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03.02.2018

Metastasierter Brustkrebs: Krebsforscher gehen Ursachen nach

Bis heute ist nicht ganz geklärt, warum Brustkrebs metastasiert. Wissenschaftler wollen nun nach den Ursachen forschen – und hoffen so, neue Therapien zu finden.
Brustkrebspatientinnen sterben in der Regel nicht am Ursprungstumor, sondern an Metastasen

Brustkrebspatientinnen sterben in der Regel nicht am Ursprungstumor, sondern an Metastasen

Brustkrebs gehört zu den Krebserkrankungen mit den besten Heilungsraten. Doch wenn der Tumor bereits Metastasen gestreut hat, sinken die Heilungschancen erheblich. Bis heute weiß man nicht genau, warum die Krebszellen auf Wanderschaft gehen. Wissenschaftler der Universitätsmedizin Göttingen wollen nun die molekularen Mechanismen der Metastasierung besser erforschen. Ziel ist es, neue Behandlungsansätze zu finden. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt mit insgesamt rund 174.000 Euro. „Die Behandlung von metastasierenden Krebserkrankungen stellt die Onkologie noch immer vor große Herausforderungen“, betont Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Um die Entwicklung neuer Therapieansätze zu unterstützen, fördert die Deutsche Krebshilfe innovative Forschungsprojekte wie dieses.“

Neuprogrammierung der Krebszellen hat fatale Folgen

Brustkrebsmetastasen bilden sich hauptsächlich in Knochen, Lunge und Leber. Dabei durchlaufen die Krebszellen ein zelluläres Entwicklungsprogramm, das sie mit neuen Fähigkeiten ausstattet. Diese "Neuprogrammierung" bewirkt, dass die Zellen mobiler sind und sich nicht mehr aneinander binden. Kurzum: die Krebszellen sind bereit, auf Wanderschaft zu gehen und können nun in umgebende Gewebe und Organe eindringen. Die Neuprogrammierung hat noch einen weiteren Effekt: Häufig werden Krebszellen gegen Chemotherapie und andere Medikamente resistent.

 

Proteine als neue therapeutische Angriffsziele im Visier

Das Team um Professor Dr. Carsten Gründker von der Universitätsklinik Göttingen konnte bereits zeigen, dass spezielle Proteine eine wichtige Rolle bei der Metastasierung spielen. Hier setzt auch das neue Forschungsprojekt an: “Bei den verantwortlichen Proteinen möchten wir die Funktion und die Zusammenhänge der nachgeschalteten Signalwege untersuchen. Insbesondere deren Hemmung scheint therapeutisch interessant zu sein“, erklärt Brustkrebsexperte Gründker. Diese Mechanismen könnten ideale Angriffspunkte für neue Therapiestrategien bei metastasierendem Brustkrebs sein, hofft Gründker.

Dass Zellen eine Art Entwicklungsprogramm durchlaufen, ist nicht nur bei Krebszellen so, sondern geradezu essenziell für die menschliche Entwicklung. Beispielsweise werden dadurch in der Embryonalphase das Neuralrohr und damit das Nervensystem angelegt.

Foto: pixabay Freie kommerzielle Nutzung

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
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