. Chirurgie

Nach dem Einsetzen von Knie- oder Hüft-Prothese schneller wieder mobil

Mit einer "Fast track" genannten Behandlungs-Methode sollen Patienten nach dem Einsetzen einer Knie- oder Hüft-Prothese schneller wieder mobil werden. Eingeführt wird sie jetzt am Universitätsklinikum Leipzig.
Kniegelenk, hüftgelenk, chirurgie, endoprothese, prothese, schmerzen, gelenkschmerzen

Mit einer "Fast track" genannten Behandlungs-Methode sollen Patienten nach dem Einsetzen einer Knie- oder Hüft-Prothese schneller wieder mobil werden. Sie beginnen nur kurze Zeit nach der OP, ihr neues Implantat oder Gelenk zu belasten und ihre gewohnten Aktivitäten wieder aufzunehmen Das berichtet Prof. Andreas Roth von der Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie am Universitätsklinikum Leipzig.

Stationäre Aufenthaltszeiten von mehreren Wochen reduzieren sich so auf wenige Tage, so Prof. Roth. Die Patienten erhalten bereits vor der Operation eine Schulung, bei der ihnen gezeigt wird, welche Übungen sie unmittelbar nach der OP durchführen sollten und wie sie das neue Gelenk belasten und nutzen können.

Intensive Schmerztherapie nach der OP

Der operative Eingriff erfolgt minimalinvasiv unter Schonung der Muskelansätze. Großes Augenmerk legen die Mediziner auf die Schmerztherapie. Es hat sich gezeigt, dass mit geringeren Schmerzen unmittelbar nach der Operation bessere Ergebnisse erreicht werden, als wenn diese den Patienten in seiner Aktivität hemmen.

Mittels einer speziellen Operationstechnik und medikamentöser Therapie wird der Blutverlust gesenkt. "Dadurch ist es in Zukunft nicht mehr erforderlich, eine den Bluterguss ableitende Drainage in das operierte Gelenk zu legen, so dass hier langfristig weniger Komplikationen zu erwarten sind", berichtet Roth.

 

Am Tag der Operation steht der Patient wieder

Bereits am Tag der OP stehen Patienten zum ersten Mal wieder. Am nächsten Tag  belasten sie das neu operierte Gelenk nahezu komplett. Dadurch wird das Gangbild wieder normalisiert, die Muskulatur trainiert und der Aktionsradius vergrößert, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Nachsorge wird dem Zustand des Patienten angepasst. Dabei gibt es drei Möglichkeiten: Entweder beginnt er direkt eine stationäre Rehabilitation, oder er erhält kurzzeitig eine stationäre und anschließend eine ambulante Rehabilitation, oder er wechselt direkt in eine ambulante Reha.

Nach Einsetzen von Knie- oder Hüft-Prothese schneller wieder mobil

"Wie die Erfahrung und wissenschaftliche Auswertung von Kliniken gezeigt hat, wird der Patient viel rascher genesen", ist sich Prof. Roth sicher. "Durch die Operation erfährt er keine zusätzliche, sondern eine bestehende Erkrankung wird direkt behandelt." Der Patient sieht sich durch den Einsatz einer Knie- oder Hüftprothese nicht mehr über mehrere Tage oder Wochen in seiner Bewegung eingeschränkt, sondern weitet diese unmittelbar nach der Operation deutlich aus und wird so schneller wieder mobil.

"Heutzutage gibt es, was Implantate und OP-Techniken betrifft, Standards, die eine rasche Belastbarkeit und lange Haltbarkeit der Endoprothese sowohl an der Hüfte als auch am Kniegelenk ermöglichen", so Roth. Ein Patient, der heute mit einer Endoprothese versorgt wird, ist dadurch in der Regel nicht mehr so schwer beeinträchtigt wie noch vor Jahrzehnten. Er spürt nahezu unmittelbar die Vorteile seines neuen Gelenkes: Schmerzarmut, Schmerzfreiheit sowie freie Bewegung.

Foto: WavebreakmediaMicro/Fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Gelenke
 

Weitere Nachrichten zum Thema Künstliche Gelenke

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Senioren fühlen sich heute jünger als früher – und sind es Studien zufolge auch. Doch woran liegt das und was bedeutet Alter heute überhaupt? Über diese und andere Fragen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem renommierten Alternspsychologen Prof. Dr. Hans-Werner Wahl gesprochen.