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Mückenstiche auf keinen Fall aufkratzen

Mücken sind zurzeit besonders aggressiv unterwegs. Immer mehr Mückenstiche müssen medizinisch behandelt werden. Auf keinen Fall sollten die Stiche aufgekratzt werden, sonst drohen komplikationsreiche Infektionen.
Mückenstiche, Infektionen

Mehr Entzündungen, mehr Infektionen: Mückenstiche müssen häufiger medizinisch behandelt werden

Hochsommerliche Temperaturen sind ein idealer Nährboden für Mücken. Und tatsächlich hat das extreme Wetter in Deutschland zu einer starken Vermehrung der fliegenden Insekten geführt. Laut Experten der Krankenkasse KKH müssen immer mehr Menschen wegen Mückenstichen medizinisch behandelt werden. „Mit jedem Stich können Erreger übertragen werden, die oft die Ursache für starke Schwellungen und schwere Entzündungen sind“, erläutert Gesundheitsexperte Heiko Langer von der KKH in Bergisch Gladbach. Auf keinen Fäll dürften die Mückenstiche aufgekratzt werden, weil sonst Keime in die Blutbahn gelangten. „Hat eine Mücke zugestochen, auf keinen Fall kratzen, da es sonst zu einer bakteriellen Infektion kommen kann“, so Langer. Werde die Hautpartie um den Stich herum dick und heiß, röte sich oder schmerze stark, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Dies gelte auch, wenn nach Mückenstichen während oder nach einer Reise in Risikogebiete hohes Fieber und Begleitsymptome auftreten.

Exotische Mücken folgen dem Klimawandel

Durch Mücken übertragene Keime können für den Menschen sehr gefährlich werden. In Deutschland wurden vereinzelt bereits Mücken nachgewiesen, die den Borreliose-Erreger sowie das Sindbis-Virus in sich trugen, das Fieber und Gelenkentzündungen auslösen kann.

Auch die asiatische Tigermücke wurde in Deutschland schon gesichtet. Sie gilt als Überträger des Dengue-, Gelbfieber- und des Zika-Virus. Zwar wurden noch keine derartigen Infektionen in Deutschland bekannt – die mehr als 950 Fälle von Dengue-Fieber in 2016 wurden aus dem Ausland eingeschleppt – doch Experten schließen Ansteckungen auch hierzulande nicht aus, wenn sich die Tigermücke weiter verbreitet. Die Befürchtung basiert auf den zunehmend milden Temperaturen im Zuge des Klimawandels.

„Ein Grund zur Panik besteht trotzdem nicht, da bislang nur wenige Mücken in Deutschland gefährliche Erreger übertragen“, sagt Heiko Langer. Der beste Schutz sei, sich die Plagegeister vom Leib zu halten.

 

Wie kann man sich vor einem Mückenstich schützen?

Mückenschutz für die Haut und helle, lange Kleidung aus dicht gewebtem Stoffen sind die Maßnahmen der ersten Wahl. Darüber hinaus können Fliegengitter und Moskitonetze genutzt werden. Mücken werden auch von Gerüchen angezogen. Auf stark riechende Parfums und Kosmetika sollte im Sommer daher besser verzichtet werden.

Wichtig für Auslandsreisende: Die Impfempfehlungen für das betreffende Land beachten. Wer in ein Malaria-Gebiet reist, kann man mit einer medikamentösen Behandlung vorbeugen. Gegen das Zika-Virus gibt es keine Impfung oder andere Prophylaxe. Darum sollten Schwangere vor allem Länder wie Brasilien meiden, in denen das für Ungeborene gefährliche Virus grassiert.

Foto: © kanachaifoto - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
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