. Langzeitstudie

Nach Frühgeburt: Gesundheitszustand im Erwachsenenalter besser als gedacht

Frühgeborene haben höheres Risiko für Gesundheitsprobleme. Eine Studie hat nun herausgefunden, dass ihr späterer Gesundheitszustand offenbar besser ist, als viele Eltern meinen.
Lebenslange Sorge um das Wohl frühgeborener Kinder oft unbegründet

Lebenslange Sorge um das Wohl frühgeborener Kinder oft unbegründet

Wird ein Kind vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren, spricht man von einer Frühgeburt. Vor allem extrem kleine Frühchen, die vor der 32. Schwangerschaftswoche oder mit einem Gewicht von weniger als 1.500 Gramm geboren wurden haben, ein höheres Risiko für Gesundheitsprobleme. So können nicht ausgereifte Organe und ein unreifes Immunsystem zu bleibenden Beeinträchtigungen führen. Verständlich, dass sich Eltern ein Leben lang Sorgen um ihren Nachwuchs machen. Wissenschaftler haben aber nun herausgefunden, dass es eine große Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung der Eltern und ihrer heranwachsenden Kinder gibt.

Diskrepanz zwischen Eltern und ihren frühgeborenen Kindern

In einer Studie befragten sie 260 Kinder, die als extrem kleine Frühchen zur Welt kamen, sowie ihre Eltern. Die Befragung wurde erstmals durchgeführt als die Kinder 13 Jahre alt waren und 13 Jahre später wiederholt. Die Fragen drehten sich unter anderem um das Seh- und Hörvermögen, die sprachliche und emotionale Entwicklung sowie auch körperliche Geschicklichkeit, die Informationsverarbeitung im Gehirn und das Auftreten von Schmerzen.

Dabei zeigte sich, dass die Kinder der Meinung waren, weder ihr Gesundheitszustand noch ihre Lebensqualität habe sich im Laufe der Zeit verschlechtert. Die Eltern waren jedoch überwiegend der Meinung, dass mit zunehmendem Lebensalter Gesundheit und Lebensqualität ihrer Sprösslinge abgenommen haben. Nach der Befragung sehen Eltern insbesondere in den gesundheitsbezogenen Bereichen Emotionen und Schmerzen negative Entwicklungen, die von den Kindern aber so nicht bestätigt wurden.

Eltern sorgen sich um Lebensqualität ihrer Kinder

„Offenbar machen sich die Eltern mehr Sorgen um das Wohlbefinden der Frühgeborenen als die Betroffenen selbst“, kommentiert Studienart Prof. Peter Bartmann, Neonatologe am Universitätsklinikum Bonn, die Ergebnisse.

Die Studienergebnisse widersprechen nicht nur der landläufigen Meinung, sondern auch einer kanadischen Studie, wonach die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Frühgeborenen zum Erwachsenenalter hin abnimmt. „Unsere Studie hingegen konnte zeigen, dass dies nur für die Beurteilung durch die Eltern gilt“, sagt Erstautorin Nicole Baumann von der Abteilung Psychologie der University of Warwick. Dies sei eine wichtige Aussage für die Einschätzung der Lebensqualität von ehemals sehr kleinen Frühgeborenen im Erwachsenenalter.

Die Studie „Health-Related Quality of Life Into Adulthood After Very Preterm Birth” ist im Fachmagazin „Periadtrics“ erschienen. 

Foto: © dmitrimaruta - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin

Weitere Nachrichten zum Thema Frühchen

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.
Viele Patienten mit starkem Übergewicht können ihren Alltag nur schwer bewältigen oder sogar ihrem Beruf nicht mehr nachgehen. Trotzdem finanzierten die Krankenkassen eine medizinisch begründete Therapie offenbar nach Belieben, kritisieren Selbsthilfeverbände. Der Bundestag soll das jetzt ändern.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Interviews
Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS) bedeutet für viele Patienten meist einen weitgehenden Verlust ihres bisherigen Lebens. Dennoch gibt es bisher kaum wirksame Therapien und zu wenig Forschung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.