Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Mittelmeer-Diät könnte Risiko für Depressionen senken

Wer sich nach den Regeln der Mittelmeer-Diät ernährt, hat ein niedrigeres Risiko, Depressionen zu entwickeln. Das melden Forscher im Umfeld des 15. Europäischen Depressionstages am 1. Oktober.
tomaten, gemüse, rohkost, gesunde ernährung, sekundäre pflanzenstoffe

Wer sich nach den Regeln der Mittelmeer-Küche ernährt, könnte seine seelische Gesundheit stärken

Ungesunde Essgewohnheiten könnten die Anfälligkeit für Depressionen erhöhen. Zu dem Ergebnis kamen Forscher des University College London. Die Wissenschaftler werteten 41 internationale Studien aus, die in den vergangenen Jahren zu dem Thema veröffentlicht wurden. Dr. Camille Lasalle und ihre Kollegen suchten darin nach einem möglichen Zusammenhang zwischen der Qualität und Art der Ernährung und dem persönlichen Risiko, diese psychische Erkrankung zu entwickeln.

Die Ergebnisse zeigten ein "klares Muster", so die Forscher. Menschen, die einer mediterraneren Diät folgten, hatten ein um 33 Prozent geringeres Risiko, in den folgenden acht bis zehn Jahren Depressionen zu entwickeln, als diejenigen, deren Essgewohnheiten am wenigsten einer Mittelmeerdiät glichen.

Mittelmeer-Diät gegen Depressionen: Viel Obst, Gemüse, Olivenöl, Fisch

Die Mittelmeer-Diät beinhaltet eine hohe Aufnahme von Obst, Gemüse, Olivenöl, Nüssen und Fisch. Dagegen könnte eine Ernährung, die reich an gesättigten Fettsäuren, Zucker und verarbeiteten Lebensmitteln ist - die so genannte westliche Diät - die psychische Gesundheit in schädlicher Weise beeinflussen.

Süßigkeiten und Fast Food führten zu oxidativem Stress, Insulinresistenz und Entzündungen. Chronische Entzündungen wiederum können auch der psychischen Gesundheit schaden, so Dr. Lasalle. Zudem gebe es eine Verbindung zwischen Darm-Mikrobiom und Gehirn, die die wichtige Rolle der Ernährung für das psychische Geschehen erklärt.

 

Mittelmeer-Diät könnte Risiko für Depressionen senken

Entzündungen und oxidativer Stress könnten laut der Forscher mit Hilfe von Obst, Gemüse, Nüssen und Wein - diesen in Maßen - verhindert werden, da diese entzündungshemmende und antioxidative Bestandteile enthalten, die helfen, Zellschäden reparieren und Entzündungsprozesse abzuschwächen. Die Mittelmeer-Diät könnte so das Risiko für Depressionen senken.

Bei der Behandlung dieser psychischen Erkrankung sollte daher auch eine Ernährungsberatung erfolgen, meinen die Forscher. Schon länger bekannt ist, dass Menschen mit schlechter  psychischer Gesundheit - also einem erhöhten Risiko für Depressionen - sich oft auch schlechter ernähren. Da es sich bei den ausgewerteten Studien um rückwirkende Beobachtungsstudie handelt, ist nicht abschließend zu klären, ob die Fehlernährung Ursache oder Wirkung der psychischen Erkrankung ist. Das müsste in weiteren Arbeiten erforscht werden. Die aktuelle Untersuchung erschien im Fachmagazin Molecular Psychiatry.

Foto: exclusive-design/fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Depression
 

Weitere Nachrichten zum Thema Mittelmeer-Diät

Der Eiweißbedarf der Menschheit wächst. Aber nicht jedes Eiweiß ist gesund und die industrielle Eiweißproduktion beschleunigt den Klimawandel, etwa durch Abholzung von Regenwäldern oder hohen Wasserverbrauch. Wissenschaftler der Leibniz-Gemeinschaft haben jetzt in Potsdam ein Positionspapier vorgelegt, wie diesem Widerspruch begegnet werden kann.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Eine Zecke auf der Haut ist erst mal kein Grund zur Panik. Aber es ist wichtig, sie nach einer Entdeckung schnell und vor allem mit dem richtigen Instrument und der richtigen Technik zu entfernen. Je früher es geschieht, desto geringer ist die Gefahr, sich mit Borreliose zu infizieren. Beim Entfernen muss man aber ein paar Punkte beachten.


Sie wiegen so viel wie unser Gehirn und viel mehr als unser Herz – und sind genauso lebenswichtig: die Darmbakterien. Sie verdauen unser Essen, entsorgen Giftstoffe und schützen uns als Teil des Immunsystems vor Krankheitserregern. Mit seiner Ernährung hat es der Mensch selbst in der Hand, ob er dieses unsichtbare „Organ“ schwächt – oder stärkt.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin