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Neue Antibiotika-Kombination tötet MRSA-Keime

Ein neuer Medikamenten-Cocktail verspricht MRSA-Keime wirksam abzutöten. Das Erstaunliche daran: Der Cocktail besteht aus drei zugelassenen Antibiotika, die einzeln nichts mehr gegen die gefährlichen Keime ausrichten können.
Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile: Ein neuer Antibiotika-Cocktail konnte MRSA-infizierte Mäuse heilen

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile: Ein neuer Antibiotika-Cocktail konnte MRSA-infizierte Mäuse heilen

Im Kampf gegen multiresistente Staphylokokken (MRSA) melden Forscher der Washington University School of Medicine (USA) einen wichtigen Erfolg. Mit einem Medikamenten-Cocktail aus drei gängigen Antibiotika ist es dem Team um Dr. Gautam Dantas gelungen, 73 verschiedene MRSA-Varianten abzutöten. Die Versuche fanden sowohl im Reagenzglas als auch an infizierten Mäusen statt. „Ohne Behandlung leben die MRSA-infizierten Mäuse meist weniger als einen Tag, aber die Drei-Arzneien-Kombination hat sie geheilt", berichtet Gautam Dantas. Nach der Behandlung seien die Mäuse regelrecht wieder aufgeblüht.

Schlagkräftige Kombination gegen MRSA

Der Krankenhauskeim MRSA ist gegen fast alle Antibiotika resistent. Auch die drei Substanzen Meropenem, Piperacillin und Tazobactam können nichts mehr gegen die gefährlichen Keime ausrichten. Doch in der Kombination entwickeln die Medikamente aus der Substanzklasse der Beta-Lactame offenbar neue Synergien. Dies ist umso bemerkenswerter, als dass Forscher seit Jahrzehnten vergeblich nach neuen Antibiotikasubstanzen suchen.

Da alle drei Antibiotika zugelassen sind – und im Gegensatz zu den wenigen Reserveantibiotika kaum Nebenwirkungen machen – ist ein Einsatz des neuen Cocktails prinzipiell auch am Menschen vorstellbar. Dantas: Die neue Dreier-Kombination hat das Potenzial, relativ schnell zur Behandlung von Patienten eingesetzt zu werden, weil es bewährte Medikamente sind.“

 

Neue Resistenzen vorerst nicht in Sicht

Dantas sieht noch einen weiteren Vorteil: "Die Dreier-Kombination scheint zu verhindern, dass MRSA dagegen resistent wird", erklärt der Mikrobiologe mit Blick auf die vorausgegangen Experimente. Zwar käme es sicher irgendwann zu einer Resistenzbildung, aber das könnte in diesem Fall sehr lange dauern. „Dieses Trio verspricht uns einen Zeitgewinn, möglicherweise sogar einen sehr großen“, so Dantas.

Ähnliche Versuche will das Team nun auch mit anderen resistenten Keimen wie Pseudomonas und bestimmten virulenten Formen von E. coli unternehmen. Die Ergebnisse der Studie „Synergistic, collaterally sensitive ß-lactam combinations suppress resistance in MRSA“ wurden am 14. September im Fachmagazin “Nature Chemical Biology“ veröffentlicht.

Foto: © Alexander Raths - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
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