. Infektionskrankheiten

Menschen können Kranke von Gesunden unterscheiden

Menschen können anhand bestimmter Merkmale im Gesicht Kranke von Gesunden unterscheiden. Das fanden schwedische Forscher heraus.
Krankheit

Im Gesicht lässt sich ablesen, ob ein Menschen krank oder gesund ist

Menschen können eine kranke Person auch ohne medizinische Vorbildung erkennen - und zwar auch, wenn die Erkrankung sich nicht durch offensichtliche Symptome wie Husten oder Niesen äußert. Das fanden Forscher des Karolinska-Insitutet in Stockholm heraus. Bestimmte Merkmale im Gesicht liefern Hinweise.

Für eine Studie, die im Fachblatt Proceedings B erschien, injizierten sie 16 gesunden Erwachsenen Moleküle des Bakteriums E. coli, die rasch grippeähnliche Symptome auslösen. Eine Vergleichsgruppe von 16 Teilnehmern erhielt ein Placebo. Die Probanden wussten nicht, welche Injektion sie erhalten hatten. Ungefähr zwei Stunden nach der Injektion wurden sie fotografiert.

Die Kranken wirkten müder und hatten blassere Lippen

Anschließend zeigte das Team 62 Teilnehmern die Porträts. Sie konnten sich jedes Bild für maximal fünf Sekunden ansehen und wurden dann gefragt, ob die abgebildete Person krank oder gesund sei. In 52 Prozent der Fälle erkannten sie, ob eine Person erkrankt war, in 70 Prozent der Fälle erkannten sie die Gesunden.

Die Infizierten wirkten müder. Weitere Signale einer Erkrankung waren ein stärker geschwollenes Gesicht, rötlichere Augen, weniger glänzende und weniger fleckige Haut, stärker herabhängende Mundwinkel, hängende Augenlider und blassere Lippen. Bei einer weiteren Gruppe von 60 Personen, die die Fotos betrachteten, waren die blasseren Lippen und hängende Augenlider das Hauptindiz für eine Erkrankung.

 

Menschen können Kranke von gesunden unterscheident

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich anhand bestimmter Veränderungen an Haut, Mund und Augen gesunde von akut kranken und damit potenziell ansteckenden Menschen unterscheiden lassen. Dies könnte helfen, sich vor einer Infektion zu schützen, indem man den engen Kontakt meidet. Das sagt John Axelsson, Co-Autor der Studie und Professor am Institut für Stressforschung.

Ob Menschen im Gesicht eines anderen erkennen, ob er krank oder gesund sei, variiere aber auch je nach der analysierenden Person: Menschen, die nach einem Partner suchen, könnten Anzeichen von Gesundheit besser erkennen, während diejenigen, die Angst vor einer Infektion haben, besser auf Hinweise für Krankheit achten.

Foto: kei907/fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten
 

Weitere Nachrichten zum Thema Ansteckende Krankheiten

| Zwischen Oktober und März haben Noroviren Hochsaison. Nach der Ansteckung kommt es nach 6 Stunden bis 2 Tagen zum Ausbruch der Erkrankung, meist starker Brechdurchfall. Nach Abklingen der Symptome können Betroffene noch über Wochen ansteckend sein - über ihren Stuhl.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Das Online-Programm iFightDepression der Deutschen Depressionshilfe scheint wirksam zu sein. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Teilnehmer ihre depressive Symptomatik damit von mittelgradig auf leicht verbessern konnten. Voraussetzung ist allerdings, dass die Selbsttherapie professionell begleitet wird.
Viele Menschen leiden unter Schlafproblemen. Die häufigsten Gründe: Stress und falsche Gewohnheiten. Einige einfache Tricks können dazu beitragen, wieder zu einem besseren Schlafrhythmus zu finden.
Die wegen der Corona-Pandemie nötigen Schutzmasken können Hautirritationen auslösen. Das berichten italienische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of the European Acadamy of Dermatology und Venereology.
 
 
. Interviews
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.