. Neue Langzeitstudien

Migränepatienten erleiden häufiger einen Schlaganfall

Migräne geht mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle, venöse Thrombosen und andere Gefäßerkrankungen einher. Frauen mit Migräne plus Aura sind besonders gefährdet. Das zeigen zwei große Studien aus den USA und Dänemark.
Migräne, Schlaganfall

Migräne und Gefäße: Zwei Studien belegen das erhöhte Schlaganfallrisiko von Migränepatienten

Hinweise gibt es schon aus diversen Untersuchungen. Nun haben zwei große Studien aus den USA und Dänemark den Zusammenhang bestätigt: Menschen mit Migräne besitzen ein erhöhtes Risiko für Gefäßerkrankungen. Dazu zählen insbesondere Schlaganfälle, Herzinfarkte und venöse Thrombosen.

Bei der US-Studie handelt es sich um die größte bisher publizierte Metaanalyse zum Zusammenhang zwischen Migräne und zerebro- bzw. kardiovaskulären Erkrankungen. Ausgewertet wurden die Daten von 16 Studien mit knapp 400.000 Migränepatienten und rund 750.000 nicht Betroffenen als Kontrolle. Danach haben Migränepatienten ein um 41 Prozent erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall und ein um 23 Prozent erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt als die Allgemeinbevölkerung.

Gefährlich sind häufige Migräneattacken mit Aura

Eine Subgruppenanalyse zeigt, dass Frauen mit Migräne plus Aura sogar ein um 56 Prozent höheres Risiko für Schlaganfälle haben als Menschen ohne Migräne. Im Unterschied zu den übrigen Migränepatienten war auch die Gesamtsterblichkeit dieser Patientengruppe  um 20 Prozent erhöht. Ganz ähnliche Ergebnissen brachte auch eine Studie aus Dänemark zu Tage, in der mehr als 50.000 Migränepatienten 19 Jahre lang beobachtet und mit 500.000 Menschen aus einer Kontrollgruppe verglichen wurden.

 

Rauchen und Antibabypille erhöhen das Schlaganfallrisiko

Zwar sei die Sterblichkeit von Menschen mit Migräne insgesamt nicht höher als in der Allgemeinbevölkerung, meint Prof. Dr. Hans-Christoph Diener von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). „Ärzte, die Migränepatienten behandeln, sollten sich des Risikos aber bewusst sein.“ Er rät dazu, insbesondere Frauen mit häufiger Migräne mit Aura auf Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu untersuchen und diese dann proaktiv zu behandeln. „Von besonderer Bedeutung sind hier das Rauchen und die Antibabypille“, so der Neurologe mit Blick auf zwei besonders große Risikofaktoren für einen Schlaganfall. Generell sollten sich Migränepatienten aber von den Ergebnissen nicht verunsichern lassen. Denn die absolute Zahl der Ereignisse sei relativ gering, versichert Diener.

Migräne ist die häufigste neurologische Erkrankung in Deutschland. 20 Prozent der Frauen und acht Prozent der Männer leiden an der Kopfschmerzerkrankung, die mit Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen einhergeht. Kommen Sehstörungen wie flimmernde Blitze oder Gesichtsfeldausfälle dazu, spricht man von einer Aura.

Foto: © K.- P. Adler - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
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