand, um selbst etwas tun zu können“, so Mehnert-Theuerkauf.

Entwickelt wurde die Mika-App vom Berliner Start-Up-Unternehmen Fosanis in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Leipzig und der Berliner Charité.

Psychologin Anja Mehnert-Theuerkauf: „Wir hoffen, darüber Patienten zu erreichen, die Fragen außerhalb des ärztlichen Gesprächs klären oder zusätzlich im Alltag etwas für ihre Lebensqualität tun wollen.“ Eine psycho-onkologische Beratung werde durch die MIKA-App nicht ersetzt, aber ergänzt.

Foto: © Adobe Stock/ utah778

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
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