Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
08.07.2018

Mundspülungen können Diabetes begünstigen

Mundspülungen helfen bei der Beseitigung von Bakterien, die Zahnbelag verursachen. Dabei werden allerdings auch nützliche Mikroben vernichtet. Das kann Stoffwechselstörungen wie Diabetes begünstigen, wie eine Studie gezeigt hat.
Mundwasser, Mundspüllösung, Mikrobiom, Bakterien, Diabetes

Mundspüllösungen beseitigen nicht nur die schädlichen Bakterien im Mund

Mundwasser dienen der Verbesserung der Mundhygiene und tragen damit auch zur Zahngesundheit bei. So bekämpfen Inhaltsstoffe wie beispielsweise Chlorhexidin Bakterien, die für Plaque verantwortlich sind. Ob ein langfristiger täglicher Gebrauch von Mundspülungen auch nachteilige Folgen haben kann, wurde bisher jedoch kaum untersucht. Nun haben US-amerikanische Forscher herausgefunden, dass viele Produkte nicht nur die schädlichen, sondern auch die „guten“ Bakterien in der Mundhöhle beseitigen. Das Ziel der Forscher war zu prüfen, ob die Verwendung von Mundspüllösungen mit einem erhöhten Diabetesrisiko verbunden ist.

Diabetesrisiko bei regelmäßigen Mundspülungen erhöht

Für ihre SOALS genannte Studie ("San Juan Overweight Adults Longitudinal Study") untersuchten die Forscher über 1.200 übergewichtige und adipöse Frauen und Männer im Alter von 40 bis 65 Jahren, die zu Beginn der Untersuchung nicht an Diabetes oder schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen litten. Die Studie erstreckte sich über einen Zeitraum von drei Jahren. Von 945 Teilnehmern erhielten die Wissenschaftler vollständige Follow-up-Daten für ihre Analyse.  

Insgesamt 43 Prozent der Probanden verwendeten mindestens einmal täglich Mundspüllösungen, 22 Prozent mindestens zweimal täglich. Die Studienautoren konnten einen deutlichen Zusammenhang zwischen regelmäßiger Mundwasseranwendung und der Entwicklung von Diabetes oder seinen Vorstufen ausmachen. Bei zweimaliger Anwendung von Mundspülungen pro Tag war das Risiko, an Diabetes zu erkranken, um mehr als das Doppelte erhöht.

 

Mundwasser schaden dem Mikrobiom

Verantwortlich für den Anstieg der Diabeteserkrankungen sind nach Ansicht der Forscher die antibakteriellen Inhaltsstoffe der Mundspüllösungen. Die Beseitigung der Bakterien würde nicht gezielt erfolgen, sondern erstrecke sich auf alle oralen Bakterien, die zum Teil wichtig für den gesamten Stoffwechsel des Körpers sind. Eine Schlüsselrolle nimmt hierbei Stickstoffmonoxid (NO) ein, dessen Produktion durch Mundspüllösungen deutlich herabgesetzt wird. Stickstoffmonoxid übernimmt wichtige Funktionen im Herz-Kreislauf-System und ist zudem an der Steuerung des Nervensystems und an der Bekämpfung von Infektionen beteiligt. Eine gedrosselte NO-Produktion beeinflusst zudem negativ den Insulinspiegel.

Einschränkend muss gesagt werden, dass ausschließlich übergewichtige oder adipöse Menschen an der Studie teilgenommen hatten, deren Diabetesrisiko ohnehin erhöht ist. Ob die Ergebnisse auch auf andere Patientengruppen übertragen werden kann, ist noch unklar. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse der aktuellen Analyse im Journal Nitric Oxide.

Foto: © Andrey Popov - Fotolia.com

Foto: ©Andrey Popov - stock.adobe.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Diabetes , Zahnmedizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Diabetesrisiko

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Der Anteil der jungen Frauen, die mit der Anti-Baby-Pille verhüten, geht immer weiter zurück. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK). Demnach bekam im vergangenen Jahr nur noch ein Drittel der 14- bis 19-Jährigen das hormonelle Verhütungsmittel verschrieben.

Eine Kohlenmonoxid-Vergiftung kann rasch zum Tod führen. Die Vergiftung kann aber auch schleichend verlaufen. Betroffene haben anfangs grippeähnliche Symptome, im Verlauf kann es schweren gesundheitlichen Schäden wie Herzinfarkten, Lähmungen bis hin zu Psychosen kommen. Mit dem Beginn der Kaminsaison warnen Experten nun vor den Gefahren.
 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin