. Multizentrische Studie

Neuartiger Hirnschrittmacher verbessert Mobilität bei Parkinson

Ein Hirnschrittmacher mit acht Kontaktstellen kann die Lebensqualität von Parkinson-Patienten deutlich verbessern. Das zeigt die Auswertung einer Studie aus sechs europäischen Zentren.
Neuartiger Hirnschrittmacher verbessert Mobilität bei Parkinson

Studie belegt Vorteile eines neuartigen Hirnschrittmachers gegen Parkinson

Medikamente sind die Standardtherapie bei Morbus Parkinson. Hirnschrittmacher werden eingesetzt, wenn die Medikamente nicht ausreichend wirken, beispielsweise, wenn ein starker Wechsel zwischen guter Beweglichkeit und schlechter Beweglichkeit oder ein Zittern (Tremor) durch Medikamente nicht ausreichend kontrolliert werden kann. Ein neuartiger aufladbarer Hirnschrittmacher mit acht Kontakten wurde nun an der Uniklinik Köln und fünf weiteren europäischen Zentren erprobt. Das Besondere an dem Gerät: Ärzte können nun an acht statt vier Kontaktstellen den Strom genau auf Wirkung und Nebenwirkung des Parkinson-Patienten anpassen. So kann die Erkrankung feiner dosiert „blockiert“ werden. Den Vorgang nennt man „Current Steering“.

Mehr Beweglichkeit, weniger Medikamente bei Parkinson

Den Studienautoren zufolge hat sich bei allen 40 Patienten bereits drei Monate nach Implantation eine erhebliche Verbesserung der Beweglichkeit eingestellt, nach sechs Monaten waren die Patienten bis zu 62,4 Prozentpunkte besser beweglich als vor der Operation. Ein Jahr nach der Implantation waren die Ergebnisse immer noch auf gleichbleibendem Niveau.

Ähnlich starke Verbesserungen konnten die Ärzte bei den Aktivitäten des täglichen Lebens nachweisen: Die Lebensqualität der Parkinson-Patienten verbesserte sich nach zwölf Monaten um 33,8 Prozent vor allem in der Mobilität, den Alltagstätigkeiten und dem körperlichen Wohlbefinden. „Damit waren insbesondere die Verbesserungen der Motorik deutlich besser als in allen bislang durchgeführten Studien zu Hirnschrittmachern bei Morbus Parkinson“, kommentiert Studienleiter Prof. Lars Timmermann von der Uniklinik Köln. Weiter habe die Zahl der eingenommenen Medikamente bei den Patienten mehr als halbiert werden können. Bei Nebenwirkungen wie Sprechstörungen war der neue Hirnschrittmacher ebenbürtig mit anderen Studien.

Hirnschrittmacher: Studie bestätigt klinische Erfahrung

Laut Timmermann konnte in den vergangenen Jahren bereits vielen Patienten sehr gut mit dieser innovativen Technologie geholfen werden. „Wichtig war es nun, in einer europäischen Studie diese klinischen Erfahrungen zu bestätigen“, sagt der Neurologe. 

Mit dem innovativen Hirnschrittmacher werden nicht nur Morbus Parkinson, sondern auch Krankheitsbilder wie Tremor und Dystonie behandelt. 

Foto: © sudok1 - Fotolia.com

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