. Augenerkrankungen

Mit Vitamin C Grauem Star vorbeugen

Gegen Grauen Star gibt es nach wie vor keine medikamentöse Therapie, doch eine ausgewogene Ernährung und Bewegung könnn die Augenerkrankung hinauszögern. Offenbar ist vor allem ausreichend Vitamin C wichtig, um einem Grauen Star vorzubeugen.
Vitamin C wirkt gegen Grauen Star

Eine gesunde Ernährung kann Grauem Star entgegenwirken

Grauer Star ist eine natürliche Alterserscheinung, von der fast zehn Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind. Schon länger weiß man, dass eine gesunde Ernährung und Bewegung der charakteristischen Linsentrübung entgegenwirken können. Eine Londoner Studie hat nun ergeben, dass vor allem eine Vitamin-C-reiche Ernährung die Entwicklung eines Grauen Stars hinauszögern kann. Die Studie wurde im Fachmagazin Ophthalmologie veröffentlicht.

Die Forscher hatten über 300 weibliche Zwillingspärchen über einen Zeitraum von zehn Jahren beobachtet und ihre Ernährungsgewohnheiten sowie die Entwicklung der Linsentrübung beobachtet. Dabei zeigte sich, dass genetische Ursachen nur zu einem Drittel für Fortschritt und Schweregrad des Grauen Stars verantwortlich sind. Viel wichtiger scheinen hingen Umweltfaktoren, Alter und Lebensstil zu sein. Vor allem eine gesunde Ernährung mit ausreichend Vitamin C stellte sich als schützend für die Augenlinse dar.

Vitamin C kann die Linse schützen

Die Forscher gehen davon aus, dass Vitamin C sich in der Augenflüssigkeit ansammelt und dort die Trübung der Linse verhindert. Die Studienergebnisse seien aber keine Aufforderung, zu Nahrungsergänzungsmitteln zu greifen, erklärt Professor Helbig, Leiter der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Regensburg und Präsident der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). „Die meisten Menschen in Deutschland können sich mit Vitaminen ausreichend über Lebensmittel versorgen, so dass Nahrungsergänzungsmittel keinen zusätzlichen Effekt bringen.“ Nicht nur Orangen, Grapefruit und Mandarinen seien reich an Vitamin C; Gemüsesorten wie Brokkoli, Rosenkohl und Grünkohl übertreffen die Zitrusfrüchte in dieser Hinsicht sogar. Vor allem Senioren sollten darauf achten, dass sie täglich ausreichend Vitamine über Obst und Gemüse zu sich nehmen.

 

Auch Bewegung kann Grauen Star hinauszögern

„Die Londoner Studie ist eine weitere Arbeit, die verdeutlich, wie sehr der Lebensstil auch die Gesundheit der Augen beeinflusst“, erklärt DOG-Mediensprecher Professor Christian Ohrloff. Frühere Studien wiesen bereits darauf hin, dass auch regelmäßige Bewegung und Sport die Augen gesund halten: So können 60 Minuten tägliches Laufen oder Radfahren das Risiko für einen Grauen Star um 16 Prozent senken. Gleichzeitig kann ein gesunder Lebensstil auch vor anderen Augenleiden schützen. So reduziert der Verzicht auf Zigaretten das Risiko, an altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) zu erkranken.

Grauer Star ist weltweit der häufigste Grund für Erblindung. Nach Schätzung der DOG müssen Augenärzte in Deutschland bei mindestens 800.000 Augen pro Jahr die getrübte Linse durch eine Kunstlinse ersetzen, um das Augenlicht der Betroffenen wiederherzustellen. Eine wirksame medikamentöse Therapie gegen den Grauen Star gibt es bislang nicht. Vorbeugen ist daher besonders wichtig.

Foto: © Vera Kuttelvaserova - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Augenkrankheiten , Glaukom , Ernährung , Nahrungsergänzungsmittel , Vitaminmangel
 

Weitere Nachrichten zum Thema Grauer Star

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Wer unter Diabetes leidet und sich mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert, hat ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft gibt nun Ärzten Empfehlungen, worauf in diesem Fall zu achten ist.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin Mehrzweckraum, EG
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.
Work-Life-Balance, geregelte Arbeitszeiten – in altersgemischten Stationsteams prallen Welten aufeinander. Wie sich der Generationenkonflikt im Krankenhaus lösen lässt, weiß Professor Wolfgang Kölfen, Chefarzt und Kommunikationsberater aus Mönchengladbach.
Die Universitätsmedizin Essen ist Smart Hospital und aktiv am Aufbau des virtuellen Krankenhauses in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Über die Chancen der digitalen Transformation und die Hürden auf diesem Weg hat Gesundheitsstadt Berlin mit der Digital Change Managerin der Universitätsmedizin Dr. Anke Diehl gesprochen.