. Klinische Studie startet

Neuartige Linse könnte bald die Gleitsichtbrille ersetzen

Ist die Lese-oder Gleitsichtbrille bald hinfällig? In vier deutschen Augenzentren läuft gerade eine internationale klinische Studie mit Katarakt-Patienten an, in der eine Intraokularlinse (IOL) geprüft werden soll. Die Linse soll das Sehvermögen bei allen Entfernungen verbessern, so dass die Betroffenen nach der Operation möglicherweise keine Lese- oder Gleitsichtbrille mehr benötigen.

Linse statt Gleitsichtbrille? Das wird gerade in einer klinischen Studie getestet.

Die neue Linse wird nach Angaben des Herstellers Patienten implantiert, die sich an den teilnehmenden Prüfzentren in Berlin, Bochum, Heidelberg und Stuttgart einer Kataraktoperation unterziehen.

Ergebnisse einer früheren Studie sind laut Hersteller sehr ermutigend

„Wenn wir älter werden, verliert die natürliche Linse an Flexibilität, wodurch Lesen und allgemein die Fokussierung im Nahbereich zunehmend schwerer fällt. Daher benötigen Millionen von Menschen über 50 eine Brille zum Lesen und für die Nahsicht. Bei vielen Betroffenen tritt zusätzlich ein Katarakt (d. h. grauer Star) auf, der die Sehkraft weiter schwächt“, erklärte Prof. Dr. med. Gerd U. Auffarth, leitender Prüfarzt an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg anlässlich der Vorstellung der Studie. Behandlungsmöglichkeiten, die sowohl die Nah- als auch die Fernsicht wiederherstellen, stünden momentan nur begrenzt zur Verfügung. Daher seien die Betroffenen auf eine Lese- oder Gleitsichtbrille bzw. Kontaktlinsen angewiesen, um wieder richtig sehen zu können. Ergebnisse einer früheren Pilotstudie zur FluidVision-Linse sind sehr ermutigend. 

 

Die neue Linse ist als Ersatz der natürlichen Linse konzipiert

Die FluidVision-Linse wurde vom kalifornischen Unternehmen PowerVision entwickelt. Es handelt sich hierbei um eine weiche, mit Flüssigkeit gefüllte Linse, die von der Augenmuskulatur verformt wird, so dass Objekte im Nah- und Fernbereich dynamisch fokussiert werden können, heißt es in der Pressemitteilung. Diese Flexibilität entspreche dem Verhalten der natürlichen kristallinen Linse eines gesunden Auges. Die FluidVision-Linse sei als Ersatz der natürlichen Linse konzipiert und diene dazu, den Akkommodationsbereich der Patienten (d. h. die dynamische Anpassung der Brechkraft des Auges) zu vergrößern, so dass sie in allen Entfernungen wieder klar sehen können.

Frühere klinische Studien mit Patienten, die sich einer Kataraktoperation unterzogen haben, belegen, laut Hersteller, dass das Linsendesign dazu geeignet ist, eine hervorragende Sehschärfe im Fern- und Zwischenbereich sowie die Lesefähigkeit wiederherzustellen. Für viele heutige Gleitsichtbrillenträger kaum vorstellbar, jedoch ein absolut weitsichtiges Geschäft. 

Foto: Robert Kneschke - Fotolia.com

Autor: Cornelia Wanke
Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Katarakt

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
„Gesunde Architektur“ wird immer mehr zum Thema. Das gilt auch für Krankenhäuser. Wie sich Farbe und Licht auf Patienten und Personal von Intensivstationen auswirken können, hat kürzlich das Helios Universitätsklinikum Wuppertal in Kooperation mit der Bergischen Universität Wuppertal untersucht – mit interessanten Ergebnissen.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Senioren fühlen sich heute jünger als früher – und sind es Studien zufolge auch. Doch woran liegt das und was bedeutet Alter heute überhaupt? Über diese und andere Fragen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem renommierten Alternspsychologen Prof. Dr. Hans-Werner Wahl gesprochen.
Das massenhafte Auftreten des Eichenprozessionsspinners hat in diesem Jahr bei besonders vielen Menschen zu allergischen Reaktionen der Haut führt. Die giftigen Brennhaare der Raupen können aber auch sprichwörtlich ins Auge gehen. Am Universitätsklinikum Münster mussten diese Woche sechs Menschen am Auge operiert werden. Dr. Lamis Baydoun, Oberärztin der UKM-Augenklinik, berichtet, was vorgefallen ist.