Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Muskelaufbau ohne Fleisch möglich

Wer Muskeln bekommen will, braucht Eiweiß – soviel ist bekannt. Doch die Annahme, dass deshalb möglichst viel Fleisch oder Milchprodukte verzehrt werden müssen, ist ein Irrtum. Denn pflanzliches Eiweiß kann das Muskelwachstum genauso gut unterstützen.
Pflanzliches Eiweiß

Hülsenfrüchte sind eine gute pflanzliche Eiweißquelle

Dass der Körper nach dem Sport Eiweiß benötigt, um den Muskelaufbau zu unterstützen, ist unumstritten. Die meisten Menschen denken dabei jedoch an Quark, Hühnchen oder Steak. Doch bedeutet das, dass es für Vegetarier oder Veganer schwieriger oder gar unmöglich ist, Muskeln aufzubauen? Erfahrungen aus der Praxis deuten auf etwas Anderes hin. Nun haben Forscher der University of Massachusetts und vom Hebrew Senior Life Institute untersucht, ob es einen Unterschied für den Muskelzuwachs macht, aus welcher Quelle das zugeführte Eiweiß stammt.

Für ihre Analyse werteten die Wissenschaftler Daten der Framingham-Studie aus. Für diese wurden über Jahrzehnte große Teile der Bevölkerung einer kleinen Ortschaft nahe Boston untersucht – ursprünglich um Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen nachzuweisen. Für die aktuelle Studie wurden nun die Daten der dritten Generation aus den Jahren 2002 bis 2011 analysiert. 3000 Probanden mit einem Durchschnittsalter von 40 Jahren wurden dabei untersucht und auf ihre Ernährungsgewohnheiten hin befragt.

Pflanzliches Eiweiß für Muskelaufbau genauso gut wie tierisches

Aufgrund der von den Probanden ausgefüllten Fragebögen zur Ernährung ordneten die Forscher die Teilnehmer sechs verschiedenen Gruppen zu, je nachdem, ob sie ihr Eiweiß hauptsächlich aus Fast Food, fettreichen Milchprodukten, fettarmer Milch, rotem Fleisch, Hühnchen oder Hülsenfrüchten gewannen. Die Forscher erfassten zudem unter anderem die Kraft der Oberschenkelmuskulatur und die Muskelmasse.

Zunächst zeigte sich, dass bei Probanden, die einen höheren Eiweißkonsum hatten, generell die Muskelmasse sowie die Körperkraft erhöht war. Doch zwischen den Ernährungskategorien gab es keinen Unterscheid. Personen, die ihr Eiweiß hauptsächlich aus pflanzlichen Produkten wie Hülsenfrüchten zu sich nahmen, hatten vergleichbare Ergebnisse bei Muskelkraft und -masse wie diejenigen, die beispielsweise sehr viel Fleisch aßen.

Es scheint also egal zu sein, aus welcher Quelle das Eiweiß stammt. „Unsere Untersuchung hat ergeben, dass höhere Proteinzufuhr aus jedweder Ernährungsart bei Erwachsenen zu Muskel- und Kraftzuwachs führt“, kommentierte Studienleiterin Kelsey Mangano die Ergebnisse. Für die Forscher war dies eine Überraschung. Sie hatten vermutet, dass es Unterschiede geben würde.

 

Viele prominente Sportler leben vegetarisch oder vegan

Zu fragen ist natürlich, ob zwischen der Ernährung und der festgestellten Muskelmasse tatsächlich ein kausaler Zusammenhang besteht. Denn es könnte auch umgekehrt sein: Wer sich sportlich viel betätigt, hat einfach mehr Appetit auf Eiweiß. Einen eindeutigen kausalen Zusammenhang konnte zumindest diese Studie daher nicht beweisen. Was sie jedoch zeigen konnte ist, dass sich Menschen, die ihre Eiweißquellen aus überwiegend pflanzlichen Quellen beziehen, durchaus einen muskulösen Körper antrainieren können - und das genauso wie Personen, die viel Fleisch oder Milchprodukte zu sich nehmen.

Dafür, dass es auch ohne Fleisch möglich ist, Muskeln aufzubauen und sportliche Höchstleistungen zu vollbringen, sprechen auch viele Beispiele prominenter Sportler. So leben bekannte Sportler wie Carl Lewis, Dennis Rodman oder Serena Williams vegetarisch oder überwiegend vegan. Andere Prominente wie Patrik Baboumian, der im Jahr 2011 den Wettbewerb zum „stärksten Mann Deutschlands“ gewonnen hatte, oder Triathlet Brendan Brazier leben sogar schon lange als reine Veganer.

Foto: © peangdao - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorie: Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Ernährung , Sport
 

Weitere Nachrichten zum Thema Pflanzliche Proteine

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Schwere Unfälle oder Tumor-Erkrankungen können das Gesicht massiv entstellen. Dank computerassistierter Techniken kann der langwierige und sehr belastende Zeitraum für die Wiederherstellung des Gesichts abgekürzt werden. Meist muss nur noch einmal operiert werden – auch weil Implantate mittels 3-D-Drucker schnell und patientenindividuell hergestellt werden können.

Weil Corona so oft asymptomatisch verläuft, kann über die Dunkelziffer nur spekuliert werden. Licht ins Dunkel bringt nun eine Studie Helmholtz Zentrums München. Danach waren in zweiten Corona-Welle waren drei- bis viermal mehr Kinder in Bayern mit SARS-CoV-2 infiziert, als über PCR-Tests gemeldet.

 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin