. Rheuma-Diagnostik

Moderne Bildgebung SPECT macht Rheuma "sichtbar"

Mit der Einzelphotonen-Emissions-Computertomographie (SPECT) können pathologische Veränderungen des Knochenstoffwechsels bei Rheuma-Patienten bereits sehr früh nachgewiesen werden. Offenbar früher als mit dem MRT.
Gesteigerter Knochenstoffwechsel bei Rheuma

Gesteigerter Knochenstoffwechsel bei Rheuma

Rheuma-Patienten werden zunehmend früher und intensiver therapiert. Damit soll vermieden werden, dass langfristige Folgeschäden der rheumatischen Erkrankung auftreten, wie etwa Schäden an Knochen und Gelenken. Mit funktionellen Untersuchungsmethoden wie der hochauflösenden Einzelphotonen-Emissions-Computertomographie (SPECT) können pathologische Knochenumbauvorgänge bereits sehr früh nachgewiesen werden, mitunter schon zu einem Zeitpunkt, zu dem selbst die MRT-Diagnostik noch unauffällig ist. Das berichteten Radiologen von der Universitätsklinik Düsseldorf auf dem 93. Deutschen Röntgenkongress im Mai 2012 in Hamburg.

"Mit Ultraschall oder Magnetresonanztomographie können auch kleinere Veränderungen am Gelenk bereits relativ früh erkannt werden", erklärte Professor Dr. Axel Scherer vom Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Düsseldorf. "Aber erst nuklearmedizinische Verfahren wie etwa die SPECT-Untersuchung gestatten es, funktionelle Veränderungen sichtbar zu machen. Damit können wir beispielsweise Probleme des Knochenstoffwechsels erkennen, noch bevor fassbare Schäden auftreten."

SPECT zeigt Veränderungen im Knochenstoffwechsel an, bevor Schäden entstehen

Scherer und seine Mitarbeiter Dr. Christian Buchbender und Dr. Falk Miese hatten die hochauflösende SPECT und die Magnetresonanztomographie (MRT) in einer klinischen Studie bei zehn Patienten mit frühem Rheuma "rheumatoide Arthritis" direkt miteinander verglichen.

"Einen erhöhten Knochenstoffwechsel haben wir auch in solchen Gelenken gefunden, die in der MRT völlig normal aussahen. Die SPECT liefert demnach schon früh Informationen über drohende Knochenschäden. Das kann für die Therapie sehr relevant sein", so Scherer.

Bei der SPECT-Untersuchung wird den Patienten eine mit Technetium markierte, phosphonathaltige Substanz (Tc99m-DPD ) gespritzt. Phosphonat (und damit das mittels SPECT nachweisbare Technetium) werden in den Knochen eingebaut und zwar vor allem dort, wo Umbauprozesse stattfinden. Dies ist in der Umgebung der vom Rheuma betroffenen Gelenke der Fall.

Foto: In der SPECT erkennt man einen deutlich gesteigerten Knochenstoffwechsel im Caput Os metacarpale II (Doppelpfeile) und an der Basis der Grundphalanx (Universitätsradiologie Düsseldorf)

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