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Mit progressiver Muskelrelaxation der Migräne vorbeugen

Dienstag, 27. November 2018 – Autor:
Die Progressive Muskelrelaxation (PMR) nach Jacobson kostet nichts außer ein paar Minuten am Tag. Migränepatienten sollten sich täglich diese Zeit nehmen, raten Experten. Die Muskelentspannung wirkt offenbar genauso gut wie Medikamente.
Migräne, progressive Muskelrelaxation nach Jacobson

Einfache Therapie gegen Migräne: Die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson ist ein gutes Rezept, wenn sie täglich durchgeführt wird.

Viele Migränepatienten nehmen vorbeugend Medikamente ein – oft mit geringem Erfolg. Dabei gibt es ein Mittel, das ganz ohne Risiken und Nebenwirkungen mindestens genauso gut hilft. Die Progressive Muskelrelaxation (PMR) wird schon seit über 40 Jahren zur Migräneprophylaxe eingesetzt. Wissenschaftler haben nun die Studienlage dazu durchforstet. Zwar wurden nur wenige aussagekräftige Studien gefunden. Aber die wenigen Ergebnisse sprechen eindeutig für die Muskelentspannung.

Nur 5 bis 25 Minuten entspannen, aber täglich

„Mit der Übersicht über PMR-Studien zur Migräneprophylaxe und mit der eigenen Studie konnten wir zeigen, dass die  Progressive Muskelrelaxation ein effektives nichtmedikamentöses Verfahren zur Migräneprophylaxe ist“, sagt Studienautorin Dr. Bianca Meyer von der Universität Rostock. Ein guter Effekt stelle sich allerdings nur dann ein, wenn regelmäßig täglich mindestens 5 bis 25 Minuten geübt werde. Migränepatienten sollten daher, die Entspannungsübungen in den Alltag einbauen.

In einer Untersuchung mit 50 Migränepatienten konnten die Forscher aus Rostock zeigen, dass sich mit täglichen Übungen die Häufigkeit von Migräneanfällen reduzierte. Gehirnstrommessungen zeigten außerdem, dass sich die kortikale Reizverarbeitung normalisierte. So näherten sich die anfänglich hohen Werte (Erregbarkeit. Aktivierungsniveau) den normalen Werten der Kontrollgruppe an.

 

Schmerzhemmende Strukturen werden aktiviert

Entspannungsverfahren reduzieren neben dem Aktivierungsniveau auch die zentrale Schmerzverarbeitung, außerdem bewirken entspannende Strategien eine Aktivierung in schmerzhemmenden Strukturen im periaquäduktalen Grau, berichten die Forscher in der Aprilausgabe der Fachzeitschrift „Schmerz“.

Es lohnt also, das Entspannungsverfahren als ergänzende Maßnahme auszuprobieren. Die Techniker Krankenkasse (TK) bietet die Progressive Muskelrelaxation Jacobson zum Beispiel kostenlos zum Download an. Die Kurzversion dauert 17 Minuten, die Langversion 50 Minuten.

Foto: pixabay

 

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