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Morbus Crohn + Colitis ulcerosa: Experte gibt Ernährungstipps

In Deutschland sind rund 350.000 Menschen an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa erkrankt. Viele Betroffene fragen sich, was sie selbst gegen das chronische Entzündungsleiden tun können. Ein Experte gibt Ernährungstipps.
Was essen bei Chronisch entzündlichen Darmerkrankungen? Mediterrane Kost gilt als empfehlenswert, sofern sie vertragen wird. Omega

Was essen bei Chronisch entzündlichen Darmerkrankungen? Mediterrane Kost gilt als empfehlenswert, sofern sie vertragen wird. Omega

Die Zahl der Patienten mit Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) nimmt seit einigen Jahrzehnten zu. Schätzungsweise 350.000 Menschen in Deutschland sollen von Morbus Crohn und Colitis betroffen sein. Da es bei beiden Formen neben einem kontinuierlichen Verlauf immer wieder zu Krankheitsschüben kommen kann, benötigen die Betroffenen meist eine lebenslange Therapie. Kortison ist bei akuten Zuständen immer noch unverzichtbar, um die überschießenden Entzündungsreaktionen erst einmal zu stoppen. Für die langfristige Therapie kommen dann diverse Antikörperpräparate in Frage, die deutlich nebenwirkungsärmer sind. Da über Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen viel geforscht wird, stecken auch vergleichsweise viele neue Präparate in der Forschungspipeline, so dass Patienten auf bessere, wirksamere und nebenwirkungsärmere Therapien hoffen können.

Essen, was man gut verträgt

Unterdessen müssen sich die Patienten mit dem chronische Entzündungsleiden, das nicht selten zur Arbeitsunfähigkeit führt, arrangieren. Sicher jeden Patienten treibt die Frage um, was er selbst zu seiner Gesundung beitragen kann. Dr. Dominik Bettenworth von der CED-Ambulanz am Universitätsklinikum Münster empfiehlt Patienten eine mediterrane Ernährung. „Das bedeutet, viel Obst und Gemüse und regelmäßig Fisch zu sich zu nehmen“, sagt der Spezialist für Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Außerdem gebe es Hinweise, dass Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren hilfreich sein könnten. Das ist nach seiner Auskunft aber noch nicht abschließend erforscht. „Letztlich soll man das zu sich nehmen, von dem man weiß, dass man es gut verträgt“, rät er. Und er fügt noch einen wichtigen Hinweis Patienten mit Morbus Crohn hinzu: mit dem Rauchen aufhören. „Weil es sich nachteilig auswirkt, indem es beispielsweise das Risiko für Operationen erhöht.“

 

Überschießendes Immunsystem richtet Schaden an

Bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa nimmt die Darmbarriere einen Schaden. Darmbakterien können so in die Darmwand einwandern. Die Folge: Immunzellen werden angelockt und das Gewebe entzündet sich. Aufgrund von genetischen Veränderungen bei diesen Patienten ist die Entzündungsreaktion überschießend, das heißt, man kann diese Entzündung nicht mehr kontrollieren und es entsteht eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Trotz Fortschritten in der medikamentösen Therapie, kommen einige Patienten nicht um eine Operation herum.

Dass Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen vielleicht bald heilbar sein können, das glaubt der Experte vom Universitätsklinikum Münster nicht. „Das ist sicherlich ein gemeinsamer Wunsch, den Patienten und Ärzte haben“, sagt er. „In den nächsten 20 Jahren, glaube ich nicht, dass das der Fall sein wird, weil man dafür die Erkrankung wirklich im Detail verstehen müsste.“

Hiervon sind die Wissenschaftler aber noch weit entfernt. Eine spannende Frage ist zum Beispiel bis heute ungelöst: Warum auf der der Nordhalbkugel mehr Patienten betroffen sind als auf der Südhalbkugel. Oberarzt Dominik Bettenworth: „Wir wissen nicht, woran das eigentlich liegt.“

Foto: AOK Mediendienst

Hauptkategorie: Medizin
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