. Blutvergiftung

Nach überstandener Sepsis bleiben oft erhöhte Entzündungswerte

Ein wesentlicher Entzündungsmarker bleibt bei vielen Patienten, die eine Sepsis (Blutvergiftung) erlitten, auch ein Jahr nach ihrer Krankenhausentlassung noch erhöht. Das ist mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden.
Bluttest, Entzündungsmarker, hsCRP

Bei vielen Sepsis-Patienten bleibt langfristig der Wert des Entzündungsmarkers hsCRP erhöht

Ein wesentlicher Entzündungsmarker bleibt bei vielen Patienten, die eine Sepsis (Blutvergiftung) überstanden, auch ein Jahr nach ihrer Krankenhausentlassung noch erhöht.

Diese Patienten hatten ein höheres Risiko für Tod, eine erneute Krankenhauseinweisung und kardiovaskuläre Ereignisse als andere Überlebende. Das ist das Ergebnis einer US-Studie, die im Fachmagazin JAMA veröffentlicht wurde.

Blutproben nach Entlassung aus der Klinik

Ein Team um Dr. Sachin Yende von der Universität von Pittsburgh untersuchte 483 Patienten (Durchschnittsalter 60,5 Jahre), darunter 376 mit mindestens einer chronischen Krankheit, die die Sepsis überlebten.

Drei, sechs und zwölf Monate nach der Entlassung aus dem Krankenhaus interviewten Yende und Kollegen die Patienten und entnahmen Blutproben. Bei 26 Prozent der Patienten maßen sie doppelt so hohe Werte des Entzündungsmarkers hsCRP, bei 49 Prozent doppelt so hohe Werte des Immunsuppressionsmarkers sPDL1.

 

Fast 18 Prozent starben im folgenden Jahr

Im folgenden Jahr wurden 205 Patienten erneut ins Krankenhaus eingewiesen (42,5 Prozent), 17,6 Prozent starben dann innerhalb eines Jahres vor allem an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs.

Das Risiko war dabei größer für die Patienten mit erhöhten Werten als für diejenigne, deren Entzündungs- und Immunsuppressionswerte in den Wochen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus nahezu wieder normal waren.

Nach Sepsis bleiben oft erhöhte Entzündungswerte

Dass bei vielen Patienten nach überstandener Sepsis die Entzündungswerte hoch bleiben, bedeute, "dass wir über die Intensivstation und den Krankenhausaufenthalt hinaus mehr über Sepsis nachdenken müssen", so Dr. Yende in einer Presseerklärung. Es sei mehr Forschung notwendig, um die langfristigen Folgen einer Sepsis besser zu verstehen.

"Sepsis erhöht das Risiko für Herzkrankheiten und Schlaganfälle. Zum ersten Mal haben wir diese nachteiligen Folgen mit einer anhaltenden Entzündung in Verbindung gebracht", ergänzte Co-Autor Dr. Derek Angus.

Foto: jarun011/fotolia.com

 

Weitere Nachrichten zum Thema Sepsis

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
 
. Weitere Nachrichten
Kopflausbefall ist europaweit die häufigste Parasiten-Erkrankung im Kindesalter. Fälschlicherweise wird der Befall oft auf mangelnde Hygiene zurückgeführt. Betroffene schämen sich und schweigen. Dabei ist es wichtig, über das Tabuthema offen zu sprechen und die Parasiten so schnell es geht zu behandeln. Sonst können sie weitere Familienmitglieder, Mitschüler oder Freunde befallen.
 
 
. Kliniken
. Interviews
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.