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Migräne bei Kindern – Gesunde Lebensweise wirksamer als Medikamente

Auch Kinder können bereits unter Migräne leiden. Eine neue Studie hat nun gezeigt, dass bei ihnen Medikamente zur Prophylaxe nicht wirksamer sind als Placebo. Sinnvoller ist offenbar eine Änderung der Lebensweise mit Bewegung, Entspannung und gesunder Ernährung.
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Migräne ist bei Kindern keine Seltenheit

Migräne bei Kindern und Jugendlichen ist keine Seltenheit. Häufen sich die Migräneanfälle, wird zuweilen zu einer Migräneprophylaxe mit Medikamenten geraten. Ob diese jedoch bei Kindern tatsächlich wirksam sind, haben nun Forscher um Prof. Dr. Karin Meißner, Leiterin des Masterstudiengangs Gesundheitsförderung an der Hochschule Coburg, untersucht. Das internationale Wissenschaftlerteam konnte zeigen, dass Medikamente in der Migräneprophylaxe bei Kindern Placebopräparaten kaum überlegen sind. Den Studienautoren zufolge sind die Ergebnisse für Kinderärzte, Schmerztherapeuten und betroffene Kinder sowie deren Familien von großer Bedeutung.

Medikamente kaum bis gar nicht wirksam

Das Forscherteam ging mit der Fragestellung an die Studie heran, ob Medikamente zur Migräneprophylaxe wirksamer sind als Placebo und welche Medikamente am besten wirken. Die Netzwerk-Metanalyse umfasst 23 bestehende Studien an mehr als 2200 Patienten. Das Ergebnis fasst Meißner wie folgt zusammen: „Insgesamt sind alle Medikamente, die bei der Migräneprophylaxe bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt werden, von zweifelhaftem Nutzen. Lediglich zwei Präparate waren über die ersten vier Monate einer reinen Placebotherapie statistisch überlegen. Bei einem längeren Beobachtungszeitraum verschwanden auch diese Effekte.“

„Es besteht bisher nur eine schwache wissenschaftliche Evidenz, dass man solche Medikamente bei Kindern überhaupt einsetzen sollte“, so Meißner weiter. Gerade wenn es um Kinder geht, sollten Forscher und Ärzte strenge Kriterien an die Wirksamkeit von Medikamenten legen.

 

Entspannung und Bewegung besser als Medikamente

Die am besten geeignete Migräneprophylaxe besteht bislang in gesundheitsfördernden Maßnahmen wie Ernährung, Bewegung und Entspannung. Das betont auch Prof. Dr. Boris Zernikow von der Universität Witten/Herdecke in einem begleitenden Editorial. Außerdem seien ausreichend Schlaf und ein bewusster Umgang mit dem eigenen Körper der Schlüssel zur Beschwerdelinderung. Neben der Migräneprophylaxe ist es wichtig, dass die Kinder lernen, die Migräneschübe früh zu erkennen und dann rechtzeitig die akute Schmerzmedikation einzuleiten.

Foto: © Adobe Stock/vovan

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
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