. Nurses' Health Study II

Migräne erhöht Schlaganfallrisiko

Eine aktuelle Studie mit mehr als 115.000 Teilnehmerinnen bestätigt: Migräne erhöht das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall bei Frauen. Für Männer liegen noch keine Daten vor.
Migräne: Frauen haben 62 Prozent höheres Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden

Migräne: Frauen haben 62 Prozent höheres Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden

Der Verdacht, dass Migräne einen Schlaganfall oder Herzinfarkt wahrscheinlicher macht, hat sich bestätigt. Nach einer soeben im „British Medical Journal“ veröffentlichten Studie haben weibliche Migränepatienten ein um 50 Prozent höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als Nichtbetroffene. Das Risiko für einen Herzinfarkt war bei den Teilnehmerinnen um 39 Prozent, für Schlaganfall um 62 Prozent und für eine Angina pectoris um 73 Prozent erhöht.

Daten aus der Nurses' Health Study II ausgewertet

Für die Studie hatten Charité-Wissenschaftler zusammen mit amerikanischen Kollegen Daten der Nurses' Health Study II ausgewertet. An dieser großangelegten Studie nahmen zwischen 1989 und 2011 mehr als 115.000 Frauen im Alter von 25 bis 42 Jahren teil. Davon litten 17.531 unter einer ärztlich festgestellten Migräne, aber keine unter einer diagnostizierten Herz-Kreislauf-Erkrankung. Die aktuelle Studie hat eine ganze Reihe von Faktoren einbezogen, die die Wahrscheinlichkeit von Gefäßerkrankungen erhöhen. Keine Informationen waren dagegen über einzelne Biomarker und migränespezifische Charakteristika, wie die Wahrnehmung einer Aura, enthalten.

 

Migräne wichtiger Risikomarker für Herzinfarkt und Schlaganfall

„Unsere Auswertung legt nahe, dass Migräne als ein wichtiger Risikomarker für Herz-Kreislauf-Erkrankungen betrachtet werden muss, insbesondere bei Frauen“, sagt Studienleiter Prof. Tobias Kurth. Da Migräneerkrankungen weit verbreitet seien, müssten nun die biologischen Bedingungen untersucht werden, die an diesen Prozessen beteiligt sein. „Dieses Verständnis brauchen wir, um Patienten vorbeugende Maßnahmen anbieten zu können“, sagte er.

Unklar ist bislang, ob auch bei männlichen Migränepatienten ein erhöhtes Risiko für Gefäßerkrankungen besteht. Hier seien ebenfalls weitere Forschungsarbeiten nötig, so Kurth.

Migräne ist eine verbreitete Kopfschmerzerkrankung. Laut Berufsverband Deutscher Neurologen sind in Deutschland schätzungsweise ein Fünftel aller Frauen betroffen.

Autor: ham
Hauptkategorien: Berlin , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Migräne , Kopfschmerzen , Schlaganfall , Herz
 

Weitere Nachrichten zum Thema Migräne

| Frauen erleiden fünfmal so häufig Migräne-Attacken wie Männer – und oft helfen nur noch Rückzug und Ruhe. Eine Migräne-App der Techniker Krankenkasse verspricht, die Behandlungsergebnisse zu verbessern - auch durch eine aktivere Rolle der Patienten. Laut einer Studie verringert die TK-App die Tage mit Kopfschmerzen im Monat immerhin um drei. Das entspricht einem Viertel.
| Forscher haben jetzt herausgefunden, dass Rotwein als Migräne-Trigger überschätzt wird. Doch Migräne-Patienten sollten lieber auf ihren Bauch als auf die neuen Studienergebnisse hören. Denn Alkohol, und insbesondere Rotwein, kann sehr wohl eine Migräneattacke auslösen.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
44.000 Gehirnerschütterungen werden in Deutschland jährlich bei Sportlern diagnostiziert - bei dreimal so hoher Dunkelziffer. Falscher Ehrgeiz und Unkenntnis bei Athleten wie Vereinen führen oft zu einer Verharmlosung. Dabei ist die "Commotio" eine ernsthafte Verletzung mit möglichen gravierenden Folgen. Kopfbälle etwa können das Gehirn langfristig schädigen – vor allem bei jüngeren Spielern.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Gesundheitsakademie, Oudenarder Straße 16, 13347 Berlin
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Senioren fühlen sich heute jünger als früher – und sind es Studien zufolge auch. Doch woran liegt das und was bedeutet Alter heute überhaupt? Über diese und andere Fragen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem renommierten Alternspsychologen Prof. Dr. Hans-Werner Wahl gesprochen.
Das massenhafte Auftreten des Eichenprozessionsspinners hat in diesem Jahr bei besonders vielen Menschen zu allergischen Reaktionen der Haut führt. Die giftigen Brennhaare der Raupen können aber auch sprichwörtlich ins Auge gehen. Am Universitätsklinikum Münster mussten diese Woche sechs Menschen am Auge operiert werden. Dr. Lamis Baydoun, Oberärztin der UKM-Augenklinik, berichtet, was vorgefallen ist.