. Nervenschädigungen

Mutterkraut möglicherweise bei Neuropathie wirksam

Neuropathien infolge geschädigter Nervenfasern sind für die Betroffenen sehr quälend. Möglicherweise können jedoch Extrakte aus dem Mutterkraut Abhilfe schaffen. Forscher konnten zumindest im Tierversuche erste Erfolge damit verzeichnen.
Mutterkraut kann bei Neuropathien helfen

Ein Wirkstoff des Mutterkrauts regt Nervenfasern zum Wachstum an

Mutterkraut (Tanacetum parthenium) ist eine alte Zier- und Heilpflanze, deren Aussehen an Kamille erinnert. In der Naturheilkunde werden die Blätter des Mutterkrauts traditionell gegen Migränebeschwerden eingesetzt. Nun haben Forscher eine weitere Wirkungsweise entdeckt. Offenbar kann ein Wirkstoff des Mutterkrauts geschädigte Nervenfasern zum Wachstum anregen und somit möglicherweise Neuropathien entgegenwirken. Dies konnten Forscher der Universitätsklinik Düsseldorf an Versuchen mit Mäusen nachweisen.

Mutterkraut lässt Nervenfasern schneller wachsen

Ein zentrales Problem bei Neuropathien ist die verlangsamte Regeneration der Nervenfasern. Experimente an Zellkulturen konnten zeigen, dass Parthenolide, ein Wirkstoff aus dem Mutterkraut, das Nachwachsen der Axone, also der Fortsätze von Nervenzellen, welche die elektrischen Nervenimpulse weiterleiten, beschleunigt. Ein Forscherteam um den Düsseldorfer Neurowissenschaftler Professor Dietmar Fischer stellte nun fest, dass sich Mäuse mit geschädigten Ischiasnerven nach einer Behandlung mit Parthenolide sehr viel schneller und besser erholten als unbehandelte Tiere. Sie konnten sowohl ihre durch die Schädigung gelähmten Zehen schneller wieder bewegen als auch sensorische Reize besser wahrnehmen.

Für die Forscher ist dies ein interessanter Ansatz, da es bisher keine Medikamente gibt, die Ähnliches bewirken können. Dennoch ist es bis zu einer möglichen Entwicklung von einem einsatzfähigen Medikament noch ein weiter Weg, wie Fischer betont. Zurzeit untersuchen die Wissenschaftler, ob Parthenolide auch die Regeneration von verletztem Rückenmark oder geschädigten Sehnerven, welche normalerweise nicht regenerationsfähig sind, positiv beeinflussen kann.

 

Neuropathien bisher nicht heilbar

Ein wirksames Medikament gegen Neuropathien wäre ein medizinischer Durchbruch, denn rund acht Prozent der über 55-Jährigen sind von Neuropathien in Beinen und Armen betroffen. Meist entstehen sie in Folge anderer Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes oder auch durch Alkoholmissbrauch. Neuropathien äußern sich durch zum Teil schwere Empfindungsstörungen, Störungen der Motorik oder chronischen Schmerzen. Für die Betroffenen bedeuten die Beschwerden oft eine erhebliche Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität. Bisher lässt sich in der Therapie meist nur ein Stillstand der Erkrankung erreichen.

Foto: © Berty - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Diabetes , Diabetischer Fuss , Komplementärmedizin , Neurologie
 

Weitere Nachrichten zum Thema Nervenschäden

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Obwohl sie zu den häufigsten und belastendsten Krankheiten gehört, wird Migräne noch immer zu selten therapiert. Anlässlich des World Brain Day erklärt die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG): „Jeder Mensch, der unter Kopfschmerz leidet, kann behandelt werden!“
Sonnenbräune ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits schützt sie vor weiteren Schäden der Haut, anderseits ist die Braunpigmentierung schon der Schaden selbst. Gesunde Haut geht daher nur mit Sonnenschutz.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Das massenhafte Auftreten des Eichenprozessionsspinners hat in diesem Jahr bei besonders vielen Menschen zu allergischen Reaktionen der Haut führt. Die giftigen Brennhaare der Raupen können aber auch sprichwörtlich ins Auge gehen. Am Universitätsklinikum Münster mussten diese Woche sechs Menschen am Auge operiert werden. Dr. Lamis Baydoun, Oberärztin der UKM-Augenklinik, berichtet, was vorgefallen ist.
Mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens sind viele Chancen verbunden. Bei manchen Bürgern löst das Thema aber auch Ängste und Sorgen aus. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Prof. Dr. Erwin Böttinger, einem der weltweit führenden Forscher im Bereich Digital Health, über die elektronische Patientenakte und andere digitale Lösungen gesprochen.