Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Nach Valsartan steht auch der Blutdrucksenker Losartan unter Krebsverdacht

Diverse Blutdrucksenker aus der Wirkstoffgruppe der Sartane werden augenblicklich auf krebserregende Stoffe untersucht. Nach Valsartan haben die Arzneimittelbehörden nun auch den Wirkstoff Losartan eines indischen Herstellers aus dem Verkehr gezogen.
Sartane, krebserregend

Auf der Suche nach krebserregenden Stoffen in Blutdruckmitteln: Bei Valsartan und Losartan sind die Behörden schon fündig geworden

Im Juli war eine Rückrufaktion von Valsartan-haltigen Blutdruckmedikamenten gestartet: Bestimmte Chargen eines chinesischen Herstellers waren mit dem krebserregenden Stoff N-Nitrosodimethylamin (NDMA) verunreinigt. Im Rahmen des laufenden Risikobewertungsverfahrens werden neben valsartanhaltigen Fertigarzneimitteln weitere Sartane auf NDMA- bzw. NDEA-Verunreinigungen von einer amtlichen Arzneimitteluntersuchungsstelle untersucht.

Losartan aus Indien ebenfalls verunreinigt

Dabei hat das damit beauftragte Official Medicines Control Laboratory (OMCL) nun auch in Losartan geringe Mengen des krebserregenden Stoffes NDEA nachgewiesen. Die Verunreinigungen betreffen bislang Losartan von der indischen Firma Hetero Labs. Die betroffenen Arzneimittel wurden seitens des pharmazeutischen Unternehmers in Quarantäne genommen und werden somit nicht mehr in den Markt ausgeliefert, versichert das das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Auch deutsche Hersteller von Generika nutzen Losartan aus Indien für ihre Arzneimittel.

 

Bestimmte Sartane anfällig

Neben Valsartan und Losartan werden die Wirkstoffe Candesartan, Irbesartan, Olmesartan auf mögliche Verunreinigungen mit krebserregenden Stoffen untersucht. Wie Valsartan haben diese Sartane ein spezifisches Ringsystem (Tetrazol-Ring), dessen Synthese unter bestimmten Bedingungen zu der Bildung der Verunreinigungen NDMA bzw. NDEA führen kann. Weitere Sartane, wie Eprosartan und Telmisartan, die nicht dieses Ringsystem beinhalten, sind von dem Risikobewertungsverfahren nicht betroffen.

Sartane jetzt absetzen?

Sartane sind sogenannte Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten, die blutdrucksenkend wirken. Daher werden sie zur Behandlung einer arteriellen Hypertonie (Bluthochdruck) eingesetzt oder auch bei einer Herzinsuffizienz. Desweiteren werden Sartane Patienten nach einem Herzinfarkt verschrieben oder Patienten, die neben Nierenerkrankungen zusätzlich eine Hypertonie und einen Typ-2-Diabetes mellitus haben.

Patienten rät das BfARM, die Arzneimittel nicht ohne Rücksprache mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt absetzen, da das gesundheitliche Risiko eines Absetzens um ein Vielfaches höher liege als das mögliche Risiko durch eine Verunreinigung.

Foto: pixabay

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Bluthochdruck , Arzneimittel , Krebs
 

Weitere Nachrichten zum Thema Sartane

16.08.2018

Mehrere Präparate des Blutdrucksenkers Valsartan mussten zurückgerufen werden, weil sie mit dem vermutlich krebserregenden Stoff N-Nitrosodimethylamin verunreinigt sind. Nun wurden weitere betroffene Valsartan-Präparate gefunden.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Eine mögliche Nebenwirkung der Covid-19-Impfung mit AstraZeneca ist die Hirnvenen-Thrombose. Geimpfte mit Kopfschmerzen sollten deshalb umgehend einen Augenarzt aufsuchen. Warum? Eine Schwellung des Sehnervs ist das häufigste klinische Anzeichen dieser Impfkomplikation. So lässt sich ein Verdacht am schnellsten bestätigen – oder ausschließen.

Chinin ist ein altes Hausmittel gegen fiebrige Erkältungskrankheiten. Wissenschaftler aus Tübingen wollen die antivirale Wirkung nun im Kampf gegen COVID-19 nutzen. Erste Experimente an Zellkulturen zeigten bereits Erfolge.

Wer einen nachgewiesenen Vitamin D-Mangel hat, sollte sich öfter unter freiem Himmel bewegen oder – wenn das nicht reicht – Vitamin D-Präparate zu sich nehmen. Doch nicht jeder benötigt zusätzliches Vitamin D, selbst im Winter nicht.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin