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Nationale Diabetes-Strategie steht bislang nur auf dem Papier

Am heutigen Mittwoch findet der 2. Deutsche Zuckerreduktionsgipfel in Berlin statt. Dabei soll es auch um die Nationale Diabetes-Strategie gehen. Die steht bislang nur im Koalitionsvertrag, konkrete Taten sind noch nicht erfolgt.
Nationale Diabetes-Strategie, Kritik

Nationale Diabetes-Strategie: Die Bundesregierung kommt nicht in Gang

Eine Nationale Diabetes-Strategie hatten sich Diabetes-Experten lange gewünscht. Im letzten Koalitionsvertrag ist sie endlich besiegelt worden. Doch bisher ist noch nichts Erkennbares passiert. Einen Tag vor dem 2. Deutschen Zuckerreduktionsgipfel in Berlin wird die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) deutlich: „Seit Verabschiedung des Koalitionsvertrags im März dieses Jahres sind genau 220 Tage vergangen und noch immer hat die darin angekündigte Nationale Diabetes-Strategie der Bundesregierung keinen Schritt vorwärts getan – eine greifbare Gesamtstrategie fehlt weiterhin“, bedauert DDG-Geschäftsführerin Barbara Bitzer.

Seit 220 Tagen nichts passiert

Im Interesse der heute Erkrankten und künftigen Patienten dürfe es nicht bei guten Absichten bleiben. „Wir erwarten vor allem seitens des Bundesgesundheitsministeriums den politischen Willen und ein Konzept zur Umsetzung der notwendigen Maßnahmen. Zu lange wurde bereits gewartet und nichts unternommen. Leidtragende sind die Patienten", so Bitzer weiter.

 

Diabetes ist mehr als ein Zucker-Problem

Am Mittwoch findet auf Initiative des AOK-Bundesverbands der 2. Zucker-Reduktionsgipfel statt.  Unter Mitwirkung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) wollen Fachleute eine gesamtgesellschaftliche Strategie finden, um den Zucker-, aber auch Salz- und Fettkonsum der Bevölkerung zu reduzieren. So werden etwa allgemeinverständliche Lebensmittelkennzeichnungen und ein Verbot von Kinder-Werbung für ungesunde Produkte auf der Tagesordnung stehen.

Nationalen Diabetes-Strategie soll Versorgung verbessern

Aus Sicht der DDG müssen aber noch weitere Wege beschritten werden als die so genannte Primärprävention. Die Fachgesellschaft hält auch die bisherige Früherkennung und Versorgung für unzureichend. Von den fast sieben Millionen Betroffenen wissen bis heute zwei Millionen nichts von ihrer Erkrankung, sie und viele andere entwickeln aufgrund einer unzureichenden Versorgung schwere Krankheiten in Folge ihres Diabetes. Genau hier sollte die Nationale Diabetes-Strategie ansetzen: Bessere Früherkennung, mehr Versorgungsforschung und einer verbesserte strukturelle Versorgung in Deutschland.

„Die von der Bundesregierung im Koalitionsvertrag angekündigte Nationale Diabetes-Strategie ließ vermuten, dass endlich eine Gesamtstrategie für Diabetesprävention, -früherkennung und -therapie gefunden werden soll und die Politik den Ernst der Lage erkannt hat“, sagt DDG-Präsident Prof. Dirk Müller-Wieland. Die Ankündigung lasse aber bis heute mit konkreten Maßnahmen auf sich warten. Am Mittwoch hat die DDG Gelegenheit, die verantwortlichen Politiker an ihre Hausaufgaben zu erinnern.

Foto: pixabay

Autor: ham
Hauptkategorien: Berlin , Gesundheitspolitik , Medizin
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