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Nährwert-Ampel Nutri-Score hilft den Verbrauchern

Donnerstag, 25. August 2022 – Autor:
Forscher der Universität Göttingen untersuchten den 2020 eingeführten Nutri-Score, der den Nährwert eines Lebensmittels kennzeichnet. Ergebnis: Er hilft den Verbrauchern.
Der Nutri-Score hilft den Nährwert eines Produktes besser einzuschätzen

– Foto: Adobe Stock/Romain TALON

Forscher der Universität Göttingen untersuchten den 2020 eingeführten Nutri-Score, der den Nährwert eines Lebensmittels kennzeichnet.

Sie fanden heraus, dass die Lebensmittel-Ampel einer Irreführung durch Werbeslogans zum Zuckergehalt von Lebensmitteln entgegenwirken kann. Sie hilft folglich den Verbrauchern. Die Studie ist in der Fachzeitschrift PLosOne erschienen.

Angeben zum Zuckergehalt können in die Irre führen

Ein hoher Zuckerkonsum wird mit einem erhöhten Risiko für Übergewicht und anderen gesundheitlichen Problemen in Verbindung gebracht. Einige Unternehmen kennzeichnen ihre Produkte daher mit Angaben zum Zuckergehalt wie "ohne Zuckerzusatz" oder "weniger süß".

Die Verbraucher können solche Angaben jedoch so interpretieren, dass ein Lebensmittel gesünder scheint, als es tatsächlich ist. Erstautorin Dr. Kristin Jürkenbeck hat mit einem Team untersucht, wie der Nutri-Score mit der Kennzeichnung des Zuckergehalts zusammenwirken könnte.

 

Nährwert-Ampel Nutri-Score hilft den Verbrauchern

Dazu führte das Forschungsteam eine Online-Umfrage unter 1.103 Teilnehmern durch. Sie befragten die Testpersonen,  für wie gesund sie die Produkte hielten, nachdem ihnen Bilder von realitätsnah gestalteten Verpackungen für drei Produkte (Instant-Cappuccino, Schokoladenmüsli, Haferdrink) mit unterschiedlichen Kombinationen von Süße-Angaben sowie dem Nutri-Score präsentiert wurden.
 
Angaben über einen reduzierten Zuckergehalt ohne Kennzeichnung mit dem Nutri-Score führte bei den Teilnehmern tatsächlich zu einer Überschätzung der Nährwert-Qualität eines Produktes. Der Nutri-Score wirkte diesen Effekten entgegen und verringerte die Fehlerwartungen. Er hilft also den Verbrauchern.

Im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbandes

"Die Ergebnisse bestätigen internationale Forschungsarbeiten, die die intuitive Verständlichkeit des Nutri-Scores hervorheben“, sagt Kristin Jürkenbeck. in einer Pressemitteilung. "Als freiwillige Form, um Nährwerte weitergehend zu kennzeichnen, wird die ernährungspolitische Bedeutung allerdings begrenzt bleiben. Wir fordern eine verbindliche Kennzeichnung mit dem Nutri-Score, damit Verbraucherinnen und Verbraucher Werbeaussagen zum Zuckergehalt besser einschätzen können."

Die Studie wurde im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitforschung zum Projekt Lebensmittelklarheit im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbandes erstellt.

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