. Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD)

Monitor Patientenberatung: Krankengeld bleibt häufigstes Problem

Nach wie vor sind es Fragen zum Krankengeld, die am häufigsten Anlass zur Hilfesuche bei der Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) geben. Laut dem aktuellen Monitor Patientenberatung hat die Zahl der Ratsuchenden weiter zugenommen.
laut Monitor Patientenberatung der UPD bleibt Krankengeld das Hauptproblem

Sorge ums Krankengeld treibt Versicherte um.

Insgesamt 155.000 Beratungen hat die UPD im vergangenen Jahr vorgenommen. Das waren etwa 60 Prozent mehr als im Vorjahr. 2016 hat die UPD rund 94.000 Beratungen durchgeführt. UPD-Geschäftsführer Thorben Krumwiede sieht diesen Zuwachs mit einem weinenden und einem lachenden Auge: „Wir sehen, dass der Beratungsbedarf da ist, aber gleichzeitig können wir auch mehr beraten“, sagte er bei der Vorstellung des aktuellen Monitor Patientenberatung am Mittwoch in Berlin.

Schon 2016 führten Fragen rund ums Krankengeld die Liste der Beratungsanlässe an. Versicherte beklagten oft, dass Krankenkassen aufgrund von formalen Fehlern in der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung kein Krankengeld zahlten. Die Zahl der Versicherten, die sich wegen eines Wegfalls der Krankengeld-Anspruchs aufgrund von Lücken bei der AU-Bescheinigung an die UPD wandten, ist den Angaben zufolge von 893 im Jahr 2016 auf 1490 im vergangenen Jahr gestiegen.

Monitor Patientenberatung: Krankengeld bleibt wichtigster Beratungsanlass

Krumwiede verwies darauf, dass das ein existenzbedrohendes Problem mit dramatischen Folgen für die Versicherten sei. „Betroffene berichten oft, dass Ärzten das Problem nicht bekannt ist“, sagte er.

Beratungsbedarf zum Thema Krankengeld gab es aber in vielen Fällen auch hinsichtlich der sozialmedizinischen Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit.  Viele Versicherte haben demnach beklagt, dass der medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) Begutachtungen des Gesundheitszustands nach Aktenlage vornehmen kann, was als wenig zielführend erlebt werde.

Insgesamt suchten laut Monitor Patientenberatung mehr als 14.300 Menschen Rat zum Thema Krankengeld. Es war damit das wichtigste Thema im Bereich des Leistungs- und Sozialrechts. Etwa zwei Drittel der Fragen ordnet die UPD diesem Feld zu.

„Es zeigt sich, dass Versicherte immer wieder Probleme bei der Durchsetzung ihrer Leistungsansprüche haben“, sagte Krumwiede. Als wachsendes Problem kritisierte er auch, dass Krankenkassen „verharmlosende Schreiben mit fehlender Aufklärung“ an ihre Versicherten senden würden und wies die Kassen auf ihre Informationspflichten hin. Das habe auch schon das Bundesversicherungsamt gerügt.

 

UPD auch bei Behandlungsfehlern und medizinischem Cannabis gefragt

Das dritte große Thema in der sozialrechtlichen Beratung waren laut Monitor Patientenberatung Behandlungsfehler. 5851 Beratungen registrierte die UPD zu diesem Thema. Krumwiede appellierte an Ärzte und Kliniken, eine offene und konstruktive Kommunikation mit betroffenen Patienten zu führen. „Viele Patienten vermissen ein unterstützendes Gespräch“, berichtete er.

Auf medizinischem Feld war die UPD vor allem zur Verordnungsfähigkeit von Cannabis gefragt. 3700 Beratungen gab es 2017 zu diesem neuen Thema. „Die Berater registrierten vielfach überzogene Erwartungen bei Patienten aber auch Unkenntnis bei Ärzten“, so Krumwiede. Vor allem in Süddeutschland kam es nach Angaben der UPD häufig vor, dass Ärzte die Verordnung von Cannabis prinzipiell ablehnten.

Foto: Alfredo – fotolia.com

Autor: Angela Mißlbeck
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krankenkassen , Behandlungsfehler , Patientenrechte , Patientenzufriedenheit
 

Weitere Nachrichten zum Thema Monitor Patientenberatung

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Größe, Alter, Farbigkeit, Körperstelle: Bei der Entfernung eines nicht mehr gewünschten Tattoos entscheiden verschiedene Faktoren über Preis und Dauer der Prozedur. Da Tätowierungen als selbst gewählte „Schönheitsoperation“ und nicht als „Krankheit“ gelten, übernehmen die Kassen die Kosten für eine Entfernung allerdings nicht.
Wie kann Stress zu grauen Haaren führen? Das wollte eine Gruppe von Harvard-Forschern wissen. Sie fanden heraus, dass Stress dauerhafte Schäden an Stammzellen im Haarfollikel verursacht.
Forscher der schwedischen Uppsala University verglichen Teilnehmer des Wasalaufs mit Nichtsportlern. Es zeigte sich: Skilanglauf senkt den Blutdruck beziehungsweise schützt vor Bluthochdruck.
. Top-Termine
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Die Universitätsmedizin Essen ist Smart Hospital und aktiv am Aufbau des virtuellen Krankenhauses in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Über die Chancen der digitalen Transformation und die Hürden auf diesem Weg hat Gesundheitsstadt Berlin mit der Digital Change Managerin der Universitätsmedizin Dr. Anke Diehl gesprochen.