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Nach Antibiotika-Therapie: Die besten Lebensmittel für eine Regeneration der Darmflora

Antibiotika bekämpfen nicht nur bakterielle Infektionen – sie zerstören auch viele nützliche Bakterien im Darm und beschädigen damit das menschliche Immunsystem. Ein Gegenmittel: Lebensmittel. Nach den probiotischen finden nun auch präbiotische immer mehr Beachtung.
Darmflora - farbige Mikroskopaufnahme

Mikrokosmos: In der Darmflora leben Milliarden nützlicher Bakterien - ein Großteil unseres Immunsystems. Antibiotika können dieses so machtvolle wie empfindliche System für Monate aus dem Gleichgewicht bringen.

40 Millionen mal im Jahr werden Patienten in Deutschland Antibiotika verordnet: bei bakteriellen Infektionen wie Lungen- oder Blasenentzündungen, bei Erkältungen oder nach Operationen. Sie können lebensrettend sein, manchmal werden sie aber auch vorschnell verschrieben – mit einer besonders fatalen Nebenwirkung. Vor allem unspezifische Breitband-Antibiotika können nicht zwischen nützlichen und schädlichen Bakterien unterscheiden. Sie bekämpfen damit nicht nur die Krankheitserreger, sondern auch das menschliche Immunsystem. Experten gehen davon aus, dass sich bis zu 80 Prozent aller Zellen, die Krankheiten abwehren, in der Darmschleimhaut befinden. Voraussetzung für eine intakte und aktive Immunabwehr ist aber eine intakte Darmflora (Fachbegriff: Mikrobiom) aus Milliarden von nützlichen Bakterien. Antibiotika können diese lebenswichtige mikroskopische Welt in uns massiv stören.

Darmflora: „Antibiotika wirken wie ein Unkrautvernichtungsmittel"

„Im Grunde wirken Antibiotika auf die Vielfalt der Bakterien ähnlich wie ein Unkrautvernichtungsmittel“, sagt Anne Eva Lauprecht, Antibiotika-Expertin bei den Kliniken Essen-Mitte, im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“. Mit der Bekämpfung einer bakteriellen Infektion wächst damit zugleich die Anfälligkeit des Körpers gegen neue oder andere Krankheiten.

 

Antibiotika: Regeneration der Darmflora braucht ein halbes Jahr

Nach einer Studie des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin braucht das Mikrobiom etwa ein halbes Jahr, um sich von einer Antibiotika-Therapie weitgehend zu erholen. Deshalb ist es wichtig, die Regeneration dieses so heilsamen wie komplexen und empfindlichen Bakterienkosmos‘ gezielt zu unterstützen. Ärzte empfehlen Patienten oft, begleitend zur Antibiotika-Therapie ein sogenanntes Probiotikum einzunehmen – ein Medikament, das den Wiederaufbau der Darmflora unterstützen soll. Eine kurzzeitige Anwendung solcher Probiotika gilt als sicher und effektiv bei der Behandlung typischer Nebenwirkungen einer Antibiotika-Therapie wie Durchfall, Blähungen oder Bauchschmerzen.

Lebensmittel liefern nützliche Bakterien - oder Nahrung für bestehende

Beim Wiederaufbau der Darmflora müssen keine Medikamente zum Einsatz kommen: Auch eine bewusste Auswahl von Darmflora-freundlichen Lebensmitteln kann hier bereits eine effektive Strategie sein. Probiotische Lebensmittel, die lebende Mikroorganismen wie Milchsäurebakterien und Hefen enthalten, bauen im Darm das Immunsystem wieder auf: indem sie sich dort ansiedeln und unerwünschte Keime verdrängen. Sauerkraut(saft) ist hierfür ein Beispiel. Die zweite Gruppe sind sogenannte präbiotische Lebensmittel. In der Öffentlichkeit führen sie bisher weitgehend ein Schattendasein – auch, weil sie sich nicht so einfach lukrativ als Produkt vermarkten lassen; die Forschung indes interessiert sich immer mehr für sie. Probiotische Lebensmittel sind beispielsweise reich an löslichen oder unlöslichen Ballaststoffen und liefern damit die Nahrung für das Gedeihen wichtiger vorhandener Darmbakterien. Ein Beispiel: Brot aus Vollkorngetreide.

Probiotische Lebensmittel: lebende Mikroorganismen für den Darm

  • Milchsauer vergorene Produkte wie Sauerkraut oder Sauerkrautsaft
  • Kefir, Buttermilch, Jogurt, Quark

Präbiotische Lebensmittel: Kraftfutter für nützliche Darmbakterien

  • Getreideflocken, Vollkornbrot, Weizenkleie
  • Obst und Nüsse (Äpfel, Mandeln)
  • Gemüse: Artischocken, Schwarzwurzeln, Chirorée, Lauchzwiebelgewächse, Zwiebeln, Knoblauch, Hülsenfrüchte, Topinambur
  • Samen: Leinsamen, Flohsamen

Allerdings gibt es auch Nahrungsmittel, die man bei geschwächtem Darm-Mikrobiom meiden sollte. Dazu zählen Experten vor allem Produkte mit Weißmehl und Weißzucker, zum Beispiel Weißbrot und Süßigkeiten. Außerdem: Lebensmittel mit künstlich modifizierten Inhaltsstoffen wie Fast Food und Fertiggerichte.

Foto: pixeljack/fotolia.com

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Hauptkategorie: Medizin
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