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16.10.2016

Nach Schlaganfall auf Depression oder Demenz achten

Ein Schlaganfall kann nicht nur körperliche Folgen haben, sondern auch die Psyche stark beeinträchtigen. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) fordert daher, besser auf mögliche Folgeerkrankungen wie Depressionen oder Demenz zu achten.
Schlaganfall-Nachsorge verbessern

Zwischen 20 und 30 Prozent der Patienten entwickeln nach einem Schlaganfall eine Depression

Nach einem Schlaganfall sind Patienten besonders gefährdet, an einer Depression oder einer Demenz zu erkranken. So hat beispielsweise eine Studie von Ärzten der Columbia University in New York im Jahr 2014 ergeben, dass das Risiko für eine durch den Schlaganfall bedingte Depression innerhalb des ersten Jahres bei 23 Prozent liegt. Dennoch werden diese und andere Folgeerkrankungen oft nicht oder erst spät erkannt beziehungsweise häufig nicht adäquat behandelt. Im Vorfeld des diesjährigen Weltschlaganfalltags fordern Vertreter der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) daher ein besseres Nachsorgekonzept für Schlaganfall-Patienten.

Nachsorge muss verbessert werden

Die Akutversorgung von Schlaganfall-Patienten wird immer besser, doch in der langfristigen Weiterversorgung gibt es einige Mängel. „Damit die Gefahren rechtzeitig erkannt werden, benötigen Patienten auch nach der Reha eine umfassende Nachsorge“, betont auch Professor Armin Grau, Direktor der Neurologischen Klinik mit Klinischer Neurophysiologie am Klinikum der Stadt Ludwigshafen und 3. Vorsitzender der DSG. „Eine strukturierte Nachsorge ist auch notwendig, damit eine bestmögliche Versorgung mit Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie rechtzeitig in die Wege geleitet werden kann.“

Die DSG plädiert vor allem für eine sektor- und berufsgruppenübergreifende Weiterversorgung: „Um eine strukturierte Nachsorge zu ermöglichen, sollte ein regionales Schlaganfallnetzwerk mit einem Schlaganfallfallkoordinator – also einem Facharzt für Neurologie – und einer spezialisierten Pflegekraft, der ‚stroke nurse‘, zum Einsatz kommen“, meint Grau. Wichtig sei dabei, dass eine enge Kommunikation und Koordination zwischen allen Ärzten und Therapeuten erfolge. Zudem sollten Patienten und ihre Angehörigen ausführlich über das Krankheitsbild informiert und aufgeklärt und bezüglich präventiver Maßnahmen motiviert werden.

 

Regionale Netzwerke stärken

Nach Ansicht des Schlaganfall-Experten sind weitere Elemente in einem solchen regionalen Schlaganfallnetzwerk wichtig: „Ein Gesunderhaltungspass kann dabei helfen, die Behandlung von Patienten gezielt zu dokumentieren“, so Grau. „Durch regelmäßige Untersuchungen in der Klinik sowie beim Haus- und Facharzt können zudem Risikofaktoren und mögliche Folgeerkrankungen überprüft werden.“ Die DSG setzt sich derzeit für die Erprobung solcher Netzwerke im Rahmen einer Studie ein. Dazu hat sie einen Antrag im Rahmen des Innovationsfonds der Bundesregierung gestellt.

Foto: bilderstoeckchen - Fotolia.com

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Hauptkategorien: Demografischer Wandel , Medizin
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