. Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Milkshakes aus der Eisdiele sind oft Keimschleudern

Bei der Herstellung von Milkshakes ist besondere Hygiene gefragt. Doch daran scheint es in vielen Cafés und Eisdielen zu hapern. Verbraucherschützer fanden in Stichproben E. coli-Bakterien, Hefepilze und Krankheitskeime, die in kein Milkshake gehören.
In jedem fünften Milchshake aus eigener Herstellung lauern Keime

In jedem fünften Milchshake aus eigener Herstellung lauern Keime

Ob Schoko, Vanille oder Erdbeer, in den heißen Sommermonaten Milkshakes eine willkommene Erfrischung. Viele Cafés und Eisdielen mixen die Shakes selbst, was Frische suggeriert. Doch Mixer und Co müssen anschließend heiß ausgespült werden, sonst können sich Keime schnell vermehren. Das aber scheint oft nicht der Fall zu sein, wie Untersuchungen des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zeigen. So wurden bei Untersuchungen von selbstgemachten Milkshakes hohe Gehalte an Enterobakterien (wie E. coli) und Hefepilzen festgestellt, was laut dem BVL „auf Hygieneprobleme bei der Herstellung schließen lässt.“ Krankmachende Keime wie Listerien und Bacillus cereus haben die Verbraucherschützer ebenfalls nachgewiesen, allerdings nur in geringen Mengen.

Jede fünfte Milkshake mit Keimen belastet

Insgesamt wurden 768 Proben mikrobiologisch untersucht, die ganz unterschiedlich von den einzelnen Betrieben zubereitet wurden. Manche enthielten neben Milch und Speiseeis auch Sahne, Joghurt, frische Früchte oder künstliche Aromen.

Am häufigsten wurden Hefepilze nachgewiesen (21,5%) mit einem Gehalt von mehr als 1.000 koloniebildenden Einheiten pro Gramm (KbE/g). Die Richt- und Warnwerte der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) für Speiseeis sowie jene für geschlagene Sahne waren damit deutlich überschritten.

 

E. coli ist ein Fäkalkeim

In knapp 20 Prozent der Proben wurden außerdem E. coli-Bakterien gefunden, ein Keim, der eigentlich im Darm zu Hause ist. E. coli gilt als Indikator für die fäkale Verunreinigung von Trinkwasser oder Lebensmitteln. "Die hohen Keimgehalte in einigen Proben lassen auf eine unzureichende Qualität beziehungsweise falsche Lagerung der verwendeten Ausgangsprodukte schließen", schreibt die Behörde.  Aber auch andere Hygienemängel, etwa an den Gerätschaften oder beim Personal, kämen als Ursache in Betracht.

Krankheitskeime vereinzelt nachgewiesen

Hefepilze und E.coli-Bakterien mögen im Mikshake unappetitlich sein, gelten jedoch nicht als krankmachend. Ganz anders Listerien und Bacillus cereus. Diese Krankheitskeime wurden auch gefunden, allerdings nicht ganz so häufig. So enthielten 4,3 Prozent der untersuchten Milchshakes Bacillus cereus oberhalb des DGHM-Richtwertes und 8 davon (1,1 %) sogar oberhalb des DGHM-Warnwertes von 1.000 KbE/g. Drei dieser Shakes wurden mit Nüssen hergestellt, wo das Bakterium nicht selten in höheren Konzentrationen zu finden ist. Bacillus cereus kann ab einer bestimmten Konzentration im Lebensmittel ein Toxin bilden, das zu Magen-Darm-Erkrankungen führen kann.

In einer weiteren Probe konnte Listeria monocytogenes nachgewiesen werden – jedoch unterhalb des Warnwertes von 100 KbE/g. Dieser Milchshake enthielt neben Milch eine Erdbeerzubereitung. Salmonellen waren indes in keiner der untersuchten Proben enthalten.

Foto: © Adobe Stock/bigacis

Autor: ham
Hauptkategorie: Umwelt und Ernährung
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