Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
21.03.2018

Nasen-Stent soll Schnarchen verhindern

Ab der Lebensmitte schnarchen mehr als 60 Prozent der Männer, mit dem Älterwerden auch immer mehr Frauen. Kommen Atemaussetzer dazu, birgt das gesundheitliche Risiken. Ein Nasen-Stent soll das verhindern.
schnarchen, schlafstörung, schlaf-apnoe

Ein Silikonröhrchen soll die Luftdurchleitung verbessern und so das Schnarchen verhindern

Ab der Lebensmitte schnarchen mehr als 60 Prozent der Männer, mit dem Älterwerden auch immer mehr Frauen. Das vertreibt nicht nur den Partner aus dem Doppelbett, sondern ist eine erstzunehmende Schlafstörung. Kommen Atemaussetzer (Schlaf-Apnoe) dazu, bedeutet das schwerwiegende gesundheitliche Risiken.

Die häufigsten Ursachen für das Schnarchen sind Veränderungen im Naseninneren oder Verengungen im Bereich des weichen Gaumens oder  des Zungengrundes, die zu einer ungünstigen Luftdurchleitung führen. In der Folge ist die Atmung nachhaltig eingeschränkt, bis hin zur gefährlichen Atemaussetzern (Schlaf-Apnoe).

Schlaf ist weniger erholsam

Betroffene schlafen weniger entspannt, haben weniger Tiefschlafphasen, und es mangelt an Sauerstoff im Blut. Der Schlaf wird häufig unterbrochen, der Körper kann sich nicht ausreichend regenerieren und steht unter Dauerstress. Das begünstigt Tageschläfrigkeit, den im Straßenverkehr lebensgefährlichen Sekundenschlaf und Herz- und Gefäßkrankheiten wie Schlaganfall oder Herzinfarkt.

Bislang bekannte Anti-Schnarchmethoden führten nur zu mäßigen Erfolgen oder wurden aufgrund erheblicher Beeinträchtigungen (OP,  Tragen einer Atemmaske) gar nicht oder nur bedingt angenommen. Ein japanisches Unternehmen (Seven Dreamers Laboratories) hat gegen das Schnarchen nun einen Nasen-Stent entwickelt.

 

Nasen-Stent soll Schnarchen wirksam verhindern

Er ist seit 2014 in Japan und einigen asiatischen Ländern zugelassen, seit 2017 auch in den USA, China und Europa. Nun ist  das Silikon-Röhrchen in Frankreich, den Niederlanden und auch in Deutschland erhältlich.

So soll der Nasen-Stent das Schnarchen verhindern: Der Patient führt vor dem Schlafengehen den steril verpackten, biegsamen und mit einem Gleitgel beschichteten Stent vorsichtig so weit in die Nase ein, bis das Endstück den weichen Gaumen in der Nähe des Zäpfchens erreicht. Zum Schluss wird der Stent am Nasensteg befestigt, um ein Verrutschen oder Verschlucken zu verhindern.

Dem Hersteller zufolge passt sich das Röhrchen ohne Fremdkörpergefühl der inneren Nasenanatomie an, hält die Luftströmung in den oberen Atemwegen offen und verhindert die Gaumenvibration und damit Schnarchen und Atemaussetzer. Morgens kommt der Stent in den Hausmüll.

Alternative zu OP,  Schiene oder Atemmaske

„Bei Verengungen im Bereich des weichen Gaumens steht damit erstmalig eine wirksame Alternative zur Verfügung für alle, die keine Atemmaske, Schnarcherschiene oder Operation akzeptieren und unter Schnarchen sowie milder bis mäßiger Schlafapnoe leiden“, sagt Dr. Joachim T. Maurer, Oberarzt und Leiter des schlafmedizinischen Zentrums an der Universitäts-HNO-Klinik Mannheim.

Der Stent ist online und ab April 2018 in Apotheken unter dem Handelsnamen nastent erhältlich, heißt es in einer Pressemitteilung der deutschen Vertriebsfirma Neuwirth Medicare. Wichtig sei die richtige Länge des Nasen-Stents, sein Ende sollte im Idealfall ein wenig über den weichen Gaumen hinausragen. Deshalb gibt das Röhrchen in acht unterschiedlichen Längen, für das rechte und das linke Nasenloch.

Eine Störung oder Erkrankung des Nasen-Rachenraums sollte vorab beim HNO-Arzt ausgeschlossen werden, denn dann darf der Stent nicht eingesetzt werden. Der Arzt könnte auch die passende Länge für den Stent empfehlen, heißt es weiter in der Mitteilung.

Foto: paolese/fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Schlafstörung
 

Weitere Nachrichten zum Thema Schnarchen

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Eine mögliche Nebenwirkung der Covid-19-Impfung mit AstraZeneca ist die Hirnvenen-Thrombose. Geimpfte mit Kopfschmerzen sollten deshalb umgehend einen Augenarzt aufsuchen. Warum? Eine Schwellung des Sehnervs ist das häufigste klinische Anzeichen dieser Impfkomplikation. So lässt sich ein Verdacht am schnellsten bestätigen – oder ausschließen.

Chinin ist ein altes Hausmittel gegen fiebrige Erkältungskrankheiten. Wissenschaftler aus Tübingen wollen die antivirale Wirkung nun im Kampf gegen COVID-19 nutzen. Erste Experimente an Zellkulturen zeigten bereits Erfolge.

Wer einen nachgewiesenen Vitamin D-Mangel hat, sollte sich öfter unter freiem Himmel bewegen oder – wenn das nicht reicht – Vitamin D-Präparate zu sich nehmen. Doch nicht jeder benötigt zusätzliches Vitamin D, selbst im Winter nicht.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin