. Infektionskrankheiten

Mers in Thailand keine Gefahr für Touristen

Das thailändische Gesundheitsministerium hat am Donnerstag den ersten Mers-Fall des Landes bestätigt. Deutsche Virologen sehen für Touristen jedoch keine akute Ansteckungsgefahr. Mers werde nur ganz selten von Mensch zu Mensch übertragen.
Mers jetzt erstmals in Thailand nachgewiesen. Experten halten Ansteckungsgefahr für äußerst gering

Mers jetzt erstmals in Thailand nachgewiesen. Experten halten Ansteckungsgefahr für äußerst gering

Das Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus - kurz MERS - grassiert derzeit in Südkorea. Am Donnerstag hat Thailand nun den ersten Mers-Fall des Landes bestätigt. Nach Angaben des thailändischen Gesundheitsministers Rajata Rajatanavin soll es sich um einen Patienten aus dem arabischen Raum handeln. Experten der Gesellschaft für Virologie (GfV) geben jedoch Entwarnung. Für Touristen bestehe keine akute Ansteckungsgefahr.

„Mit dem Ausbruch in Südkorea steht dieser Fall nicht in Verbindung. Er ändert also nicht die Einschätzung der Gefahr, die vom koreanischen Ausbruch ausgeht“, so GfV-Experte Professor Dr. med. Christian Drosten, der am Universitätsklinikum Bonn das Institut für Virologie leitet und zugleich am Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) tätig ist.

Mensch-zu-Mensch Übertragung selten

Die Experten der GfV gehen weiterhin davon aus, dass die Übertragbarkeit des Mers-Virus von Mensch zu Mensch äußerst selten ist. „Alle bisherigen Untersuchungen deuten darauf hin, dass das Virus vor allem von Dromedaren in Saudi Arabien auf den Menschen übertragen wird“, erklärt Virologe Drosten. Eine Mensch-zu-Mensch Übertragung habe nur in wenigen Fällen beobachtet werden können. Voraussetzung sei ein enger Körperkontakt, etwa zwischen Pflegern und Infizierten, gewesen. Die Analyse des thailändischen Virus müsse aber noch abgewartet werden.

Das Erkältungsvirus MERS-CoV hatte sich Ende Mai erstmals außerhalb der arabischen Halbinsel ausgebreitet. In Südkorea haben sich laut Angaben der WHO 164 Menschen infiziert, ein weiterer Fall ist in China aufgetreten. 23 Menschen starben an der grippeähnlichen Krankheit, die zu einer Lungenentzündung und akutem Lungenversagen führen kann.

Meiste Mers-Infektionen verlaufen unbemerkt

Den Mers-Ausbruch in Südkorea führen die Virologen auf landesspezifische Bedingungen zurück: „Hierbei spielt beispielsweise das in Südkorea etablierte System der Pflege von Patienten durch Angehörige eine Rolle sowie die verzögerte Diagnose des Indexfalls“, so Drosten.

Das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung beschäftigt sich schon seit längerem mit Mers. In einer im Fachmagazin „Lancet“ veröffentlichten Studie hatten die Forscher herausgefunden, dass sich in den letzten zehn Jahren in Saudi-Arabien wahrscheinlich mehr als 40.000 Menschen mit Mers angesteckt, ohne es zu merken. Daraus ziehen sie den Schluss, dass es nur in sehr seltenen Fällen zu schweren Krankheitsverläufen kommt und eine Übertragung von Mensch zu Mensch-äußerst selten ist.

Foto: © 29mokara - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
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