. Krebsforschung

Metastasierter Brustkrebs: Krebsforscher gehen Ursachen nach

Bis heute ist nicht ganz geklärt, warum Brustkrebs metastasiert. Wissenschaftler wollen nun nach den Ursachen forschen – und hoffen so, neue Therapien zu finden.
Brustkrebspatientinnen sterben in der Regel nicht am Ursprungstumor, sondern an Metastasen

Brustkrebspatientinnen sterben in der Regel nicht am Ursprungstumor, sondern an Metastasen

Brustkrebs gehört zu den Krebserkrankungen mit den besten Heilungsraten. Doch wenn der Tumor bereits Metastasen gestreut hat, sinken die Heilungschancen erheblich. Bis heute weiß man nicht genau, warum die Krebszellen auf Wanderschaft gehen. Wissenschaftler der Universitätsmedizin Göttingen wollen nun die molekularen Mechanismen der Metastasierung besser erforschen. Ziel ist es, neue Behandlungsansätze zu finden. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt mit insgesamt rund 174.000 Euro. „Die Behandlung von metastasierenden Krebserkrankungen stellt die Onkologie noch immer vor große Herausforderungen“, betont Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Um die Entwicklung neuer Therapieansätze zu unterstützen, fördert die Deutsche Krebshilfe innovative Forschungsprojekte wie dieses.“

Neuprogrammierung der Krebszellen hat fatale Folgen

Brustkrebsmetastasen bilden sich hauptsächlich in Knochen, Lunge und Leber. Dabei durchlaufen die Krebszellen ein zelluläres Entwicklungsprogramm, das sie mit neuen Fähigkeiten ausstattet. Diese "Neuprogrammierung" bewirkt, dass die Zellen mobiler sind und sich nicht mehr aneinander binden. Kurzum: die Krebszellen sind bereit, auf Wanderschaft zu gehen und können nun in umgebende Gewebe und Organe eindringen. Die Neuprogrammierung hat noch einen weiteren Effekt: Häufig werden Krebszellen gegen Chemotherapie und andere Medikamente resistent.

 

Proteine als neue therapeutische Angriffsziele im Visier

Das Team um Professor Dr. Carsten Gründker von der Universitätsklinik Göttingen konnte bereits zeigen, dass spezielle Proteine eine wichtige Rolle bei der Metastasierung spielen. Hier setzt auch das neue Forschungsprojekt an: “Bei den verantwortlichen Proteinen möchten wir die Funktion und die Zusammenhänge der nachgeschalteten Signalwege untersuchen. Insbesondere deren Hemmung scheint therapeutisch interessant zu sein“, erklärt Brustkrebsexperte Gründker. Diese Mechanismen könnten ideale Angriffspunkte für neue Therapiestrategien bei metastasierendem Brustkrebs sein, hofft Gründker.

Dass Zellen eine Art Entwicklungsprogramm durchlaufen, ist nicht nur bei Krebszellen so, sondern geradezu essenziell für die menschliche Entwicklung. Beispielsweise werden dadurch in der Embryonalphase das Neuralrohr und damit das Nervensystem angelegt.

Foto: pixabay Freie kommerzielle Nutzung

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krebs , Brustkrebs , Metastasen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Metastasen

 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
 
. Weitere Nachrichten
Zum Welt-Diabetestag gibt es schlechte Nachrichten für Frühstücksmuffel: Epidemiologische Studienhaben gezeigt, dass der Verzicht auf ein Frühstück mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden ist. Umgekehrt scheint regelmäßiges Frühstücken vor der Zuckerkrankheit und Übergewicht zu schützen.
Die Seborrhoische Dermatitis zeichnet sich durch einen schuppigen und häufig juckenden Ausschlag im Gesicht und auf der Kopfhaut aus. Dermatologen haben nun herausgefunden, dass der Transkriptionsfaktor JunB eine Schlüsselrolle bei der Entstehung dieser Erkrankung spielt. Sie hoffen, dass sich daraus neue Therapieansätze entwickeln lassen.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Die akute Aortendissektion ist immer ein Notfall. Einer Studie zufolge könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn sie rechtzeitig und adäquat behandelt werden würden. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Dr. Stephan Kurz vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) über die Versorgungssituation und das erfolgreiche Projekt „Aortentelefon“ gesprochen.
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.