. Krebsprävention

Nahrungsergänzungsmittel schützen nicht vor Krebs

Viele Menschen glauben, sich durch Nahrungsergänzungsmittel vor Krankheiten schützen zu können. Im Fall von Krebs gibt es dafür keine sicheren Belege. Manchmal schaden die Mittel sogar.
Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln

Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln

Nahrungsergänzungsmittel werden zum Teil als wahre Wundermittel angepriesen. Zwar dürfen bei der Werbung von Vitamintabletten und Co. in Deutschland keine direkten Aussagen über krankheitsbezogene Wirkungen gemacht werden, aber dennoch wird vermittelt, dass sie unsere Gesundheit fördern können. Viele Menschen glauben daher, sich durch die Extra-Portion Vitamine oder Mineralstoffe vor Krankheiten wie zum Beispiel Krebs schützen zu können. Eine Umfrage in den USA hat ergeben, dass viele Menschen sogar dann noch Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen würden, wenn deren präventive Wirkung eindeutig widerlegt wäre. Zu tief sitzt die Hoffnung, damit vielleicht doch eine ungesunde Ernährung ausgleichen zu können.

Neuere Studien sprechen jedoch eine andere Sprache. Aus Tierexperimenten und klinischen Studien gibt es zwar vereinzelt Hinweise, dass die gezielte Zufuhr von Antioxidantien, Vitaminen, Folsäure und anderen Stoffen für die Krebsprävention nützlich sein könnte, doch wirklich beweisen liess sich das bisher nicht. Zudem scheinen Nahrungsergänzungsmittel das Risiko, an Krebs zu erkranken, unter Umständen sogar erhöhen zu können. Dies wurde jüngst in einer Studie zu Alpha-Tocopherol und Selen gezeigt. In der von kalifornischen Forschern um Dr. Maria Elena Martinez durchgeführten SELECT-Studie mit mehr als 35.500 Männern wurde geprüft, ob diese Stoffe das Risiko für Prostatakrebs senken können. Nach fünfeinhalb Jahren wurde die Studie abgebrochen, weil die Gruppe der Männer, welche die Nahrungsergänzungsmittel zu sich nahmen, nicht weniger Fälle von Krebs aufwies als die Vergleichsgruppe.

Vitamintabletten und Co. können sogar schaden

In der Nachbeobachtung stellte sich sogar heraus, dass die Probanden, die Alpha-Tocopherol eingenommen hatten, häufiger an Prostatakrebs erkrankt waren als die anderen. Das Risiko erhöhte sich um 17 Prozent. Ein ähnlich negatives Ergebnis hatte eine Analyse aus dem Jahr 2007 erbracht, in der die Resultate von 68 Studien zur Wirkung von verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln überprüft worden waren. Es zeigte sich, dass die Einnahme von Vitamin A, E und Beta-Karotin mit einer erhöhten Sterberate verbunden war. Eine andere Analyse mehrerer Studien zur Supplementation mit Folsäure zur Prävention von Darmkrebs hatte gezeigt, dass die Einnahme das Krebsrisiko nicht senken konnte. Aus weiteren Studien gab es sogar Hinweise zur Erhöhung des Risikos von Prostatakarzinomen durch eine Zufuhr von Folsäure-Präparaten.

Nicht immer ist die Datenlage einheitlich. So gibt es zur krebspräventiven Wirkung von Vitamin D widersprüchliche Ergebnisse. In bestimmten Fällen kann die gezielte Einnahme von Vitamin- oder Mineralstoffpräpaten auch durchaus gerechtfertigt sein, besonders dann, wenn ein nachgewiesener Mangel vorherrscht. Doch viele Experten raten dazu, vorsichtig gegenüber den Versprechungen in Bezug auf Nahrungsergänzungsmittel zu sein und vor einer Einnahme lieber einen Arzt zu befragen. Unbestritten hingegen ist die gesundheitsfördernde Wirkung einer ausgewogenen Ernährung - wenn diese gegeben ist, ist eine Zufuhr von Nahrungsergänzungsmitteln meistens sowieso unnötig.

Foto: cirquedesprit/fotolia.com

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