Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
23.08.2016

Mukoviszidose-Screening kommt im September

Das Mukoviszidose-Screening für Neugeborene wird am 1. September 2016 bundesweit eingeführt. Grundlage ist ein Beschluss des G-BA vom vergangenen Jahr.
Die Untersuchung von Neugeborenen wird ab September um das Mukoviszidose-Screening ergänzt

Die Untersuchung von Neugeborenen wird ab September um das Mukoviszidose-Screening ergänzt

Mukoviszidose ist eine seltene erblich bedingte Stoffwechselkrankheit. Je früher sie erkannt und behandelt wird, desto besser der klinische Langzeitverlauf. Daher hat der Gemeinsame Bundesausschuss im August des vergangenen Jahres ein Screening zur Früherkennung bei Neugeborenen beschlossen. Am 1. September wird das Mukoviszidose-Screening nun bundesweit eingeführt. Der Start war eigentlich schon für das Frühjahr vorgesehen, zögerte sich aber um ein halbes Jahr hinaus.

Screening mehrstufiges Verfahren

Das Screening besteht unter anderem aus einem IRT-Test. Bei dem Bluttest wird das Immun reaktive Trypsin gemessen, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet und in den Darm abgegeben wird. Ein hoher Rückstau des Verdauungsenzyms Trypsin deutet auf das Vorliegen einer Mukoviszidose hin. Grund für diesen Rückstau im Blut ist, dass bei Mukoviszidose die Bauchspeicheldrüse durch den zähen Schleim verstopft. Der Bluttest wird an die bereits bestehende Routine-Untersuchung von Neugeboren angekoppelt. Ärzte gewinnen das Blut über einen Pieks in die Ferse.

Ist das Ergebnis positiv, führen Ärzte einen Schweißtest durch. Hierbei wird mit einem speziellen Gerät der Kochsalzgehalt im Schweiß der Babies gemessen, der üblicherweise stark erhöht ist.

 

Im Zweifel an ein Mukoviszidose-Zentrum wenden

Ein positives Screening-Ergebnis bedeutet aber noch nicht, dass das Kind tatsächlich erkrankt ist. Laut Mukoviszidose e.V. liegt nur in jedem fünften Fall eine Mukoviszidose vor. „Diese Situation der Ungewissheit – ist mein Kind krank oder gesund – kann für Eltern sehr belastend sein“, sagt Prof. Manfred Ballmann, stellvertretender Bundesvorsitzender des Mukoviszidose e. V. „Wir empfehlen Eltern, deren Kinder ein auffälliges Screening-Ergebnis aufweisen, sich an ein vom Mukoviszidose e. V. zertifiziertes Mukoviszidose-Zentrum zu wenden.“ Auf der Homepage des Vereins finden sich die Adressen der zertifizierten Mukoviszidose-Zentren in Deutschland.

200 Neugeborene haben Mukoviszidose

In Deutschland werden jedes Jahr etwa 200 Kinder mit Mukoviszidose geboren. Durch eine Störung des Salz- und Wasserhaushalts im Körper bildet sich bei ihnen ein zähflüssiges Sekret, das Organe wie die Lunge und die Bauchspeicheldrüse irreparabel schädigt. Derzeit leben in Deutschland rund 8.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit der der unheilbaren Erbkrankheit.

Foto: © Andrey Popov - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Seltene Erkrankungen , Mukoviszidose , Früherkennung
 

Weitere Nachrichten zum Thema Mukoviszidose

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Manche Experten erwarten, dass vom Klimawandel eine noch größere Gefahr für die Gesundheit der Weltbevölkerung ausgehen könnte als von der Corona-Pandemie. Obwohl der Klimawandel seine Dramatik noch längst nicht voll entfaltet hat, sind seine Auswirkungen bereits messbar. Eine aktuelle Studie zeigt: Schon jetzt ist jeder Vierte über 65 bei Sommerhitze krankenhausreif – Tendenz steigend.


Ältere Menschen scheint die Covid-Impfung nicht vollständig vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen. Das zeigen wiederholte Ausbrüche in Pflegeheimen. Wissenschaftler der Charité haben nun einen Ausbruch näher untersucht – und kommen zu interessanten Ergebnissen.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin