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Nächtlicher Bluthochdruck besonders gefährlich

Patienten mit Bluthochdruck haben ein erhöhtes Risiko für Herzinsuffizenz, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Nächtlicher Bluthochdruck ist dabei besonders gefährlich. Blutdrucksenker sollten daher zur Bettzeit eingenommen werden.
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Bluthochdruck: Der tagsüber gemessene Blutdruck sagt weniger über weitere Krankheits-Risiken aus als der im Schlaf gemessene

Patienten mit Bluthochdruck haben ein erhöhtes Risiko für Herzinsuffizenz, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Besonders ausschlaggebend sind dabei die nächtlichen Blutdruckwerte. Das zeigten Forscher um Ramón C. Hermida von der Universität Vigo. Sie raten Patienten daher, mindestens einen Blutdrucksenker vor dem Schlafengehen einzunehmen.

An der entsprechenden Untersuchung im Rahmen des Hygia-Projekts nahmen insgesamt 18.078 Patienten mit Bluthochdruck teil, die zwischen 2008 und 2015 rekrutiert wurden. Das Durchschnittsalter betrug 59 Jahre, 54 Prozent waren Männer. Bei der Aufnahme und den anschließenden jährlichen Kontroll-Untersuchungen wurde jeweils über 48 Stunden ihr Blutdruck gemessen.

Bluthochdruck nach bestimmten Messwerten festgelegt

Bluthochdruck wurde anhand folgender Kriterien festgelegt:  Ein systolischer und diastolischer Wert ab 135/85 mm Hg im wachen Zustand und ein systolischer und diastolischer Wert ab 120 /70 mm Hg während des Schlafens.

Zum Zeitpunkt der Rekrutierung litten insgesamt 15.674 Teilnehmer an Bluthochdruck. 9.709 dieser Probanden waren bis dato unbehandelt. Sie erhielten eine Blutdrucktherapie. Bei jedem Besuch werteten die Ärzte die Blutdruckwerte aus. Wenn bestimmte Werte überschritten wurden, erweiterten sie die Bluthochdruckbehandlung.

 

Nächtlicher Bluthochdruck besonders gefährlich

Innerhalb von 5 Jahren nach dem ersten Besuch kam es bei 2.311 Personen zu Herz-Kreislauf-Ereignissen. Dazu zählten kardiovaskulärer Tod, Myokardinfarkt, koronare Revaskularisation, Herzinsuffizienz und Schlaganfall. Der während der Schlafenszeit gemessene Blutdruckwert erwiesen sich als der signifikanteste Risikofaktor für solche Komplikationen, unabhängig von den tagsüber gemessenen Werten.

Nächtlicher Bluthochdruck ist also besonders gefährlich. Zugleich war das erfolgreiche Senken des nächtlichen Blutdrucks der deutlichste Marker für das ereignisfreie Überleben, unabhängig von Änderungen des im Wachzustand in der Praxis oder zuhause gemessenen Blutdrucks.

Bluthochdruck: Blutdrucksenker abends einnehmen

Wenn der Blutdruck zur Schafenszeit auf einen bestimmten Mittelwert eingestellt war, blieb nur dieser ein signifikanter Prädiktor der kardiovaskulären Komplikationen, unabhängig davon, ob die im tagsüber gemessenen Blutdruckwerte normal oder erhöht war. Sich auf die Blutdruckmessung in der Arzt-Praxis zu verlassen, war daher mit einer Fehleinschätzung der Risiken von 47 Prozent verbunden, heißt es in der Studie, die im Fachmagazin European Heart Journal veröffentlicht wurde.

Vorderstes Therapie-Ziel sollte die Senkung des nächtlichen Blutdruckes sein. Patienten, die mindestens ein blutdrucksenkendes Medikament vor dem Schlafengehen einnahmen, hatten eine signifikant geringere Risiko-Rate als die Patienten, die die täglich verordnete Dosis von Blutdrucksenkern nach dem Aufwachen einnahmen. Fazit der Forscher: Es wäre ratsam, allen Bluthochdruck-Patienten die 48-Stunden-Blutdruck-Messung anzubieten.

Foto: zinkevych/fotolia.com

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