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Neue Ansätze bei chronischer Rhinosinusitis

Rund fünf Prozent der Menschen in Deutschland leiden an chronischer Rhinosinusitis. Die Erkrankung kann für die Betroffenen sehr belastend sein, und Therapieversuche helfen oft nicht auf Dauer. Neuere immunologische Erkenntnisse könnten jedoch das Therapiespektrum künftig erweitern.
Neue Therapien bei Rhinosinusitis

Chronische Nasennebenhöhlenentzündungen können sehr belastend sein.

Eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung, also eine andauernde Entzündung der Nasen- und Nebenhöhlenschleimhäute, kann eine belastende Erkrankung sein, welche die Lebensqualität einschränkt. Dabei kommen Erkrankungsformen mit und ohne Nasenpolypen vor. Bei der medikamentösen Behandlung steht zurzeit die antientzündliche Therapie im Vordergrund, beispielsweise durch kortisonhaltige Nasensprays. Auch eine gute Nasenpflege mit Salben und Cremes oder Spülungen hat sich als sinnvoll erwiesen. Chirurgische Maßnahmen können zur Anwendung kommen, wenn die medikamentöse Therapie nicht den gewünschten Erfolg zeigt.

Doch trotz dieser Möglichkeiten kann vielen Patienten mit chronischer Rhinosinusitis nur bedingt geholfen werden, und die Entzündungen und Schwellungen in den Nasennebenhöhlen kehren immer wieder. Neuere Untersuchungen weisen jedoch auf Möglichkeiten hin, die das Therapiespektrum bei chronischer Rhinosinusitis künftig erweitern können.

Chronische Rhinosinusitis: Immunologisches Profil bestimmt Rezidivrate

So konnte eine kleine Studie zeigen, dass der Anti-IgE-Antikörper Omalizumab Nasenpolypen signifikant reduzieren und weitere Symptome einer chronischen Rhinosinusitis wie Schwellung der Nasenschleimhäute, Schnupfen oder Riechstörungen bessern kann. Weitere Untersuchungen müssen dies jedoch noch bestätigen.

Experten hoffen auch, dass es irgendwann zielgerichtete Therapien gibt, die sich nach dem zuvor getesteten immunologischen Profil der Patienten richten. Studien konnten zeigen, dass das immunologische Profil beispielsweise einen Einfluss darauf hat, ob es nach einer Operation bei einer chronischen Rhinosinusitis mit Nasenpolypen zu einem Rezidiv kommt. So kam es bei Patienten, die erhöhte Spiegel von IgE, Endotoxin, ECP und IL-5 sowie einen niedrigeren IFN-gamma-Spiegel aufwiesen, öfter zu Rezidiven als bei anderen Betroffenen. 

 

Probiotische Therapie könnte helfen

Auch aus der Mikrobiom-Forschung kommen Hinweise, die das therapeutische Spektrum erweitern könnten. Ein Vergleich von Patienten mit und ohne chronische Rhinosinusitis ergab, dass die Bakterienvielfalt bei Betroffenen signifikant reduziert ist. Während Milchsäurebakterien dezimiert waren, trat dagegen Corynebacterium tuberculostearicum übermäßig auf. Im Mausmodell konnte der schädliche Einfluss von C. tuberculostearicum bestätigt und gezeigt werden, dass eine ausgewogene Keimbesiedlung vor einer übermäßigen Verbreitung dieses Bakteriums schützt. Zudem konnte ein schützender Effekt für Lactobacillus sakei nachgewiesen werden. Möglicherweise lassen sich aus diesen Beobachtungen Optionen für eine probiotische Therapie bei chronischer Rhinosinusitis ableiten.

Foto: © absolutimages - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
 

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