. Ovarialkarzinom

Netzwerk Eierstockkrebs: Charité und Vivantes operieren erstmals gemeinsam

Das Netzwerk Eierstockkrebs von Charité und Vivantes besteht schon seit gut anderthalb Jahren. Bislang tauschten sich die Ärzte vor allem in online-Tumorkonferenzen aus. Jetzt haben Ärzte beider Kliniken ihre erste gemeinsame Eierstockkrebs-OP durchgeführt. Ein Novum.
Netzwerk Eierstockkrebs: Charité und Vivantes operieren erstmals gemeinsam

Eineinhalb Jahre nach Start des Netzwerks Eierstockkrebs haben Ärzte von Charité und Vivantes erstmals gemeinsam operiert

In Berlin werden pro Jahr rund 400 Frauen mit Eierstockkrebs stationär behandelt. Ein Großteil der Patientinnen lässt sich an der Charité oder einem Vivantes-Klinikum behandeln. Beide Kliniken hatten sich im März 2013 zum Netzwerk Eierstockkrebs zusammengeschlossen, mit dem Ziel in Berlin ein gemeinsames zertifiziertes Kompetenzzentrum für Eierstockkrebs zu schaffen. Seither tauschen sich die Eierstockspezialisten alle zwei Wochen in einer online-Tumorkonferenz aus. Auch gemeinsame Forschungsarbeiten wurden angestoßen, etwa die Suche nach Signaturen, mit denen man künftig Ovarialkarzinome früher erkennen kann. Zudem finden immer wieder gemeinsame Patientenveranstaltungen statt.

Charité-Vivantes Netzwerk: eingebettet in Europäisches Kompetenzzentrum für Eierstockkrebs

Jetzt ist das Berliner Netzwerk einen weiteren Schritt gegangen. Wie die Charité am Montag mitteilte, haben leitende Ärzte soeben erstmals eine Patientin mit Ovarialkarzinom gemeinsam operiert. „Damit erhält die Kooperation der beiden großen Berliner Krankenhausunternehmen eine neue Qualität“, sagte Prof. Dr. Jalid Sehouli, Direktor der Klinik für Gynäkologie an den beiden Charité Standorten Virchow-Klinikum und Benjamin Franklin in Steglitz. Sehouli hatte vor sieben Jahren bereits das Europäische Kompetenzzentrum für Eierstockkrebs (EKZE) an der Charité gegründet. Das Zentrum gilt aufgrund seiner wissenschaftlichen Expertise und seines ganzheitlichen Behandlungsansatzes als eines der führenden Eierstockkrebszentren weltweit. An die guten Erfahrungen wolle man auch im regionalen Netzwerk mit Vivantes anknüpfen, meinte Sehouli. „Wir brauchen derartige Netzwerke, um die Behandlungsstandards insgesamt und zum Wohle der Patientinnen zu verbessern. Nur gemeinsam können wir auch in der Forschung eine weitere Optimierung erreichen“, so der Eierstockkrebsexperte der Charité.

Eierstockkrebs: Ärzte wollen neue Behandlungsstandards setzen

Der Chefarzt der Klinik für Gynäkologie am Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum PD. Dr. Herbert Mecke sieht das genauso. Er hatte gemeinsam mit Prof. Sehouli die erste „Ko-Operation“ bei einer Patientin mit Ovarialkarzinom durchgeführt. Netzwerke seien unentbehrlich, um die Versorgung der Patientinnen in der Region, aber auch überregional zu verbessern, erklärte Mecke. Vivantes ist im Netzwerk mit sechs Häusern vertreten. Den Patientinnen kommt das klinikübergreifende Mehraugen-Prinzip unmittelbar zu Gute. Ein interdisziplinäres Expertenteam legt gemeinsam patientenindividulle Therapieempfehlungen fest. Die Behandlung erfolgt dann im jeweiligen Krankenhaus, orientiert sich aber an den vermeintlich neuesten Standards.

Trotz aller Qualitätsanstrengungen der letzten Jahre bleibt Eierstockkrebs weiterhin eine Krebserkrankung mit einer vergleichbar schlechten Prognose. Jede zweite Frau erleidet einen Rückfall und verstirbt an ihrem Krebs. Studien zufolge profitieren aber Eierstockkrebs-Patientinnen, die an spezialisierten Zentren behandelt werden, von einem längeren Überleben - selbst dann, wenn der Krebs unheilbar weit fortgeschritten ist.

Foto: Charité

Hauptkategorien: Berlin , Gesundheitspolitik , Medizin
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