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Naturheilkunde auch in der Pflege sinnvoll

Donnerstag, 6. Dezember 2018 – Autor: anvo
Naturheilkundliche Maßnahmen werden immer beliebter. Auch Pflegekräfte und pflegende Angehörige würden sie gerne öfter anwenden, doch oft fehlt das nötige Wissen dazu. Nun hat das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) auf seiner Website eine Übersicht erstellt.
Heilpflanzen, Naturheilkunde, Pflege

Anwendungen mit Heilpflanzen können auch in der Pflege sinnvoll sein – Foto: ©Sonja Birkelbach - stock.adobe.com

Aromatherapie, Kneipp-Anwendungen, Heilpflanzen: Die Liste möglicher Anwendungen aus der Naturheilkunde für die Pflege ist lang. Mit vielen dieser Maßnahmen ließen sich konventionelle Therapien pflegebedürftiger Menschen ergänzen. Doch aufgrund der Vielzahl der Angebote und häufig unklarer Studienlagen fehlt sowohl pflegenden Angehörigen als auch Pflegefachkräften häufig der Überblick. Nun hat das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) in Zusammenarbeit mit der Charité-Universitätsmedizin, Hochschulambulanz für Naturheilkunde, eine kostenlos zugängliche Übersicht mit Basiswissen zu solchen Angeboten entwickelt. Sie zeigt, welche Möglichkeiten es in der Komplementärpflege überhaupt gibt und welche Maßnahmen sinnvoll sind.

Naturheilmittel können Schulmedizin unterstützen

Die Website listet nur Maßnahmen auf, für die in der deutschsprachigen Fachliteratur Hinweise auf positive Effekte gefunden wurden – auch wenn diese nicht immer durch wissenschaftliche Studien belegt werden können. So stammen viele Tipps aus langjähriger Praxis und Erfahrung. Einige Wirkweisen wie beispielsweise der Hydrotherapie oder der Aromapflege basieren wiederum auf nachweisbaren physikalischen und physiologischen Prozessen.

Unter komplementären Pflegeanwendungen werden pflegerische Anwendungen mit Naturheilmitteln wie Heilpflanzen und Verfahren aus anderen Fachbereichen verstanden. Der Heilpflanzentherapie (Phytotherapie) kommt dabei eine große Bedeutung zu. Der Gebrauch von Pflanzen zu Heilzwecken gehört zu den ältesten Therapieformen der Menschheit. Viele Anwendungen entwickelten sich durch Erfahrungswissen. Heute werden Heilpflanzen auch in modernen pharmakologischen Studien erforscht. Meistens beziehen sich diese Studien jedoch auf pharmakologische Zubereitungen, während einfache Heilpflanzentees wenig untersucht werden. Dabei sind die Wirkweisen gerade von Tees, wie zum Beispiel von Kamillentee bei Magen- und Darmbeschwerden, hinlänglich bekannt.

 

Website listet komplementärmedizinische Pflegemaßnahmen auf

Auch Wickel und Auflagen gehören zu den naturheilkundlichen Anwendungen, die auf der Website Erwähnung finden. Dabei wird die Körperoberfläche zu gesundheitsfördernden, präventiven oder therapeutischen Zwecken in unterschiedlichem Ausmaß mit Tüchern oder Kompressen umwickelt oder bedeckt. Verwendet werden üblicherweise Materialien aus Leinen, Baumwolle oder Wolle. Die Tücher dienen der Applikation von Wärme oder Kälte und der Fixierung von Wirkstoffen in Körpernähe. Ihre Wirkung kann durch den Zusatz von Heilpflanzenauszügen, Heilerde oder Quark verstärkt und spezifiziert werden. Bei der Auflage von Moor oder Fango spricht man von Packungen.

Weitere Themen, die auf der Website des ZQP behandelt werden, sind Hydrotherapie, Aromapflege, Kneipp-Therapie, Bobath und viele andere. Zudem werden Erklärungen zu den Wirkweisen sowie den Risiken gegeben und Fortbildungsmöglichkeiten genannt.            

Foto: © Sonja Birkelbach - Fotolia.com

Hauptkategorien: Demografischer Wandel , Medizin , Pflege
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