Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
26.08.2019

Nach überstandener Sepsis bleiben oft erhöhte Entzündungswerte

Ein wesentlicher Entzündungsmarker bleibt bei vielen Patienten, die eine Sepsis (Blutvergiftung) erlitten, auch ein Jahr nach ihrer Krankenhausentlassung noch erhöht. Das ist mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden.
Bluttest, Entzündungsmarker, hsCRP

Bei vielen Sepsis-Patienten bleibt langfristig der Wert des Entzündungsmarkers hsCRP erhöht

Ein wesentlicher Entzündungsmarker bleibt bei vielen Patienten, die eine Sepsis (Blutvergiftung) überstanden, auch ein Jahr nach ihrer Krankenhausentlassung noch erhöht.

Diese Patienten hatten ein höheres Risiko für Tod, eine erneute Krankenhauseinweisung und kardiovaskuläre Ereignisse als andere Überlebende. Das ist das Ergebnis einer US-Studie, die im Fachmagazin JAMA veröffentlicht wurde.

Blutproben nach Entlassung aus der Klinik

Ein Team um Dr. Sachin Yende von der Universität von Pittsburgh untersuchte 483 Patienten (Durchschnittsalter 60,5 Jahre), darunter 376 mit mindestens einer chronischen Krankheit, die die Sepsis überlebten.

Drei, sechs und zwölf Monate nach der Entlassung aus dem Krankenhaus interviewten Yende und Kollegen die Patienten und entnahmen Blutproben. Bei 26 Prozent der Patienten maßen sie doppelt so hohe Werte des Entzündungsmarkers hsCRP, bei 49 Prozent doppelt so hohe Werte des Immunsuppressionsmarkers sPDL1.

 

Fast 18 Prozent starben im folgenden Jahr

Im folgenden Jahr wurden 205 Patienten erneut ins Krankenhaus eingewiesen (42,5 Prozent), 17,6 Prozent starben dann innerhalb eines Jahres vor allem an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs.

Das Risiko war dabei größer für die Patienten mit erhöhten Werten als für diejenigne, deren Entzündungs- und Immunsuppressionswerte in den Wochen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus nahezu wieder normal waren.

Nach Sepsis bleiben oft erhöhte Entzündungswerte

Dass bei vielen Patienten nach überstandener Sepsis die Entzündungswerte hoch bleiben, bedeute, "dass wir über die Intensivstation und den Krankenhausaufenthalt hinaus mehr über Sepsis nachdenken müssen", so Dr. Yende in einer Presseerklärung. Es sei mehr Forschung notwendig, um die langfristigen Folgen einer Sepsis besser zu verstehen.

"Sepsis erhöht das Risiko für Herzkrankheiten und Schlaganfälle. Zum ersten Mal haben wir diese nachteiligen Folgen mit einer anhaltenden Entzündung in Verbindung gebracht", ergänzte Co-Autor Dr. Derek Angus.

Foto: jarun011/fotolia.com

 

Weitere Nachrichten zum Thema Sepsis

11.09.2020

Jedes Jahr sterben etwa 75.000 Deutsche an einer Sepsis – die Dunkelziffer ist sogar weit höher. Viele Betroffene könnten gerettet werden, doch oft werden die Symptome zu spät erkannt. Dabei gibt es durchaus Warnzeichen, die auf eine Sepsis hinweisen.

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
 
Weitere Nachrichten
Zuckungen, Taubheitsgefühle, Krampfanfälle: Psychische Extremsituationen in der frühen Kindheit können sich bei Erwachsenen in Form von irreführenden körperlichen Symptomen äußern, die oft Fehldiagnosen auslösen. Dann werden beispielsweise „epileptische Anfälle" behandelt, die keine sind – manchmal jahrelang. Als erstes Uniklinikum bundesweit bietet das in Bonn jetzt für „dissoziative Störungen“ eine Spezialsprechstunde an.


Kinder reagieren besonders sensibel auf Giftstoffe im Tabakrauch. Ihr Körper kann Gifte dazu noch schlechter abbauen. Wer als Erwachsener in Gegenwart von Kindern raucht, erhöht deren Risiko, Asthma und andere Krankheiten zu bekommen. Darauf weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) anlässlich des Deutschen Lungentags am 25. September hin.
 
Kliniken
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin