. Entspannungsverfahren

Mit progressiver Muskelrelaxation der Migräne vorbeugen

Die Progressive Muskelrelaxation (PMR) nach Jacobson kostet nichts außer ein paar Minuten am Tag. Migränepatienten sollten sich täglich diese Zeit nehmen, raten Experten. Die Muskelentspannung wirkt offenbar genauso gut wie Medikamente.
Migräne, progressive Muskelrelaxation nach Jacobson

Einfache Therapie gegen Migräne: Die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson ist ein gutes Rezept, wenn sie täglich durchgeführt wird.

Viele Migränepatienten nehmen vorbeugend Medikamente ein – oft mit geringem Erfolg. Dabei gibt es ein Mittel, das ganz ohne Risiken und Nebenwirkungen mindestens genauso gut hilft. Die Progressive Muskelrelaxation (PMR) wird schon seit über 40 Jahren zur Migräneprophylaxe eingesetzt. Wissenschaftler haben nun die Studienlage dazu durchforstet. Zwar wurden nur wenige aussagekräftige Studien gefunden. Aber die wenigen Ergebnisse sprechen eindeutig für die Muskelentspannung.

Nur 5 bis 25 Minuten entspannen, aber täglich

„Mit der Übersicht über PMR-Studien zur Migräneprophylaxe und mit der eigenen Studie konnten wir zeigen, dass die  Progressive Muskelrelaxation ein effektives nichtmedikamentöses Verfahren zur Migräneprophylaxe ist“, sagt Studienautorin Dr. Bianca Meyer von der Universität Rostock. Ein guter Effekt stelle sich allerdings nur dann ein, wenn regelmäßig täglich mindestens 5 bis 25 Minuten geübt werde. Migränepatienten sollten daher, die Entspannungsübungen in den Alltag einbauen.

In einer Untersuchung mit 50 Migränepatienten konnten die Forscher aus Rostock zeigen, dass sich mit täglichen Übungen die Häufigkeit von Migräneanfällen reduzierte. Gehirnstrommessungen zeigten außerdem, dass sich die kortikale Reizverarbeitung normalisierte. So näherten sich die anfänglich hohen Werte (Erregbarkeit. Aktivierungsniveau) den normalen Werten der Kontrollgruppe an.

 

Schmerzhemmende Strukturen werden aktiviert

Entspannungsverfahren reduzieren neben dem Aktivierungsniveau auch die zentrale Schmerzverarbeitung, außerdem bewirken entspannende Strategien eine Aktivierung in schmerzhemmenden Strukturen im periaquäduktalen Grau, berichten die Forscher in der Aprilausgabe der Fachzeitschrift „Schmerz“.

Es lohnt also, das Entspannungsverfahren als ergänzende Maßnahme auszuprobieren. Die Techniker Krankenkasse (TK) bietet die Progressive Muskelrelaxation Jacobson zum Beispiel kostenlos zum Download an. Die Kurzversion dauert 17 Minuten, die Langversion 50 Minuten.

Foto: pixabay

Autor: ham
 

Weitere Nachrichten zum Thema Migräneprophylaxe

| Frauen erleiden fünfmal so häufig Migräne-Attacken wie Männer – und oft helfen nur noch Rückzug und Ruhe. Eine Migräne-App der Techniker Krankenkasse verspricht, die Behandlungsergebnisse zu verbessern - auch durch eine aktivere Rolle der Patienten. Laut einer Studie verringert die TK-App die Tage mit Kopfschmerzen im Monat immerhin um drei. Das entspricht einem Viertel.
| Forscher haben jetzt herausgefunden, dass Rotwein als Migräne-Trigger überschätzt wird. Doch Migräne-Patienten sollten lieber auf ihren Bauch als auf die neuen Studienergebnisse hören. Denn Alkohol, und insbesondere Rotwein, kann sehr wohl eine Migräneattacke auslösen.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Das Online-Programm iFightDepression der Deutschen Depressionshilfe scheint wirksam zu sein. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Teilnehmer ihre depressive Symptomatik damit von mittelgradig auf leicht verbessern konnten. Voraussetzung ist allerdings, dass die Selbsttherapie professionell begleitet wird.
Viele Menschen leiden unter Schlafproblemen. Die häufigsten Gründe: Stress und falsche Gewohnheiten. Einige einfache Tricks können dazu beitragen, wieder zu einem besseren Schlafrhythmus zu finden.
 
 
. Interviews
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.