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21.12.2017

Nach der Hüftgelenk-OP schneller wieder mobil

Älteren Patienten erhalten nach einem Oberschenkelhalsbruch oft ein künstliches Hüftgelenk. Eine Stammzellen-Injektion während der OP könnte sie danach schneller wieder mobil machen.
Hüftgelenk-OP

Eine Zelltherapie sollen Senioren, denen ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt wurde, schneller wieder auf die Beine bringen

Patienten sollen nach einer Hüftprothesen-Implantation aufgrund einer Schenkelhalsfraktur wieder schneller auf die Beine kommen, das ist das Ziel des Projekts HIPGEN. Es wird vom Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien (BCRT) der Charité-Universitätsmedizin Berlin koordiniert.

In einer Phase-III-Studie wird jetzt untersucht, wie sich eine Fremdzelltherapie auf die Muskelheilung nach der Operation auswirkt. Ermöglicht wird die internationale Studie durch eine EU-Forschungsförderung in Höhe von 7,4 Millionen Euro.

Plazentazellen werden in das Muskelgewebe injiziert

Mit etwa einer Million Fälle pro Jahr stellen Hüftfrakturen die Gesundheitsversorgung der EU vor große Herausforderungen. Da besonders ältere Menschen betroffen sind, steigt der Versorgungsbedarf stetig weiter. Durch degenerative Alterungsprozesse, Muskelschwund und altersbedingte Veränderungen des Immunsystems verfügen die Patienten über eine meist eingeschränkte Regenerationskapazität.

HIPGEN setzt auf eine verbesserte Wiederherstellung der Muskelfunktion durch eine Therapie mit einer Art Stammzellen. „Während der Operation werden sogenannte PLX-Zellen in das verletzte Muskelgewebe injiziert. Das sind mesenchymale Zellen, die aus der Plazenta gewonnen werden und die eine Vielzahl regenerativer und immunmodulierender Eigenschaften besitzen“, erklärt Projektkoordinator Dr. Tobias Winkler, Orthopäde und Unfallchirurg am Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie sowie Leiter der muskuloskeletalen Zelltherapie am BCRT und dem Julius Wolff Institut der Charité.

 

Nach der Hüftgelenk-OP schneller wieder mobil

Nicht nur der Heilungsprozess soll gefördert sondern auch das Immunsystem stabilisiert werden, das durch die OP oft stressbedingt aus dem Gleichgewicht gerät. Insgesamt möchte das internationale Ärzte- und Forscherteam die Patienten nach der Operation schneller wieder mobil machen und die Sterblichkeitsrate senken.

„Konventionelle Therapien richten ihren Fokus meist auf die primäre Behandlung der Fraktur. Negative Folgeerscheinungen durch Beeinträchtigungen der Bewegungsfunktion und Stress bleiben meist unberücksichtigt“, so Winkler in einer Pressemitteilung.

Kontraktionskraft der Hüftmuskulatur steigern

Der Untersuchung gingen umfassende präklinische Studien und eine klinischen Phase-I/II-Studie voran, in der gezeigt werden konnte, dass die intramuskuläre Injektion von Plazentazellen die Kontraktionskraft und das Volumen von verletzter Hüftmuskulatur steigert.

Die Kooperationspartner des HIPGEN-Projektes sind die University of Oxford (England), das Odense University Hospital (Dänemark), das Centro di Ricerca E. Menni, Fondazione Poliambulanza-Istituto Ospedaliero (Italien), Pluristem Therapeutics (Isarel), Be the Partner (Deutschland), ICON Clinical Research (Irland), International Osteoporosis Foundation (Schweiz) und ALTA Ricerca e Sviluppo in Biotecnologie (Italien).

Foto: cirquedesprit/fotolia.com

Autor: bab
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