Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Meldungen von unerwünschten Arzneimittelwirkungen auf Rekordniveau

Samstag, 17. Dezember 2016 – Autor:
Noch nie haben Ärzte so viele unerwünschte Arzneimittelwirkungen gemeldet wie 2016. Im Jahr 2004 wurden noch 2.197 unerwünschte Arzneimittelwirkungen gemeldet.
Das Melden von unerwünschten Arzneimittelwirkungen dient der Arzneimittelsicherheit

Das Melden von unerwünschten Arzneimittelwirkungen dient der Arzneimittelsicherheit. 2016 wurde davon reger Gebrauch gemacht

In diesem Jahr sind schon fast 4.000 Meldungen bei der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) eingetroffen. Noch nie seien so viele Spontanmeldungen von unerwünschten Arzneimittelwirkungen von Ärzten eingegangen wie in diesem Jahr, erklärte AkdÄ-Geschäftsführerin Dr. Katrin Bräutigam. Sie betonte, dass die AkdÄ schnell auf diese Meldungen reagiere und den Ärzten auch eine Rückmeldung gebe.

Es geht um Arzneimittelsicherheit

Das Melden von unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) ist erwünscht, denn nur so können Gefahrenquellen für Patienten erkannt und beseitigt werden. Zu diesem Zweck existiert seit Langem ein System zur Erfassung von UAW-Verdachtsfällen: Ärzte können Fallmeldungen per Post, E-Mail oder online an die AkdÄ senden. Die Kommission sammelt die Fallberichte zu Nebenwirkungen und Medikationsfehlern und wertet sie aus.

Werden Arzneimittelrisiken festgestellt, informiert die AkdÄ die Ärzteschaft, etwa durch Bekanntgaben im Deutschen Ärzteblatt. Außerdem werden sämtliche Fallberichte an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) übermittelt. Unter Umständen verbieten die Behörden dann bestimmte Medikamente oder Dosierungen. Beispielsweise wurden im April 2014 MCP-Tropfen mit mehr als 1 mg/ml Wirkstoff vom Markt genommen - wegen der neurologischen Nebenwirkungen.

 

Pilotprojekt erfasst Medikationsfehler

Neben unerwünschten Nebenwirkungen einzelner Medikamente erfasst die AkdÄ auch Medikationsfehler, also Nebenwirkungen, die durch Wechselwirkungen von Medikamenten aufgetreten sind. Das Pilotprojekt ist Anfang 2016 gestartet und wird vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert. Ziel ist herauszufinden, inwieweit sich durch eine systematische Analyse verwertbare Aussagen zu Risikofaktoren und Interventionsstrategien ableiten lassen.

Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Arzneimittel
 

Weitere Nachrichten zum Thema unerwünschten Arzneimittelwirkungen

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Mit einem sogenannten CRP-Schnelltest können Ärzte in wenigen Minuten einen viralen von einem bakteriellen Infekt unterscheiden. Zahlen der AOK Sachsen-Anhalt zeigen, dass durch den Test deutlich weniger Antibiotika verordnet werden.


Nach fast zwei Jahren Pandemie liegen die Nerven im Gesundheitswesen blank. Tausende Pflegekräfte haben in den vergangenen Monaten ihren Job verlassen. Wie kommen wir aus der Krise heraus und vor allem: Wie geht es danach weiter? Der 15. Nationale Qualitätskongresses Gesundheit versucht, Antworten zu finden.
 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin