. Antibiotikaresistenzen

Multiresistenter Keim: Intensivstation wird desinfiziert

Bei fünf Patienten der Intensivstation des Krankenhauses Bad Cannstatt war das multiresistente Bakterium Acinetobacter baumannii nachgewiesen worden. Jetzt startete die Desinfektion der Station.
Wischdesinfektion

Mit Wischen und Sprühen wird die Intensivstation desinfiziert

Zunächst gab es eine doppelte Wischdesinfektion, es folgte eine Raumsprühdesinfektion. Danach wurden umfängliche mikrobiologische Beprobungen vom Institut für Krankenhaushygiene des Klinikums Stuttgart vorgenommen.

Die Untersuchungsergebnisse der aus den Proben angelegten Kulturen werden für Donnerstag erwartet und mit dem Gesundheitsamt besprochen. Abhängig von dem Ergebnis werden notfalls weitere Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt.

Abstriche von Patienten genommen

Zuvor war die Intensivstation geräumt worden. Ein mit dem Keim besiedelter Patient konnte in eine Reha-Einrichtung verlegt werden. Ein ebenfalls mit dem Keim besiedelter Patient wurde innerhalb des Klinikums zur Weiterversorgung in einen isolierten Bereich verlegt, bis die Aufnahme in eine Pflegeeinrichtung möglich ist. Ein weiterer Patient, der vor der Entlassung negativ getestet worden war, ist jetzt zuhause.

Ein nicht mit dem Keim besiedelter aber bislang intensivpflichtige Patient wurde zur Weiterbehandlung der Grunderkrankung auf eine Normalstation im Klinikum Stuttgart in ein isoliertes Zimmer verlegt. Dort werden nochmals Abstriche durchgeführt, bevor der Patient freigegeben wird. Ein Patient verstarb, aber nicht an dem Keim.

Multiresistenter Keim: Intensivstation wird desinfiziert

Anfang Dezember war der Erreger der Klinik zufolge bei einem Patienten bei der Aufnahme auf die Intensivstation festgestellt worden. Danach wurde er in einem isolierten Bereich behandelt. Bei einer Routine-Überprüfung wurde der Keim bei vier weiteren Patienten festgestellt. Sie wurden daraufhin nicht gegen den Keim behandelt, aber regelmäßig desinfiziert.

Der Erreger ist gegen fast alle Antibiotika resistent. Besonders für alte, kranke und immungeschwächte Menschen ist er gefährlich. Wie groß das Problem mit Antibiotika-Resistenzen mittlerweile ist, zeigt ein aktueller Fall aus den USA. Eine Patientin mit einem Oberschenkelhalsbruch starb an einer Sepsis, nachdem alle 26 dort zugelassenen Antibiotika nicht angeschlagen waren.

Foto: kucherav/fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Antibiotikaresistenzen , Krankenhauskeime

Weitere Nachrichten zum Thema Multiresistente Keime

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Seit einiger Zeit mehren sich die Hinweise, dass das sogenannte „Kuschelhormon“ Oxytocin Angststörungen reduzieren kann. Dies haben nun Forscher der Universität Regensburg bestätigt. Demnach kann Oxytocin soziale Phobien wirksam lindern.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Interviews
Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS) bedeutet für viele Patienten meist einen weitgehenden Verlust ihres bisherigen Lebens. Dennoch gibt es bisher kaum wirksame Therapien und zu wenig Forschung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.
Die Hausärzte im Seeheilbad Büsum waren damals alles Männer im oder kurz vorm Rentenalter, ihre Einzelpraxen wollte niemand übernehmen. Um einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung zu verhindern, rang sich die Gemeinde dazu durch, selbst als Trägerin der örtlichen Arztpraxis aufzutreten – als erste bundesweit. In dem kommunalen Eigenbetrieb arbeiten heute fast nur junge Ärztinnen. Wie das ging und welche weiteren Modelle es gibt gegen den Ärztemangel auf dem Land, erzählt Initiator Harald Stender drei Jahre nach Gründung des Pioniermodells.