. Herzmedizin

Modernstes Herzimplantat stammt aus Berlin

3wGrosser Fortschritt für Patienten mit schweren Herzrhythmusstörungen: Seit 18. November sind in Europa implantierbare Defibrillatoren mit MRT-Verträglichkeit zugelassen. Die Charité war unter den ersten Kliniken, die das neue Gerät herzkranken Patienten implantiert hat. Entwickelt wurden die Implantate von dem Berliner Medizintechnik-Hersteller Biotronik.
Modernstes Herzimplantat stammt aus Berlin

Den neuen Defibrillator implantiert: Mattias Rosen (Foto: Charité)

 

Defibrillatoren geben einen Elektroschock ab, wenn ein lebensbedrohlicher Herzstillstand eingetreten ist. Bereits seit 1980 werden sie herzkranken Menschen eingesetzt. Bisher war es jedoch nicht möglich, bei Patienten mit implantiertem Defibrillator MRT-Untersuchungen (Magnetresonanztomographie) durchzuführen, da die handelsüblichen Geräte vom Magnetfeld des MRT beschädigt werden. Ein MRT wird beispielswiese zur Erkennung und Behandlung schwerer Leiden wie Tumore, Schlaganfälle sowie weiterer neurologischer und orthopädischer Erkrankungen eingesetzt.

Dank einer neuen Technologie namens Pro MRI haben künftig auch Patienten, die auf einen Defibrillator angewiesen sind, Zugang zu der modernen Diagnostik. Die neuen Implantate sind allerdings noch um rund 25 Prozent teurer als die herkömmlichen Geräte. "Daher werden wir sie hauptsächlich für Patienten verwenden, bei denen MRT-Untersuchungen in Zukunft absehbar notwendig werden", erläuterte Dr. Mattias Roser von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie am Campus Virchow-Klinikum. Roser hatte am 23. November den weltweit ersten MRT-fähigen Defibrillator einem 69-jährigen Berliner eingesetzt. Der Kardiologe bezeichnete es als grossen Fortschritt, "dass Menschen mit einem Herzleiden, die beispielsweise gleichzeitig Erkrankungen des Nervensystems oder der Wirbelsäule haben, jetzt auch Zugang zur modernen MRT-Diagnostik haben." Der neue Defibrillator gehört zur Lumax-740er Familie von Biotronik und wurde in Berlin entwickelt.

Weitere Nachrichten zum Thema Herz

| Bei einer Herzmuskelentzündung fehlen häufig typische Symptome, was die Diagnose erschwert. Die Hauptkennzeichen sind Abgeschlagenheit und eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit. Die Symptome richtig zu deuten, ist wichtig, denn eine schwere Herzmuskelentzündung kann sogar tödlich sein.
| Dass körperliche Inaktivität, hoher Alkoholkonsum, Rauchen und Bluthochdruck Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen sind, ist bekannt - wie ungleich diese innerhalb Deutschlands verteilt sind, jedoch weniger. Eine Studie zeigt, dass Menschen aus dem Ostteil des Landes ein ungünstigeres Risikoprofil aufweisen.
| Ein Riss an der Aorta direkt am Herzen, die so genannte Aortendissektion, führt unbehandelt innerhalb von 48 Stunden zum Tod. Möglicherweise kommt das lebensbedrohliche Ereignis sogar häufiger vor als bislang gedacht. Das legen Autopsieberichten aus Berlin nahe, die das Deutschen Herzzentrum Berlin jetzt ausgewertet hat.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
. Weitere Nachrichten
. Top-Fortbildungen
. Top-Termine
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Interviews
Die Hausärzte im Seeheilbad Büsum waren damals alles Männer im oder kurz vorm Rentenalter, ihre Einzelpraxen wollte niemand übernehmen. Um einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung zu verhindern, rang sich die Gemeinde dazu durch, selbst als Trägerin der örtlichen Arztpraxis aufzutreten – als erste bundesweit. In dem kommunalen Eigenbetrieb arbeiten heute fast nur junge Ärztinnen. Wie das ging und welche weiteren Modelle es gibt gegen den Ärztemangel auf dem Land, erzählt Initiator Harald Stender drei Jahre nach Gründung des Pioniermodells.