. Krankenhausinfektionen

MRSA-Sepsis durch Infektiologen besser behandelt

MRSA sind die häufigsten Krankenhauskeime und können eine lebensbedrohliche Sepsis auslösen. Internationale Studien zeigen, dass sich die Sterblichkeit halbiert, wenn Infektiologen in die Behandlung einbezogen werden.
Bei der Behandlung von Krankenhausinfektionen kommt Infektiologen eine Schlüsselrolle zu

Bei der Behandlung von Krankenhausinfektionen kommt Infektiologen eine Schlüsselrolle zu

Sie sind gegen gängige Antibiotika resistent und besonders häufig in Krankenhäusern zu finden: Staphylococcus aureus (MRSA). Darum werden MRSA auch Krankenhauskeime genannt. Die Bakterien können Organe befallen oder eine Sepsis auslösen. Da insbesondere eine MRSA-Sepsis schwer zu behandeln ist, sterben viele Patienten daran. Eine Übersichtsarbeit belegt nun, dass sich die Sterblichkeit deutlich senken lässt, wenn Infektiologen bei der Behandlung zu Rate gezogen werden. Laut Studie sank die die 30-Tages-Sterblichkeit bei Sepsis um 40 bis 50 Prozent.

Ein Spezialist macht einen großen Unterschied

„Das ist ein eindrückliches Beispiel dafür, welchen Unterschied es machen kann, einen Spezialisten hinzuzuziehen, und wir gehen davon aus, dass dies in ähnlicher Weise auch für viele andere schwere Infektionserkrankungen gilt“, sagt Studienautor Prof. Gerd Fätkenheuer, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI). Etwa bei Herzklappenentzündungen oder nach einer Organ-Transplantation. Für die im Fachblatt “Infection“ publizierte Arbeit haben die Autoren eine Vielzahl internationaler Studien gesichtet und deren Ergebnisse zusammengefasst.

Danach spielt es auch eine Rolle, dass der Infektiologe früh mit einbezogen wird und dass er sich persönlich ein Bild am Krankenbett macht. Denn wurde der Spezialist bloß telefonisch zu Rate gezogen, brachte diese keine besseren Behandlungsergebnisse. Die Untersuchung zeigte zudem, dass Infektiologen Antibiotika gezielter einsetzten.

 

Mehr Infektiologen am Krankenbett benötigt

Angesichts dieser Ergebnisse plädiert die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie für mehr Infektiologen in deutschen Krankenhäusern. Es sei bedauerlich, dass in vielen Kliniken Stellen für Infektiologen gar nicht regelhaft vorgesehen seien und gerade an kleinen Krankenhäusern auch keine infektiologischen Konsiliardienste zu Verfügung stünden, meint Fätkenheuer. „Das ist eine verschenkte Chance und läuft den Bemühungen um eine bessere Patientenversorgung zuwider“, sagte der Infektiologe vom Universitätsklinikum Köln.

Neben der Einrichtung entsprechender Stellen fordert er, der Infektiologie in der Ausbildung von Ärzten mehr Gewicht zu verleihen. „Und wir benötigen eine breitere und intensivere Weiterbildung von Ärzten mit infektiologischem Schwerpunkt.“

Foto: © Henrik Dolle - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: MRSA , Krankenhauskeime , Multiresistente Erreger
 

Weitere Nachrichten zum Thema MRSA

 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Die akute Aortendissektion ist immer ein Notfall. Einer Studie zufolge könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn sie rechtzeitig und adäquat behandelt werden würden. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Dr. Stephan Kurz vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) über die Versorgungssituation und das erfolgreiche Projekt „Aortentelefon“ gesprochen.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.