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Mittelmeer-Diät verbessert Chancen der Kinderwunsch-Behandlung

Frauen, die in den sechs Monaten vor einer Kinderwunsch-Behandlung (IVF) eine Mittelmeer-Diät einhielten, hatten bessere Chancen, schwanger zu werden. Das zeigt eine griechische Studie.
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Die gesunde, mediterrane Ernährung erhöht bei einer Kinderwunschbehandlung die Chancen auf eine Schwangerschaft

Frauen, die in den sechs Monaten vor einer Kinderwunsch-Behandlung in Form einer In-Vitro-Fertilisation eine mediterrane Diät einhielten, hatten signifikant bessere Chancen, schwanger zu werden und ein lebendes Baby zur Welt zu bringen als Frauen, die sich nicht so ernährten. Die entsprechende Studie erschien jetzt im Fachmagazin Human Reproduction.

Insgesamt 244 Frauen füllten einen Fragebogen zu ihrer Nahrungsaufnahme aus, als sie sich für eine erste IVF-Behandlung in Athen vorstellten. Der Fragebogen hielt fest, wie oft sie in den letzten sechs Monaten bestimmte Lebensmittel gegessen hatten. Die Frauen waren zwischen 22 und 41 Jahre alt und nicht fettleibig.

Mittelmeer-Diät erhöht Chancen der Kinderwunsch-Behandlung

Die Ergebnisse wurden in einen MedDiet-Score eingetragen, der von 0 bis 55 reichte, wobei höhere Werte eine stärkere Einhaltung der Mittelmeer-Diät anzeigen. Die Forscher unter der Leitung von Prof. Nikos Yiannakouris an der Abteilung für Ernährung und Diätetik der Harokopio Universität Athen teilten die Frauen je nach ihrem MedDiet Score in drei Gruppen ein: Die erste Gruppe hatte Werte zwischen 18 und 30, die zweite zwischen 31 und 35 und die dritte Gruppe erzielte zwischen 36 und 47.

Ergebnis: Wer vor einer Kinderwunschbehandlung/In-vitro-Fertilisation mehr frisches Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Fisch, Olivenöl und wenig rotes Fleisch aß, hatte eine um bis zu 68 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Schwangerschaft und Geburt als jene Frauen, die sich nicht mediterran ernährten.

 

Insgesamt brachten 40,5 Prozent der Frauen ein Kind zur Welt

Im Vergleich zu den 86 Frauen dieser Gruppe hatten die 79 Frauen in der Gruppe mit der niedrigsten Punktzahl signifikant niedrigere Schwangerschaftsraten (29 Prozent gegenüber 50 Prozent) und Lebendgeburten (26,6 Prozent gegenüber 48,8 Prozent). Bei den Frauen unter 35 Jahren stellten die Forscher fest, dass jede Fünf-Punkte-Verbesserung im MedDiet-Score mit einer etwa 2,7-fach höheren Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Schwangerschaft und Lebendgeburt verbunden war.

Insgesamt wurden 229 Frauen (93,9 Prozent) mindestens ein Embryo in ihre Gebärmutter übertragen. 138 (56 Prozent) hatten eine erfolgreiche Implantation. 104 (42,6 Prozent) erreichten eine Schwangerschaft, die durch einen Ultraschall bestätigt wurde, 99 (40,5 Prozent) brachten ein lebendes Baby zur Welt.

Gesunde Ernährung auch für Männer wichtig

Fazit der Forscher: Frauen mit Kinderwunsch sollten ermutigt werden, sich gesund zu ernähren. Die Einhaltung einer Mittelmeer-Diät - also eines gesunden Ernährungsmusters - könnte die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft und die Geburt eines lebenden Babys erhöhen, so Prof. Yiannakouris.

Die Ernährung und Lebensweise bei Männern sei dabei ebenso wichtig sind wie bei Frauen. Frühere Arbeiten mit männlichen Probanden deuten darauf hin, dass die Einhaltung der mediterranen Ernährung auch eine Rolle für die Verbesserung der Samen-Qualität spielt.

Die Forscher fanden keinen Zusammenhang zwischen der Ernährung und der Chancen auf erfolgreiche Schwangerschaften und Lebendgeburten bei Frauen im Alter von 35 und älter. Sie glauben, dass altersbedingte hormonelle Veränderungen die Einflüsse von Umweltfaktoren wie der Ernährung verschleiern könnten. Um das festzustellen, seien weitere Studien nötig.

Foto: weyo/fotolia.com

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