Anzeige
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Anzeige

Mit Stammzellen gegen Parkinson

Forscher arbeiten unter Hochdruck an einer Stammzelltherapie gegen Parkinson. Nun gab es einen Erfolg: In Experimenten an Affen konnten Stammzellen die Symptome einer Parkinson-Erkrankung lindern.
Stamzellen gegen Parkinson

Patienten mit Parkinson können auf eine neue Therapieoption hoffen

In Deutschland sind nach Angeben des „Kompetenznetzes Parkinson“ rund 280.000 Menschen von Parkinson betroffen. Die Ursachen der Erkrankung sind noch unzureichend geklärt. Was man weiß ist, dass bei Parkinson die Dopamin-produzierenden Nervenzellen in der Substantia nigra des Gehirns absterben. Dadurch kommt es nach und nach zu den typischen Symptomen wie verlangsamten Bewegungen, Zittern und Erstarren der Muskulatur. Eine ursächliche Therapie gibt es bislang nicht. Doch schon lange suchen Forscher nach einer Möglichkeit, mit Stammzellen gegen Parkinson vorzugehen. Nun konnten Wissenschaftler in Experimenten an Affen durch eine Stammzelltherapie die Symptome einer Parkinson-Erkrankung erfolgreich zurückdrängen.

iPS-Zellen könnten Lösung sein

Eine Therapie mit Stammzellen gilt als hoch riskant, weil Stammzellen dazu neigen, im Gehirn Tumore zu bilden. Für die aktuelle Studie benutzen die Forscher eine relativ neue Art von Stammzellen, sogenannte induzierte pluripotente Stammzellen (iPS). Dabei handelt es sich um Zellen, die aus körpereigenen Bindegewebszellen gewonnen werden und dann zu Stammzellen rückprogrammiert werden. Danach können sie sich in beliebige Körperzellen verwandeln, auch in Gehirnzellen. Durch diese Entdeckung des japanischen Forschers Shinya Yamanaka, für die er im Jahr 2012 den Nobelpreis für Medizin erhielt, konnten auch die ethischen Probleme, die mit der Gewinnung embryonaler Stammzellen verbunden sind, ausgeräumt werden.

Nun hat ein Wissenschaftlerteam um Jun Takahashi von der Universität in Kyoto Nervenzellen, die aus menschlichen iPS-Zellen gewonnen wurden, in Javaneraffen, die unter Parkinsonsymptomen litten, transplantiert und konnte damit die Bewegungsprobleme der Tiere nachhaltig vermindern. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen veröffentlichten die Forscher im Fachmagazin „Nature“.

Neue Dopamin-produzierende Nervenzellen nachweisbar

Es zeigte sich, dass die behandelten Tiere nicht nur signifikante Verbesserungen ihrer neurologischen Funktionen aufwiesen, sondern dass tatsächlich dopaminerge Nervenzellen im Gehirn eingebaut wurden. Die transplantierten Tiere wurden von den Forschern zwei Jahre lang beobachtet. Bis heute sind keine Hirntumore aufgetreten.

„Die von Kikuchi et al. publizierte Arbeit stellt einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung neuer zelltherapeutischer Verfahren zur Behandlung der Parkinsonkrankheit dar“, kommentiert Professor Frank Edenhofer vom Institut für Molekularbiologie der Universität Innsbruck die Veröffentlichung. Die Forscher hätten damit gezeigt, „dass sich aus menschlichen iPS-Zellen in faktisch unbegrenzter Weise transplantierbare Nerven-Stammzellen in der Zellkulturschale erzeugen lassen, die eine ähnlich vorteilhafte Wirkung wie die fetalen Zellen entfalten.“ Ob sich die Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen, müssen nun klinische Studien zeigen.

Foto: © Naeblys - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Neurologie , Parkinson , L-Dopa , Tiefe Hirnstimulation , Stammzellen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Parkinson

29.01.2019

Levopada (L-Dopa) wird seit 40 Jahren Parkinson-Patienten verordnet. Die Sorge, dass das Mittel toxisch sein könnte und das Fortschreiten der Krankheit sogar begünstigt, wurde nun durch eine Studie entkräftet. Die befürchteten Nebenwirkungen zeigten sich nicht.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Krebs ist oft Zufall und die Wahrscheinlichkeit, ihn zu bekommen, steigt mit dem Alter. Für mindestens sieben Arten von Krebs aber lässt sich das Erkrankungsrisiko durch eine Abkehr von gesundheitsschädlichen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten deutlich nach unten schrauben. Darauf macht die Deutsche Krebshilfe aufmerksam.


Eine Zecke auf der Haut ist erst mal kein Grund zur Panik. Aber es ist wichtig, sie nach einer Entdeckung schnell und vor allem mit dem richtigen Instrument und der richtigen Technik zu entfernen. Je früher es geschieht, desto geringer ist die Gefahr, sich mit Borreliose zu infizieren. Beim Entfernen muss man aber ein paar Punkte beachten.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin