. Demenzprävention

Muskeltraining stärkt auch Gehirnfunktion

Bei leichten kognitiven Störungen kann Muskelaufbau dem geistigen Abbau entgegenwirken. Darauf weisen Ergebnisse einer Studie australischer Forscher hin. Durch ein gezieltes Gewichtstraining konnte ein Zuwachs bestimmter Gehirnregionen erreicht werden.
Training gegen Demenz

Gezieltes Muskeltraining kann wahrscheinlich einer leichten Demenz entgegenwirken

Die Menschen werden immer älter und oft sind sie auch im hohen Alter noch körperlich und geistig leistungsfähig. Dennoch nehmen mit dem steigenden Durchschnittsalter der Bevölkerung auch Demenzerkrankungen immer weiter zu. Forscher suchen daher unter Hochdruck nach präventiven Maßnahmen gegen den kognitiven Abbau, doch bisher gibt es nur wenige klare Hinweise auf Möglichkeiten, einer Demenzerkrankung vorbeugen zu können. Mit einiger Wahrscheinlichkeit können jedoch kognitive Stimulation sowie körperliche Aktivität dem geistigen Abbau bis zu einem gewissen Maß entgegenwirken. Nun hat eine Studie von Forschern der University of New South Wales, der University of Sydney und der University of Adelaide gezeigt, dass bei Menschen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen auch ein gezieltes Muskelaufbautraining wirksam gegen den Verlust der geistigen Fähigkeiten sein kann.

Kausaler Zusammenhang zwischen Muskeltraining und Gehirnfunktion

Die Wissenschaftler fanden zum ersten Mal einen klaren kausalen Zusammenhang zwischen einer Muskelkräftigung und der Funktionsfähigkeit des Gehirns älterer Menschen mit leichter kognitiver Störung. An der Untersuchung, die im Rahmen des „Study of Mental and Resistance Training" (SMART) durchgeführt wurde, nahmen einhundert Probanden mit leichter Demenz zwischen fünfundfünfzig und sechsundachtzig Jahren teil.

Die Teilnehmer, die das Widerstandstraining absolvierten, sollten zweimal wöchentlich Gewichte mit einer Belastung von 80 Prozent ihrer Muskelkraft heben. Entsprechend dem Trainingsstand und dem Zuwachs der Muskeln wurde das Gewicht im Laufe der Monate immer wieder angepasst, um die Belastung von 80 Prozent zu erhalten.

Regelmäßiges Training wirksam

Anhand von Untersuchungen im Magnetresonanztomographen konnte bei den Studienteilnehmern, die das Muskeltraining absolvierten, im Vergleich zur Placebogruppe eine Vergrößerung bestimmter Hirnregionen festgestellt werden. Diese Veränderungen der Gehirnstrukturen sind nach Angaben der Forscher auf die kognitiven Verbesserungen durch das Gewichtheben zurückzuführen. Wichtig, so die Studienautoren, sei dabei die Kontinuität des Trainings. Dr. Yorgi Mavros von der University of Sydney, Erstautor der Studie, empfiehlt, mindestens zweimal in der Woche mit hoher Intensität zu trainieren, um den Kräftezuwachs zu maximieren und das Gehirn zu stärken.

Foto: © belahoche - Fotolia.com

Autor: red
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