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Nach den Wechseljahren: Radikale Diät schwächt die Knochen

Fettleibige Frauen nach der Menopause können durch eine kalorienreduzierte Ernährung deutlich an Gewicht verlieren. Doch zugleich nimmt dadurch ihre Knochenmineraldichte ab - die Diät schwächt die Knochen.
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Eine Radikaldiät kann bei Frauen nach den Wechseljahren die Knochen schwächen

Fettleibige Frauen nach der Menopause können durch eine kalorienreduzierte Ernährung deutlich an Gewicht verlieren. Doch zugleich nimmt dadurch ihre Knochenmineraldichte (BMD) ab. Die Diät schwächt die Knochen.

Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, die im Fachmagazin JAMA Network Open veröffentlicht wurde. Forscher um Dr. Radhika Seimon von der University of Sydney rekrutierten dafür 101 adipöse Frauen nach der Menopause mit einem Durchschnittsalter von 58 Jahren und einem durchschnittlichen Body-Mass-Index von 34,4.

Suppen, Shakes und Proteinriegel

Sie erhielten eine mäßig kalorienreduzierte Diät (25 - 35 Prozent Reduktion) oder eine streng eingeschränkte Diät (65 - 75 Prozent Reduktion), die Suppen und Shakes als Mahlzeitenersatz und einen Proteinriegel enthielt.

Die moderate Intervention dauerte 12 Monate, während die schwere Intervention nur 4 Monate dauerte, wonach die Teilnehmer 8 Monate lang auf die moderate Diät umstellten. Die strenge Diät lieferte 1.200 Milligramm Kalzium und 15 Mikrogramm Vitamin D täglich. Beide Diäten hatten eine vorgeschriebene Proteinaufnahme von 1 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Die körperliche Aktivität wurde für beide Gruppen gefördert, jedoch nicht überwacht.

 

Nach den Wechseljahren: Radikale Diät schwächt die Knochen

Die zweite Gruppe verlor mehr Gesamtkörpergewicht (- 6,6 kg) und Ganzkörperfettmasse (- 5,5 kg). Doch in der strengen Diät-Gruppe sank im Verlauf der zwölfmonatigen Intervention die Knochenmineraldichte (BMD) an der Hüfte (- 0,017 g/cm2). Die radikale Diät schwächte bei Frauen nach den Wechseljahren also die Knochen.

"Die Konsequenzen eines beschleunigten BMD-Verlusts bei stark kalorienbeschränkter Behandlung von Fettleibigkeit sind klinisch relevant, insbesondere wenn der BMD-Verlust über die zwölfmonatige Intervention hinaus anhält, da er mit einem erhöhten Risiko für Osteoporose und Fragilitätsfrakturen in Verbindung gebracht wird", so das Team um Seimon.

Vorteile des Gewichtsverlustes

Andererseits müsse der Knochenverlust im Licht der vorteilhaften Auswirkungen eines erheblichen Gewichtsverlusts auf andere Gesundheitsergebnisse und Gesundheitskosten berücksichtigt werden. So erhöht Übergewicht das Risiko für Diabetes 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Gesamtsterblichkeit.

Im Allgemeinen wird eine Gewichtsabnahme von 3 bis 5 Prozent  als klinisch signifikant anerkannt. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass eine stärkere Gewichtsabnahme die Gesundheitsergebnisse dosisabhängig weiter verbessert.

Dazu kam: Die Teilnehmer an der schweren Diät brachen die Studie mit dreimal geringerer Wahrscheinlichkeit ab als Teilnehmer an der mittelschweren Diät. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass der erhebliche und rasche Gewichtsverlust ermutigend und das Mahlzeitenersatzprogramm einfach und bequem zu handhaben war.

Vorsicht bei Osteopenie und Osteoporose

Die Autoren der Studie riefen dennoch zur Vorsicht bei der Umsetzung streng restriktiver Diäten bei Frauen nach der Menopause auf - "insbesondere bei Frauen mit Osteopenie oder Osteoporose, bei denen gleichzeitige knochenstärkende Behandlungen - zum Beispiel Muskelstärkungsübungen - empfohlen werden."

Weitere Untersuchungen erforderlich, um die langfristigen Folgen des BMD-Verlusts für die Gesundheitsergebnisse zu bestimmen und zu klären, wie BMD-Verluste bei Frauen nach den Wechseljahren während und nach diesen Diäten verhindert werden könnten.

Foto: Lightfield Studios/fotolia.com

Autor: bab
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