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06.05.2016

Möglicher Grund für häufige Fehlgeburten gefunden

Etwa 20 Prozent der Schwangeren erleiden eine Fehlgeburt, ungefähr ein Prozent sogar drei oder mehr Aborte. Britischen Forschern ist es nun gelungen, eine mögliche Ursache für die wiederkehrenden Abgänge auszumachen. Das könnte die Entwicklung von Therapien erleichtern.
Grund für häufige Aborte gefunden

Bei drei und mehr Fehlgeburten in Folge könnte ein Mangel an Stammzellen vorliegen

Von einer Fehlgeburt spricht man, wenn eine Schwangerschaft vor dem Beginn der 24. Schwangerschaftswoche endet und der noch nicht lebensfähige Fötus ausgestoßen wird. Für die betroffenen Frauen bedeutet das eine große seelische Belastung. Manche von ihnen erleben wiederholt Fehlgeburten, ohne dass ein Grund ausgemacht werden kann. Nun haben britische Forscher herausgefunden, dass bei drei oder mehr Fehlgeburten ein bestimmter Defekt in der Gebärmutterschleimhaut beteiligt sein könnte. Der Grund sind nicht genügend beziehungsweise nicht ausreichend teilungsfähige Stammzellen.

Zu wenig Stammzellen lassen Gebärmutterschleimhaut altern

Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler um Jan Brosens von der Warwick Universität und dem Warwick Systems Biology Centre in Coventry die Gewebeproben der Gebärmutterschleimhaut von 183 Frauen, die bereits drei oder mehr Fehlgeburten erlitten hatten. Dabei fiel auf, dass die Proben dieser Frauen weniger Stammzellen aufwiesen als normalerweise. Zudem konnten die Forscher zeigen, dass bei den betroffenen Frauen die Teilungsfähigkeit der Zellen im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant reduziert war.

Stammzellen sind notwendig, damit sich die Gebärmutterschleimhaut immer wieder erneuern kann. Sind zu wenig Stammzellen vorhanden, altert die Gebärmutterschleimhaut schneller und eine erfolgreiche Schwangerschaft wird unwahrscheinlicher. „Kultivierte Zellen von Frauen, die drei oder mehr aufeinanderfolgende Fehlgeburten erlitten haben, zeigten, dass die gealterten Zellen in der Gebärmutterschleimhaut nicht in der Lage waren, sich adäquat auf die Schwangerschaft vorzubereiten“, so Brosens.

 

Hoffnung auf neuen Therapieansatz bei Fehlgeburten

Die Forscher haben nun die Hoffnung, dass sich aus ihrer Erkenntnis therapeutische Ansätze entwickeln lassen. Co-Autorin Siobhan Quenby erklärt dazu: „Im Frühling 2016 werden wir anfangen, neue Methoden zu testen, die die Gebärmutterschleimhaut verbessern.“ Allerdings werden sich Fehlgeburten dadurch nicht generell verhindern lassen, denn für einen Abort kommen verschiedene Ursachen in Frage. Besonders häufig – vor allem bei Fehlgeburten in der Frühschwangerschaft – liegen genetische Schäden im Erbgut des Embryos zugrunde. Ein so genannter Spätabort zwischen der 13. und 24. Schwangerschaftswoche wird hingegen häufig durch aufsteigende genitale Infektionen ausgelöst.

Foto: © Light Impression - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
 

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