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Nahrungsmittelallergiker haben deutlich geringeres Risiko für SARS-CoV-2-Infektion

Dienstag, 14. Juni 2022 – Autor:
Nahrungsmittelallergiker haben ein deutlich geringeres Risiko für eine SARS-CoV-2-Infektion. Das zeigt eine US-Studie. Asthma erhöht das Ansteckungs-Risiko nicht.
Ungünstig für Menschen mit bestimmten Nahrungsmittelallergien: Eier, Meeresfrüchte, Weizenmehl, Milch, Nüsse

– Foto: Adobe Stock/Monticellllo

Nahrungsmittelallergiker haben ein geringeres Risiko für eine SARS-CoV-2-Infektion. Das zeigt eine Studie des US-amerikanischen National Institute of Allergy and Infectious Diseases. Bei Asthma ist das Risiko für eine Ansteckung nicht erhöht. Bei Fettleibigkeit und einem hohen BMI hingegen schon.

Im Rahmen der HEROS-Studie wurden mehr als 4.000 Personen in fast 1.400 Haushalten, in denen mindestens eine Person im Alter von 21 Jahren oder jünger war, auf eine SARS-CoV-2-Infektion überwacht. Das passierte zwischen Mai 2020 und Februar 2021 in zwölf US-Städten vor der breiten Einführung von Covid-19-Impfstoffen.

Nahrungsmittelallergiker: Geringeres Risiko für SARS-CoV-2-Infektion

Die Teilnehmer wurden aus bestehenden Studien rekrutiert, die sich auf allergische Erkrankungen konzentrierten. Ungefähr die Hälfte der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen hatte nach eigenen Angaben Nahrungsmittelallergien, Asthma, Ekzeme oder allergische Rhinitis.

Ergebnis: Eine Nahrungsmittelallergie halbierte das Ansteckungsrisiko. Nahrungsmittelallergiker haben damit ein geringeres Risiko für eine SARS-CoV-2-Infektion. Asthma, Ekzeme und allergische Rhinitis waren nicht mit einem verringerten Infektionsrisiko verbunden, erhöhten es aber auch nicht. Allerdings waren die Teilnehmer mit Nahrungsmittelallergie gegen dreimal so viele Allergene allergisch wie die Teilnehmer ohne Nahrungsmittelallergie.

 

Nahrungsmittelallergien mit Bluttests bestätigt

Die selbst berichteten Nahrungsmittelallergien wurden in Stichproben mit Bluttests auf Immunglobulin E (IgE)-spezifische Antikörper überprüft, es ergab sich eine Übereinstimmung. Zugleich wurde festgestellt, dass Nahrungsmittelallergiker ebenso in Restaurants und anderen öffentlichen Orten verkehren wie Nichtallergiker. Somit scheidet das als Ursache für das geringere Infektionsrisiko aus.

Die Autoren vermuten, dass Typ-2-Entzündungen, die charakteristisch für allergische Erkrankungen sind, die Anzahl der ACE2-Rezeptoren auf der Oberfläche von Atemwegszellen verringern könnten. SARS-CoV-2 verwendet diesen Rezeptor, um in Zellen einzudringen.

Kinder infizierten sich ebenso oft wie Erwachsene

Außerdem ergaben sich neue Erkenntnisse über das Infektionsgeschehen: Kinder, Jugendliche und Erwachsene hatten dieselbe Wahrscheinlichkeit einer SARS-CoV-2-Infektion. Die Viruslast variierte innerhalb jeder Altersgruppe und konnte bei Kindern ebenso hoch sein wie bei Erwachsenen.

Bei 75 Prozent der Kinder, 59 Prozent der Teenager und 38 Prozent der Erwachsenen verliefen die Infektionen asymptomatisch. In 58 Prozent der Haushalte, in denen sich eine Person infizierte, wurde SARS-CoV-2 auf mehrere Haushaltsmitglieder übertragen. Symptomatische Patienten stecken ihre Familienmitglieder eher an als asymptomatische.

Fettleibigkeit erhöht das Infektionsrisiko

Zugleich zeigte sich, das Fettleibigkeit nicht nur die Schwere der Erkrankung befördert, sondern auch das Infektionsrisiko. Teilnehmer, die übergewichtig oder fettleibig waren, hatten ein um 41 Prozent höheres Infektionsrisiko als diejenigen, die es nicht waren. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Journal of Allergy and Clinical Immunology veröffentlicht.

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Allergie , Nahrungsmittelallergie , Heuschnupfen , Asthma , Coronavirus , Übergewicht , Adipositas
 

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