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Multiple Sklerose bei Kindern: Fingolimod in Studie wirksam

Mittwoch, 14. November 2018 – Autor: anvo
Auch Kinder können unter Multipler Sklerose (MS) leiden, auch wenn dies höchst selten ist. Eine Studie hat nun gezeigt, dass das MS-Medikament Fingolimod bei Kindern die Schubrate signifikant verringern kann.
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Fingolimod konnte die Schubrate bei Kindern mit Multipler Sklerose signifikant reduzieren

Multiple Sklerose (MS) tritt in der Regel erstmals im Erwachsenenalter, meistens zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr, auf. Nur bei etwa fünf Prozent der Betroffenen zeigen sich die ersten Krankheitszeichen schon im Kindes- oder Jugendalter. Ein Auftreten vor dem 10. Lebensjahr ist extrem selten. Nun konnte eine Studie dazu beitragen, die Behandlungsmöglichkeiten von Kindern mit MS möglicherweise entscheidend zu verbessern. In der Analyse zeigte das Medikament Fingolimod bei Kindern und Jugendlichen, die unter Multiple Sklerose leiden, eine deutlich bessere Wirkung als die bisher übliche Gabe eines Interferonpräparates. Die Ergebnisse der PARADIGMS Studie wurden im „New England Medical Journal“ veröffentlicht.

Deutliche Reduzierung der Schubraten unter Fingolimod

In der ersten internationalen prospektiven, Placebo-kontrollierten Studie bei Kindern mit MS, an der auch die Vestische Kinder- und Jugendklinik Datteln der Universität Witten/Herdecke unter der Leitung von Prof. Dr. Kevin Rostásy beteiligt war, nahmen 215 Kinder im Alter zwischen 10 und 17 Jahren mit schubförmiger MS teil. Sie wurden über einen Zeitraum von zwei Jahren entweder mit Fingolimod oder einem Interferonpräparat behandelt. Als Studienendpunkte waren unter anderem die Reduktion der jährlichen Schubrate und das Auftreten neuer Entzündungsherde im Schädel-MRT nach zwei Jahren Behandlungsdauer definiert.

Das Ergebnis: Patienten, die mit Fingolimod behandelt wurden, hatten zum Studienende eine hochsignifikante Verminderung der Schubrate und deutlich weniger neue Entzündungsherde. Weiterhin konnte gezeigt werden, dass Fingolimod ähnlich wie bei Erwachsenen, bei denen das Medikament seit Jahren für die Behandlung der MS zugelassen ist, relativ gut vertragen wurde und nur in einzelnen Fällen mit Nebenwirkungen wie einer erhöhten Infektanfälligkeit oder Auftreten von epileptischen Anfällen einherging.

 

Frühe Diagnose wichtig

Multiple Sklerose gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen bei jungen Erwachsenen. Die Symptome reichen von leichten oder schwereren Missempfindungen bis hin zu Lähmungen. Auch eine schnelle und übermäßige Erschöpfbarkeit tritt häufig auf. Bei Kindern und Jugendlichen beginnt eine MS-Erkrankung häufig mit Sehstörungen. Die frühzeitige Diagnose und Behandlung sind besonders wichtig, um den Verlauf der Erkrankung günstig beeinflussen zu können.

Foto: © Sebastiano Fancellu - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
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