. Flüssigkeit im Mittelohr

Nasenballon hilft Kindern mit Paukenerguss im Ohr

Bei Kindern unter zehn Jahren ist die Mittelohrentzündung eine häufige Erkrankung. In der Folge kann sich Flüssigkeit im Mittelohr sammeln, es entsteht ein Unterdruck, das Trommelfell zieht sich ein. Dieser so genannte Paukenerguss beeinträchtigt das Hörvermögen und führt zu einem Druckgefühl. Forscher der University of Southampton haben jetzt in einer Studie getestet, ob ein Nasenballon helfen kann.
Paukenerguss

Kinder unter zehn Jahren leiden besonders häufig an Ohrenentzündungen

Wie Studien-Autor Ian Williamson erklärte, würden übliche Medikamenten-Therapien mit Antibiotika, Antihistaminika, abschwellenden Nasentropfen oder intranasalen Steroiden den Paukenerguss nicht beseitigen und hätten überdies Nebenwirkungen. Sie könnten daher nicht empfohlen werden.

An der Studie nahmen 320 Kinder im Alter von 4 und 11 Jahren aus 43 Hausarztpraxen in Großbritannien teil, die nach einer zurückliegenden Mittelohrentzündung an einem Paukenerguss in einem oder beiden Ohren litten. Eine Gruppe wurde wie üblich behandelt, die andere nutzte für ein bis drei Monate drei Mal am Tag den Nasenballon.

Paukenerguss: Nasenballon normalisiert Mittelohrdruck

Dabei bläst das Kind durch jeweils ein Nasenloch in ein kleines Röhrchen - das andere Nasenloch wird zugehalten - und blasen so einen Ballon auf. Durch den erhöhten Naseninnendruck soll die Verbindung zwischen Nase und Ohr wieder geöffnet, die Paukenhöhle belüftet und das Hörvermögen verbessert werden.

Ergebnis:  Bei 47,3 Prozent der Kinder, die den Nasenballon nutzten, war nach einem Monat der normale Mittelohrdruck wiederhergestellt, aber nur bei 35,6 Prozent der Kinder in der Kontrollgruppe. Drei Monate später betrug die Rate 49,6 Prozent zu 38,3 Prozent. Die Kinder in der Studiengruppe waren mehr Tage symptomfrei. Im ersten Monat machten 89 Prozent in der Nasenballon-Gruppe ihre Übungen, nach drei Monaten waren es noch 80 Prozent.

Der Nasenballon sei eine einfache und kostengünstige Behandlungsmöglichkeit für Kinder im Schul-Alter, die an einem Paukenerguss litten. Sie helfe auch, den überflüssigen Einsatz von Antibiotika zu reduzieren, so das Fazit der Studie.

Foto: Manuel Tennert

Hauptkategorie: Medizin

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